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Newsletter August 2013

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Newsletter August 2013

i.m.a aktuell

  • Bunte Mal-Aktion: Mehr als 300 Schüler malten bereits "Schweine im Stall"
  • Agritechnica 2013: i.m.a lädt zum Schülerprogramm ein
  • i.m.a-Sonderheft: Komposthaufen und Biotonne
  • Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulmaterial: Umweltfreunde 3. Thüringen. Grundschule. Cornelsen Verlag
  • Schulmaterial: besser haushalten - gesund ernähren. Bayern. Realschule. Oldenbourg Schulbuchverlag
  • Das Huhn. On! DVD Bildungsmedien. medienblau gGmbH.
  • Besser als Gold. Rheinischer Landwirtschafts-Verlag.

Sonstiges

  • WissensWerte zum Raps
  • Landwirtschaft gestern und heute

i.m.a aktuell

Bunte Mal-Aktion: Mehr als 300 Schüler malten bereits "Schweine im Stall"

Welche Vorstellungen haben die Schüler von heute, wenn sie über Schweine und deren Haltung in den Ställen nachdenken? Diese Frage nimmt der i.m.a e.V. zum Anlass, um zur Teilnahme an der Mal-Aktion "Schweine im Stall" aufzurufen. Über 300 farbenfrohe Meisterwerke sind bereits entstanden. Kinder sowie Schulklassen aus ganz Deutschland haben Buntstifte, Wachsmalstifte oder Acyrlfarbe in die Hand genommen, um ihre ganz persönlichen Schweine zu Papier zu bringen. Alle Kunstwerke werden im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2014 in Berlin auf dem ErlebnisBauernhof präsentiert. Unter allen Teilnehmern erhalten drei Kinder die Möglichkeit, sich bei der offiziellen Eröffnung der Galerie auf der international größten Landwirtschaftsmesse zu präsentieren. Im Anschluss an die Messe gibt es die Meisterwerke als Online-Bildergalerie auf www.ima-agrar.de zu bestaunen.

Der i.m.a e.V. freut sich über weitere fleißige Künstler und Zusendungen der Bilder bis zum 13. September 2013. Nähere Informationen zur Aktion "Schweine im Stall" sind hier zu finden.

Agritechnica 2013: i.m.a lädt zum Schülerprogramm ein

Vom 12. bis 16. November 2013 findet die weltgrößte Landtechnik-Messe Agritechnica in Hannover statt. Auch in diesem Jahr bietet der Verein information.medien.agrar (i.m.a) zusammen mit dem Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. ein spezielles Programm für Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse aus dem Raum Niedersachsen an. Zusammen mit ihren Lehrern sind sie herzlich eingeladen, sich vor Ort einen Überblick über die vielseitigen Aufgaben und Leistungen moderner Technik in der Landwirtschaft zu verschaffen.

Das Schülerprogramm beinhaltet konkrete Aufgabenstellungen, die zu verschiedenen Ausstellungsständen führen. Dabei wird den Schülerinnen und Schüler aktuelles Wissen über die landwirtschaftlichen Produktionsverfahren vermittelt. Darüber hinaus werden auch Informationen rund um Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Landwirtschaft geboten. Die Voranmeldung zum Schülerprogramm wird in Kürze auf www.ima-agrar.de abrufbar sein.

i.m.a-Sonderheft: Komposthaufen und Biotonne


Das neue Sonderheft des i.m.a e.V. über das Recycling wertvoller Nährstoffe ist in Kooperation mit dem Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V. (VHE) entstanden. Das 12-seitige Kompendium beruht auf verschiedenen Unterrichtsbausteinen aus dem Lehrermagazins leben.mittel.punkt. Es bietet unterschiedliche Arbeitsblätter für die Primarstufe mit Experimentieranleitungen, Lückentexten, einem Quiz und einer Bauanleitung zur Errichtung eines Komposthaufens. Mit abwechslungsreicher Methodik werden die Themen Stoffkreislauf der Natur, kompostfähige Materialien, Bodenlebewesen und Bioabfall in der Großstadt erarbeitet. Das Material ist für einzelne Unterrichtseinheiten in verschiedenen Fächern oder an einem Projekttag fächerübergreifend geeignet. Auch können die Aufgaben je nach Wissensstand der Schüler einfacher oder anspruchsvoller gestaltet werden. Zudem verweisen Links und Literaturtipps auf ergänzendes Material.

Die Broschüre wird vom i.m.a e.V. kostenlos angeboten und kann im Webshop bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor


Die Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebes ist besonders empfehlenswert, um Kindern, Jugendlichen und auch interessierten Erwachsenen Einblicke in die moderne Tierhaltung zu ermöglichen. In unserer Rubrik "Exkursionen in die Landwirtschaft" stellen wir daher Betriebe vor, die sich im Rahmen des Projektes EinSichten in die Tierhaltung engagieren.

Wir setzen unsere Exkursionen-Serie durch die Welt der Tierhaltungs-EinSichten mit dem Betrieb von Frank Prochnow im Kreis Märkisch-Oderland in Brandenburg fort. Auf dem landwirtschaftlichen Hof leben rund 20 Zuchtsauen und ca. 150 Mastschweine sowie rund 300 Rinder. Seit Anfang 2012 nimmt der Betrieb am Projekt "EinSichten in die Tierhaltung" teil und erfreut sich großer Besucherzahlen.

Frank Prochnow bietet die Möglichkeit, sich selbst ein authentisches Bild von der ökologischen Schweinemast, seinen Mutterkuhherden und dem Ackerbau zu machen. Der "Jahnsfelder Landhof" ist im Bundesprogramm einer von rund 200 Demonstrationsbetrieben des Ökologischen Landbaus. Für interessierte Besucher werden nach Absprache zwei Programme angeboten. Das spielerische Erlebnisevent beinhaltet zum Beispiel Strohballen-Wettrollen und einen Lehrpfad für Schulklassen mit Stationenarbeit. Weitere Informationen zum Betrieb finden Sie unter www.bauernhof-rallye.de oder auch hier.

Für Sie gelesen und getestet

Schulmaterial: Umweltfreunde 3. Thüringen. Grundschule. Cornelsen Verlag


Das Schulbuch "Umweltfreunde 3. Thüringen" (2012) wird vom Cornelsen Verlag/Volk und Wissen Verlag veröffentlicht und ist für den Heimat- und Sachkundeunterricht im 3. Schuljahrgang in Thüringen bestimmt. Zusätzlich zu dem Lehrwerk können ein Arbeitsheft mit Lernsoftware sowie  Handreichungen für den Unterricht mit Kopiervorlagen erworben werden.

Das Thema "Landwirtschaft" wird im Rahmen des Kapitels "Mit Tieren leben" auf insgesamt acht Seiten behandelt. Im vorherigen Kapitel "Das tut mir gut" wird die Thematik jedoch schon angerissen, indem die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, welche Lebensmittel sich beispielsweise für ein gesundes Frühstück eignen.

Der Schwerpunkt liegt insgesamt auf der Nutztierhaltung. Konventionelle und ökologische Haltung werden am Beispiel des Schweines gegenübergestellt sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Haltungsform erläutert. Zudem wird die Tierhaltung in Thüringen und in der Mongolei verglichen.

Generell wird das Thema "Landwirtschaft" sehr anschaulich beschrieben. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die aussagekräftigen und altersgemäßen Bilder zu erwähnen sowie die übersichtlichen und sehr gut strukturierten Kapitel. Anhand des Anschauungsmaterials und der Aufgabenstellungen werden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, eigene Erkenntnisse auf Basis der Materialien zu gewinnen. Auf diese Weise erhalten die Lernenden die Möglichkeit, unterschiedliche Zusammenhänge und Fachbegriffe im Sinne des selbstständigen Lernens zu erarbeiten und unvoreingenommen eine Meinung zu bilden. So werden beispielsweise im Rahmen der Themenfelder "Nutztiere halten, aber wie?" und "Biobauern halten Schweine" die konventionelle und die ökologische Tierhaltung altersgemäß und somit vereinfacht vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler werden bei beiden Haltungsmethoden über Vor- und Nachteile informiert, ohne dass ein wertelenkendes Bild entsteht. 
 
Obschon in dem Schulbuch eine Vielzahl an Aufgabenstellungen im Sinne des handlungsorientierten Unterrichts vorhanden sind, wäre es wünschenswert, den regionalen Aspekt des Themas "Landwirtschaft" intensiver aufzugreifen, indem beispielsweise Anregungen zum außerschulischen Lernen gegeben werden würden (z.B. Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebs).

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite: http://www.ima-agrar.de

Koch, Inge (Hrsg) (1. Auflage, 2012): Umweltfreunde 3. Thüringen. Berlin: Cornelsen Verlag/ Volk und Wissen Verlag. ISBN: 978-3-06-082356-7, kartoniert, 128 Seiten, Preis: 16,50 Euro

Schulmaterial: Besser haushalten - gesund ernähren. Bayern. Realschule. Oldenbourg Schulbuchverlag


Das Schulbuch "besser haushalten – gesund ernähren" (2005) wird vom Oldenbourg Schulbuchverlag veröffentlicht und ist für den Hauswirtschaftsunterricht/Haushalt und Ernährung bestimmt. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 8.-10. Schuljahrgänge der Realschulen in Bayern.

Die Verbindung von Landwirtschaft und Ernährung wird umfangreich im Kapitel "Vollwertige Ernährung" beschrieben. Hierbei stehen insbesondere die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu Nahrungsmitteln sowie die jeweiligen Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Vordergrund. Auf diese Weise wird den Schülerinnen und Schülern die Wertschöpfungskette der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Produkte, von der Produktion bis zum Konsumenten transparent gemacht. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass die Schülerinnen und Schüler des Öfteren und an unterschiedlichen Stellen darauf hingewiesen werden, regionale und saisonale Produkte beim Einkauf zu bevorzugen. Für ein Schulbuch empfiehlt es sich generell jedoch nicht, Kaufempfehlungen zu geben.

Aus Sicht der Landwirtschaft sind zudem weitere Änderungen wünschenswert. Beispielsweise wird in einer der Abbildungen (1/S. 183) die notwendige Menge von Weizen für die Produktion von Fleischprodukten dargestellt. Hierbei sollen die Schülerinnen und Schüler sachlich richtig darauf hingewiesen werden, dass eine ressourcensparende Ernährung mit einem geringen Fleischkonsum einhergeht. Die Überschrift der Abbildung lautet jedoch "Getreideverschwendung durch Fleischproduktion". Auf diese Weise wird eine Wertung vorgenommen. Den Schülerinnen und Schülern wird suggeriert, es sei grundsätzlich negativ, Fleisch zu produzieren.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite: http://www.ima-agrar.de.

Adler, H., Heid, E. u.a. (2005): besser haushalten - gesund ernähren. München, Düsseldorf, Stuttgart: Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH. ISBN: 978-3-637-00034-6, Broschur, 240 Seiten, 30,50 Euro.

Das Huhn. On! DVD Bildungsmedien. medienblau gGmbH.


Die ON! DVD "Das Huhn" stammt aus der Reihe "Tiere auf dem Bauernhof" der medienblau gGmbH. Küken, Hahn und Henne zeigen sich von ihrer besten Seite. Die SchülerInnen lernen die Besonderheiten von Hühnern kennen und finden heraus, wie vielseitig Hühner genutzt werden. Die Lebensbedingungen in der Boden- und der Freilandhaltung werden sehr anschaulich unterschieden und die Legehennenhaltung in kleinen und großen Betrieben dargestellt. Dabei werden ökologische und konventionelle Aspekte mit Vor- und Nachteilen gegenübergestellt. Abgerundet wird die DVD mit Informationen zu den einzelnen Produkten - von Eiern, Hühnersuppe und Grillhähnchen.

Das Medium kann fächerübergreifend wie zum Beispiel im Heimat- und Sachkundeunterricht oder später auch im Biologieunterricht eingesetzt werden. Vor allem die methodische Vielfalt und die didaktischen Hilfegebungen sprechen für diese DVD. Die Reportage "Ei und Huhn. Zu Besuch bei Legehennen" wird ergänzt durch drei grafisch animierte Erklärfilme, Arbeitsmaterialien für den Unterricht und einen interaktiven Online-Wissenstest für die Schüler sowie einem medienpädagogischen Projektvorschlag für die Lehrkräfte. Dieser ist auf sechs Unterrichtstunden im Laufe einer Unterrichtseinheit ausgelegt.
 
Die Schullizenz beträgt 98,- Euro. Bestellt werden kann die DVD der medienblau gGmbH hier. Auf der Internetseite können außerdem einige Inhalte (Video-Ausschnitte und PDF-Dateien) des Mediums eingesehen werden.

Besser als Gold. Rheinischer Landwirtschafts-Verlag


Leichtfüßig und zum Träumen: So sind die 19 märchenhaften Kurzgeschichten von Andrea Bahrenberg. Die Autorin entführt in "Besser als Gold" junge und erwachsene Leser in eine Fantasiewelt, in der Kinderwünsche wie "Fliegen können" oder "Held sein" Wirklichkeit werden. Das Landleben kommt dabei nicht zu kurz: Einige Geschichten handeln von goldenen Kornfeldern, Kuhställen und frisch gebackenem Bauernbrot. Vieles, was heute mit dem Begriff "Landlust" verbunden wird, hat Bahrenberg, die auf einem Bauernhof in der Nähe von Münster aufwuchs, selbst erlebt.

"Ich will das Schöne am Landleben rüber bringen, aber auch die harte Arbeit, die Werte, wie Bodenständigkeit und Verlässlichkeit und dass man sich in der Gemeinschaft hilft", erklärt die studierte Germanistin im Interview mit der landwirtschaftlichen Fachzeitschrift LZ Rheinland.

Leseproben, Lesungstermine und Bilder gibt es unter www.besseralsgold.de. Das 144 Seiten starke Buch "Besser als Gold" von Andrea Bahrenberg  ist zum Preis von je 9,90 € zuzüglich Portokosten erhältlich beim Rheinischen Landwirtschafts-Verlag GmbH, Postfach 14 02 52, 53057 Bonn, Fax 02 28/5 20 06-558, E-Mail: buchvertrieb@lz-rheinland.de. Die ISBN-Nr. lautet: 978-3-87992-014-3.

Sonstiges

WissensWerte zum Raps


Die Rapsernte 2013 ist beendet. Nur in einigen Hochlagen stehen noch vereinzelte Schläge, die aber bei gutem Wetter in den nächsten Tagen geräumt werden. Im vergangenen Herbst konnten die Landwirte erstmals nach zwei Jahren wieder ihre Anbaupläne umsetzen und mehr Raps anbauen. Mit 1,5 Mio. ha Winterraps wurden 20 Prozent mehr ausgesät als im Jahr zuvor. Erweitert wurde die Fläche im Frühjahr 2013 mit 5.200 ha Sommerraps.

Zunächst war die Befürchtung bei den Erzeugern groß, dass die deutsche Rapsernte höchstens durchschnittlich ausfallen könnte. Für diese Annahme sprachen mehrere Gründe: der langanhaltende Winter, der späte Blühbeginn, die Trockenheit im Frühsommer und die sehr hohen Temperaturen im Sommer. Doch bereits die ersten Probedrusche zeigten ordentliche Ergebnisse. Diese haben sich durchweg auch bundesweit bestätigt. Auch wenn noch offizielle Zahlen fehlen, zeigten die bisherigen Ergebnisse im Schnitt Erträge um die 40 dt/ha. Das wären 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das bisherige Rekordergebnis liegt bei 42,9 dt/ha im Jahr 2009.

Mit einer Fläche von 1,5 Mio. ha und 40 dt/ha wäre eine Rapsernte von 6 Mio. t möglich. Das wären 1,2 Mio. t mehr als im Vorjahr. Dennoch bliebe die diesjährige Ernte damit 300.000 t unter dem bisherigen Rekordergebnis von 2009.

(Quelle: AMI 26.08.2013, DBV Situationsbericht 2012/2013)

Landwirtschaft gestern und heute


In der Landwirtschaft sowie in anderen Wirtschaftszweigen vollzieht sich seit mehreren Jahrzehnten ein rasanter Strukturwandel als Ergebnis von technischem Fortschritt, Industrialisierung und Globalisierung. In dieser Rubrik unseres Newsletters stellen wir Ihnen mit ausgewählten historischen Bildern, Daten und Fakten verschiedene Meilensteine in der Veränderung landwirtschaftlicher Produktionstechniken vor.

In Fortsetzung unserer Serie beleuchten wir in dieser Ausgabe die Schweinemast der vergangenen und heutigen Zeit.

Die Schweinemast im Wandel der Zeit

Schweine nehmen in der Geschichte der Menschheit eine wichtige Rolle ein. Bereits vor rund 10.000 Jahren begannen die Menschen im Zuge der Sesshaftigkeit damit, Schweine als Nutztiere zu halten. Im Laufe der Jahrtausende veränderten die Menschen durch Züchtung einige Merkmale der Wildtiere und domestizierten sie. So entstanden aus verschiedenen regionalen Wildschweinunterarten nach und nach Hausschweinrassen, von denen es heute mehr als 700 gibt. Der Beweggrund für die Schweinehaltung ist bis heute gleich geblieben: Das Schwein wurde und wird hauptsächlich zur Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch gehalten.

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Schweine überwiegend frei laufend auf Wiesen oder in Wäldern gehalten. Sie suchten sich ihr Futter wie Eicheln, Larven und Schnecken selbst. Erst nach der Auflösung der Allmende - gemeinsamer Grundbesitz aller Dorfbewohner, der z.B. als Viehweide oder Hutewald genutzt werden konnte - etablierte sich nach und nach die Stallhaltung.

Meist lebten zu dieser Zeit nur so viele Schweine auf einem Hof, wie zur Selbstversorgung der Bewohner benötigt wurden. Häufig dienten Speisereste als Futter für die Tiere. Die Haltungsbedingungen waren aus heutiger Sicht oft mangelhaft. Zwar wurde den Schweinen Weidegang ermöglicht, doch die Stallbuchten waren größtenteils kalt, nass, dunkel und zugig. Krankheiten und Parasiten belasteten die Schweine und verhinderten dadurch oftmals eine gute Schlachtkörperverwertung.


Seit dem 19. Jahrhundert nahmen der Schweinebestand und die Mastleistung der Tiere stetig zu. Die Ursache hierfür ist in der zunehmenden Industrialisierung und Urbanisierung zu sehen. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung und mit ihr der Fleischbedarf. Schweinehaltung zur Eigenversorgung der Bürger war in den Städten nur erschwert möglich und folglich kam es zu einer Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung auf dem Land. Dies lässt sich an einigen Zahlen sehr gut darlegen:


In Deutschland hielten im Jahr 2012 rund 30.300 Landwirte etwas mehr als 28 Millionen Schweine. Im Jahr 1950 belief sich der Schweinebestand auf knapp 12 Millionen Tiere, die von etwa 2,4 Millionen Landwirten gehalten wurden. Die durchschnittliche Bestandsgröße hat sich so von 5 Schweinen pro Tierhalter im Jahr 1950 auf rund 929 Tiere im Jahr 2012 erhöht. Seit 1950 ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch von 19 kg auf 54 kg im Jahr 2012 gestiegen.

Durch Investitionen in ihre Ställe erfüllen deutsche Landwirte heute einen der weltweit höchsten Standards in der Tierproduktion. Sie sorgen dafür, dass es den Tieren gut geht. Schweine leben in modernen Ställen mit vollautomatischer Klimaanlage und Belüftung. Perforierte und zugleich trittsichere Böden durch die Kot und Harn der Tiere durchfallen, sorgen für einen stets trockenen Untergrund und ein höchstmögliches Maß an Hygiene. Sie ersparen dem Landwirt zudem ein aufwendiges Entmisten per Hand. Eine an jedes einzelne Tier angepasste Fütterung per Futterautomat sorgt für einen optimale Versorgung der Tiere. Die Gefahr von Krankheiten wird durch diese Maßnahmen um ein Vielfaches gemindert.

Die enormen Entwicklungen in der Schweinemast führen insgesamt durch moderne Technik zu mehr Tierwohl und zu der hohen Qualität der deutschen Fleischprodukte.

Bildinformationen

Das erste Bild zeigt die Schweinehaltung mit "Frischluftzufuhr" früher. Die Haltung war aufgrund nasser, dunkler und kalter Ställe oft mangelhaft. Beim zweiten Bild handelt es sich um eine Schweinemastanlage der 1950iger Jahre. Die Haltung erfolgte im Stall auf Stroh, belüftet wurde über die Außentüren. Das dritte Bild stammt aus der Nachkriegszeit und zeigt eine Schweinemastanlage mit Offenställen und angegliederter Auslauffläche in Berlin. Die moderne Schweinehaltung mit Belüftung, Klimatisierung, Futterautomat und Zonenheizung sowie Spaltenboden sehen Sie auf dem vierten Foto.

(Bildquellen: historische Bilder von i.m.a e.V., moderne Schweinehaltung von Big Dutchman/Werkfoto)

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