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Newsletter Februar 2015

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Newsletter Februar 2015

i.m.a aktuell

  • didacta: Größte Gemeinschaftsschau seit 17 Jahren
  • Land & Genuss: Ansturm auf die Wissensstationen
  • lebens.mittel.punkt: Den Boden im Fokus!
  • Vorlese- und Malheft: Von der Saat zum Korn
  • Für die Sekundarstufe: Lernfeld Brotgetreide

Aktionen und Termine

  • Rohstoffe pflanzen!
  • Kinder agra 2015

Für Sie gelesen und getestet

  • Basislektüre: "Mein Essen - unser Boden"
  • Schulbuch: "Kulturpflanzen"
  • Schulbuch: "ErlebnisWelt 1/2 Bayern"

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Betriebe stellen sich vor: Die Bauern AG Neißetal

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Frauen in der Landwirtschaft

Thema des Monats

  • Was ist die Milchquote?

i.m.a aktuell

didacta: Größte Gemeinschaftsschau seit 17 Jahren

Die weltweit größte Bildungsmesse, die didacta in Hannover, haben 72.000 Lehrer, Schulleiter und Referendare, Kita-Erzieherinnen und Experten aus der Erwachsenenbildung besucht. Damit waren es zwar 8.000 Besucher weniger als noch vor zwei Jahren in der Leinestadt, doch das Interesse an der seit 17 Jahren erfolgreichen Gemeinschaftsschau "Landwirtschaft & Ernährung - erleben lernen" war ungebrochen wie schon in den vergangenen Jahren an den anderen didacta-Standorten in Stuttgart und Köln, wo die nächste didacta stattfinden wird.

Mit 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche und 13 Partnern war dies die bisher größte Gemeinschaftsschau der Land- und Ernährungswirtschaft auf der Bildungsmesse. Neben den Präsentationen an den Ständen der einzelnen Partner, fanden die Vorträge und Workshops im Fachforum Zuspruch bei den Besuchern. Mehr als zwanzig Termine mit wechselnden Themen standen an den fünf Messetagen zur Auswahl.

Beim i.m.a e.V., der die Gemeinschaftsschau organisiert hatte, stand das Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" im Fokus der Beteiligung. Fast 3.000 Exemplare fanden interessierte Abnehmer und mehr als 400 neue Abonnenten der Zeitschrift konnten gewonnen werden. Nahezu ebenso viele Sammelordner für die didaktisch aufbereiteten Unterrichtsbausteine wurden verteilt.

Besonders beliebt war auch die i.m.a-Getreidetheke, an der sich regelmäßig Warteschlangen bildeten. Das Angebot, Getreideproben und korrespondierende Sachinformationen für den Unterricht mitzunehmen, fand so reges Interesse, dass am letzten Tag die "3-Minuten-Infos" zu den sieben ausgestellten Getreidesorten vergriffen waren.

Ebenfalls schnell vergriffen war die neue Broschüre "Lernfeld Brotgetreide". Bei den Kita-Erzieherinnen fand das neue Lese- und Malbuch "Von der Saat zum Korn" regen Anklang. Alle 1.500 Exemplare hatten am Ende der Messe begeisterte Abnehmer gefunden.

Für den i.m.a e.V. ist die didacta nicht nur eine Plattform, auf der den Lehrkräften und Erziehern neue Lehr- und Lernmaterialien präsentiert werden. Auch der Austausch mit den Pädagogen hat für die weitere Entwicklung der i.m.a-Angebote Bedeutung. So war es insbesondere interessant, die Bedürfnisse der Referendare kennenzulernen, die vor dem Einstieg in den regulären Schuldienst stehen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Sachinformationen gefragt sind, wie sie vom i.m.a e.V. angeboten werden. Abgelehnt werden hingegen ideologisierende Materalien.

Land & Genuss: Ansturm auf die Wissensstationen

In Frankfurt am Main stand die regionale Messe "Land & Genuss" ganz im Zeichen des Verbraucherinteresses. "Kommen, sehen, staunen" lautete eine Devise, und sie wurde durch "Anfassen, Ausprobieren, Mitmachen" ergänzt. Hessens Marktplatz für die Landwirtschaft war auch für den i.m.a e.V. ein Schaufenster seiner Angebote. Im Rahmen vom "ErlebnisBauernhof mobil" präsentierte er seine Wissensstationen. Kleine und große Besucher standen geduldig in langen Schlangen an, um begeistert Kuh-Modelle zu melken und aus der Milch Butter zu schüttelten. Andere Besucher mahlten Korn zu Mehl oder ertasteten mit verbundenen Augen Obst und Gemüse.

Mit dem spielerischen Zugang zu den Themen der Landwirtschaft weckt der i.m.a e.V. gerade bei Kindern das Interesse und Verständnis für die Erzeugung von Lebensmitteln und die Arbeit der Landwirte. Die ebenfalls auf den Verbrauchermessen bereitliegenden Broschüren und Flyer informieren Eltern und andere Erwachsene über die Bedeutung einer modernen Tierhaltung und eines professionellen Ackerbaus für die Ernährung unserer Gesellschaft.

lebens.mittel.punkt: Den Boden im Fokus

Im Zeichen vom Internationalen Jahr des Bodens steht die aktuelle Ausgabe des i.m.a-Lehrermagazins "lebens.mittel.punkt". Die Bedeutung der Böden für die Landwirtschaft wird umfassend thematisiert. Neben sachlichen Erläuterungen zu den Bodenarten und ihrem Ertragspotenzial vermittelt eine Deutschlandkarte einen Überblick zu den Regionen, in denen Böden und Klima über das Jahr die optimalsten Bedingungen für gute Erträge bieten. Daraus leitet sich eine Übersicht zur Entwicklung der Bodenpreise ab, die wiederum Einfluss auf die Preisgestaltung der Rohstoffe und Lebensmittel haben. Dieses komplexe Thema wird im Lehrermagazin für den Einsatz in der Sekundarstufe mit einem Unterrichtsbaustein begleitet.

Mit dem Boden hat auch das Thema zu tun, dessen Zielgruppe Grundschüler sind. Anhand von landtechnischen Geräten wie dem Pflug oder der Egge, der Sämaschine oder dem Mähdrescher wird erläutert, welche Maschinen der Landwirt über das Jahr einsetzt, um seine Äcker zu bearbeiten, die Felder zu bestellen und die Ernte einzufahren.

Auch der Bericht über die Schülerpressekonferenz während der Grünen Woche nimmt sich der Thematik "Boden" an. Er beleuchtet, wie Nachwuchsjournalisten von Schülerzeitungen Politiker und andere Experten über Flächenverbrauch und Nahrungssicherung befragt haben. Und schließlich gibt es auch eine Anleitung zu einem "Boden-Spiel", bei dem die Bestandteile der Erde untersucht werden.
Das Lehrermagazin mit vier Unterrichtsbausteinen für die Primar- und Sekundarstufe kann kostenlos im i.m.a-webshop gelesen und bestellt werden.

Vorlese- und Malheft: Von der Saat zum Korn

Womit bearbeitet der Landwirt seine Felder, wie sät er das Korn, düngt er die Pflanzen und erntet er das Getreide? Auf diese und weitere Fragen gibt das neue Malheft "Von der Saat zum Korn – mit großen Maschinen" umfassend Antwort.

Auf 16 Seiten finden Kita-Erzieherinnen und Grundschullehrer viele kleine Geschichten, in denen der Zyklus von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte leicht verständlich erklärt wird. Damit eignen sich die Kurzgeschichten zum Vorlesen - bevor anschließend die großformatigen Bilder ausgemalt werden. Die bunten Abbildungen der Landmaschinen geben den Kindern Anregungen für die Gestaltung ihrer Bilder.

Wer mit seiner Kita-Gruppe oder Schulklasse mehr möchte, nutzt die zusätzlichen Anregungen für kleine Basteleien, Experimente oder Spiele. Nicht zuletzt kann das Mal- und Lesebuch auch als Anregung für Pädagogen dienen, die mit Kindern einen Ausflug aufs Land und an Feldraine machen wollen, um dort die großen Maschinen "live" im Einsatz zu sehen. Das Vorlese- und Malheft gibt es hier.

Für die Sekundarstufe: Lernfeld Brotgetreide

Wer sich mit Ernährung befasst, reduziert sein Interesse vielleicht nicht nur auf eine ausgewogene Zusammenstellung von Lebensmitteln. Denn neben bekömmlichen und gesundheitlichen Aspekten bietet die Ernährung auch kulturelle und gesellschaftliche Aspekte. Sie kennenzulernen, ist eines der Ziele der Broschüre "Lernfeld Brotgetreide", die sich für den methodisch-didaktischen Unterricht in der Sekundarstufe anbietet.

Die vier Unterrichtsbausteine der Broschüre sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sowohl einzeln eingesetzt werden können, als auch inhaltlich aufeinander aufbauend. Damit bieten sie eine umfassende Wissensvermittlung vom "Nährstofflieferanten Getreide" über die "Backkultur Brot" bis zur "Wertschöpfungskette Getreide" und den "Brotgetreide-Märkten".

Zu jedem Kapitel gibt es Empfehlungen für den praktischen Einsatz im Unterricht. So können einzelne Unterrichtsbausteine sowohl im Biologie- als auch im Chemie-Unterricht genutzt werden; ebenso in den Fächern Deutsch, Geografie oder Mathematik. Auch für die Bereiche Wirtschaft, Technik und Recht sowie in der Arbeits-, Ernährungs- und Haushaltslehre oder der Verbraucherbildung eignet sich das "Lernfeld Brotgetreide".

Die vom Verband deutscher Mühlen e.V. (VDM) und dem i.m.a e.V. aufgelegte Broschüre kann kostenlos im i.m.a-webshop gelesen und bestellt werden.

Aktionen und Termine

Rohstoffe pflanzen!

Der bundesweite Schulwettbewerb richtet sich an Schüler und Jugendliche aller Klassenstufen, aber auch an Lehrkräfte. Die Aufgabe besteht darin, sich mit dem Thema praktisch auseinanderzusetzen und ein Projekt zu kreieren, das sich mit der biobasierten Wirtschaft und der Rolle nachwachsender Rohstoffe bei der Energie- und Rohstoffversorgung befasst.

Die Dokumentation des Projekts kann als Text mit oder ohne Fotos bzw. Zeichnungen erfolgen, als Film, Theaterstück oder in einer anderen Form als Kunstprojekt. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2015.

Die eingereichten Beiträge werden von einer Jury beurteilt, bei der u.a. auch der i.m.a e.V. mitwirkt. Zu gewinnen gibt es eine Wochenendreise zur Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin sowie einen Zuschuss in Höhe von 750 Euro für eine Bildungsreise zum Thema "Nachwachsende Rohstoffe".
Details zum Wettbewerb hier.

Kinder-agra 2015

Gesucht werden zwanzig Grundschulklassen, die am 23. April 2015 einen erlebnisreichen Tag auf der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig verbringen möchten.

Die Aufgabe: Erstellt ein Poster zum Thema "Wo kommt mein Essen her?". Nach Einsendung des Posters werden die Klassen auf die "agra 2015" eingeladen und erhalten dafür einen Fahrtkostenzuschuss bis maximal fünfzig Euro sowie freien Eintritt plus Rundgang und Verpflegung.

Die drei schönsten Arbeiten werden auf der Messe gekürt. Weitere Infos hier: www.lernerlebnis-bauernhof.de oder www.agra2015.de oder www.agrakids.de.

Für Sie gelesen und getestet

Basislektüre: "Mein Essen - unser Boden"

Unsere Böden sind - neben Wasser und Luft - die wichtigste Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Nahezu die gesamte Lebensmittelproduktion basiert auf dem Ertrag von Böden; neunzig Prozent der produzierten Nahrung werden weltweit auf Ackerflächen gewonnen. Um hierfür ein Bewusstsein zu schaffen, wurde 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erkoren. Der aid infodienst hat aus diesem Anlass das Heft "Mein Essen - unser Boden" veröffentlicht. Neben Grundwissen zum Aufbau und der Fruchtbarkeit des Bodens, enthält es praktische Tipps für den Ackerbau und den heimischen Garten.

Wer sich einmal intensiver mit dem Thema beschäftigt, wird überrascht sein: Allein unter der Fläche einer Schuhsohle leben mehr Kleinstlebewesen und Mikroorganismen als es Menschen auf der Erde gibt. Landwirte wissen um diese Besonderheit des Bodens, der Grundlage ihrer Existenz. Daher gehen sie durch eine bedarfsgerechte Düngung und angemessene Bearbeitung verantwortungsvoll mit ihren Bodenflächen um.

Das aid-Heft "Mein Essen - unser Boden" eignet sich für Lehrkräfte hervorragend als Hintergrundinformation für einen umfassenden und schnellen Überblick zum nicht nur in diesem Jahr hochaktuellen Thema "Boden".

aid-Heft "Mein Essen - unser Boden", 54 Seiten, DIN-A-5-Format; Preis 2,00 Euro (Rabatte ab zehn Heften), zzgl. 3,00 EUR Versandkostenpauschale. Bestell-Nr. 1627, ISBN 978-3-8308-1168-8. Erhältlich beim aid infodienst e. V., Heilsbachstraße 16, 53123 Bonn, Telefon: 038204 66544, Telefax: 0228 8499-200 - E-Mail: Bestellung@aid.de oder im Internet.

Schulbuch: "Kulturpflanzen"

Einst war Roggen einer unserer wichtigsten Nahrungsrohstoffe und die französische Revolution wurde durchfehlendes Brot ausgelöst. Ohne Kartoffeln hätte es keine Industrialisierung gegeben und Regionen in Italien wären ohne Mais verelendet. Es waren und sind die Pflanzen, die Einfluss auf unser Leben hatten und haben. Davon ist Prof. Dr. Thomas Miedaner überzeugt. Und er führt eine Vielzahl nachvollziehbarer Argumente an, die belegen, warum "Kulturpflanzen" noch immer unsere Welt verändern. Als Beispiele seien nur der Mais und Raps genannt, die heute zur Erzeugung von Bioenergie dienen, oder Kartoffeln, die zu Kunststoff verarbeitet werden.

Anhand von Gerste, Hafer, Kartoffeln, Mais, Raps, Roggen, Triticale, Weizen und Zuckerrüben beschreibt Thomas Miedaner die Entwicklung und Bedeutung dieser Kulturpflanzen für unser Leben, einst und jetzt. Das Buch des Professors, der an der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim für die Forschungsgebiete Roggen und Biotischer Stress zuständig ist, liest sich leicht und verständlich. Immer ist es informativ und lehrreich, und daher z.B. für Oberschüler empfohlen, die für Referate nach fundiertem Fachwissen suchen.

Thomas Miedaner: "Kulturpflanzen". Springer Spektrum. 264 Seiten, ann. DIN-A-5-Format; Preis 24,99 Euro. ISBN 978-3-642-55292-2. Erhältlich im i.m.a-webshop.

Schulbuch: "ErlebnisWelt 1/2 Bayern"

Beim Arbeiten mit dem Schulbuch werden die Kinder von zwei kleinen Ameisen begleitet. Sie geben als Identifikationsfiguren Hinweise und Bemerkungen, um so Werte und Inhalte zu vermitteln. Auf den ersten und letzten Seiten des Schulbuchs werden den Schülern fachspezifische Arbeitsweisen erläutert (z.B. einen Versuch planen und durchführen oder eine Beobachtung machen). Das Schulbuch ist für den Heimat- und Sachunterricht der 1. und 2. Jahrgangsstufen der Grundschulen in Bayern konzipiert.

Das Thema "Landwirtschaft" wird in den Lehrplänen für diese Jahrgänge der Grundschulen in Bayern nicht explizit vorgegeben. Im Rahmen des Schulbuchs wird in den Kapiteln "Gesunde Ernährung" und "Tiere und Pflanzen in Wiese und Hecke" dennoch versucht, ein Bezug herzustellen. Dies geschieht zum größten Teil anhand des Beispiels "Lebensmittel". Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeiten die Schüler, welche regionalen Obst- und Gemüsesorten es gibt und erfahren, welche Vorteile sie bieten.

Anhand des gut gewählten Anschauungsmaterials werden die Schüler dazu aufgefordert, eigene Erkenntnisse auf Basis der Materialien zu gewinnen. Auf diese Weise erhalten die Schüler die Möglichkeit, unterschiedliche Zusammenhänge und Fachbegriffe im Sinne des vernetzten, prozessbezogenen Lernens zu erarbeiten. Auch das entdeckende Lernen wird wiederholt ermöglicht.

Es wäre wünschenswert, den regionalen Aspekt des Themas "Landwirtschaft" intensiver aufzugreifen, indem beispielsweise die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebs in den Ablauf aufgenommen wird oder der Besuch eines Landwirts in der Schule.

Da in dem Schulbuch nur vereinzelte Aufgabenstellungen vorhanden sind, liegt es überwiegend in den Händen der Lehrperson, den Unterricht mit dem Schulbuch zu gestalten, z.B. mithilfe der zusätzlichen Handreichungen für den Unterricht, die beim Verlag erworben werden können.

Dr. Carolina Duda, Dr. Gabriele Diersen: "ErlebnisWelt 1/2 Bayern". Oldenbourg Schulbuchverlag. 159 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 19,95 Euro. ISBN 9783637021778.

Exkursionen in die Landwirtschaft

Betriebe stellen sich vor: Die Bauern AG Neißetal

Insgesamt sind es fast 2500 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, die von der Bauern AG bewirtschaftet werden. Das große Unternehmen ernährt neunzig Angestellte und drei Auszubildende, die den Beruf des Landwirts bzw. der Tierwirte in der Rinder- bzw. Schweinehaltung erlernen.

So stehen dann auch beträchtliche Viehbestände auf dem weitläufigen Areal: 15.000 Tiere werden in der Schweinemast gehalten und für Nachwuchs sorgt ein Bestand von 1.800 Tieren in der Sauen-/Ferkelerzeugung. Zusätzlich gibt es fünfzig Tiere in der Rinderaufzucht und -mast sowie 1.100 Tiere in der Milchviehhaltung.

Diese Größenordnung bedarf eines enormen Aufwands in der Pflege der Tiere und deren Versorgung. So werden 2180 Hektar Ackerfläche genutzt, um auf 1.500 Hektar Futter und Silomais anzubauen, auf 600 Hektar Getreide sowie auf dreißig Hektar Zuckerrüben. Für den Ölfruchtanbau werden fünfzig Hektar genutzt und in der eigenen Biogasanlage 700 KW Energie erzeugt.

Das Besondere an dem Betrieb ist nicht nur seine Größe, und dass man Einblick in die Tierhaltung durch eine Vielzahl an Stallfenstern haben kann, wie z.B. im "Schweinekino", wie die überdachte Fensterreihe am Großstall scherzhaft genannt wird. Besonders ist auch, dass die Bauern AG ehemalige Abraumflächen des Braunkohletagebaus wieder nutzbar macht und damit der Natur zurückgibt. Zudem wird im Betrieb untersucht, inwieweit mineralische Dünger durch Gülle ersetzt werden können.

"Landwirtschaft zum Anfassen" lautet das Credo der Bauern AG Neißetal. Für die Besucher gibt es neben den Einblicken in die Tierhaltung durch die großen Stallfenster einen Erlebnishof mit Gastronomie und einem Hofladen, in dem Produkte aus der Region verkauft werden. Ein Heuhotel ist in Planung. Schon heute können die Mutterkuhhaltung und die Sauenzuchtanlage sowie ein Dammwildgehege und eine Brennerei besichtigt werden.

Kontakt: Bauern AG Neißetal (Gut Neu Sacro), Bahnhofstraße 1, 01372 Schenkendöbern OT Groß Gastrose (Tel. 035692-66130).

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Frauen in der Landwirtschaft

Ein Drittel der Arbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft sind Frauen. Damit ist die Quote in Deutschland mit einem Prozent höher als im europäischen Durchschnitt. Mit 47 Prozent ist der Anteil von Frauen in der portugiesischen Landwirtschaft am höchsten - noch weit vor Griechenland und Österreich mit jeweils mehr als vierzig Prozent. Jeder fünfte Betrieb in Europa wird von einer Frau geleitet. Von den 285.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland haben nur 24.600 eine Chefin.

Was diese Zahlen verschweigen: Frauen sind in der Landschaft omnipräsenter als es Statistiken belegen. Oft arbeiten sie als Lebenspartnerin des Landwirts mit, sind somit "Co-Geschäftsführerin" des Betriebs, auch wenn sie als solche nicht in der Statistik auftauchen. Neben ihrer Arbeit auf dem Hof engagieren sie sich bei den Landfrauen und in anderen Vereinen. Sie sorgen für die Direktvermarktung von Produkten, gehen in Kindergärten und Schulen, um über die Landwirtschaft zu informieren, oder sind Gastgeberin für Touristen, die ihren "Urlaub auf dem Bauernhof" erleben.

Viele Nebenerwerbsbetriebe funktionieren nur, weil Frauen die Arbeit übernehmen, wenn "der Bauer" in die Fabrik geht. Dass Frauen in der Landwirtschaft auch den Haushalt auf dem Hof führen und sich um die Kindererziehung und vielfach auch um die Großeltern kümmern, wird dabei oft vergessen. Auch wenn sich manche dieser Fakten wie Klischees lesen - sie entsprechen den Tatsachen. Nicht nur in Deutschland, sondern weit darüber hinaus. Und nicht nur der Weltfrauentag am 8. März sollte Anlass sein, auch an diese reale Seite der Landwirtschaft zu erinnern und den Frauen für ihren Einsatz zu danken.

Thema des Monats

Was ist die Milchquote?

Mehr als dreißig Jahre gab es sie, jetzt ist Schluss mit der "Milchquote". Ende März 2015 wird sie abgeschafft. Landwirte begrüßen das, weil damit ein weiteres Regulierungsinstrument der bürokratischen Brüsseler Planwirtschaft dem freien Markt Platz macht.

Mit der Milchquote wurde bislang bestimmt, wie viel Milch die Landwirte in den EU-Mitgliedsstaaten produzieren durften. Basis der Berechnung war die erzeugte Menge des "Milchwirtschaftsjahres" 1983/84. Wer mehr produzierte, wurde bestraft mit der sogenannten "Superabgabe". Sie war so hoch, dass eine Überproduktion unrentabel gewesen wäre.

Gleichwohl gab es immer wieder Länder, in denen sich die Bauern nicht an die EU-Vorgaben hielten. Zuletzt in Italien. Dort hätten nach Angaben des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti 2.000 der etwa 36.000 italienischen Milcherzeuger Strafabgaben zahlen müssen. Allein in 600 Unternehmen lagen die Bußgelder bei mehr als 300.000 Euro pro Betrieb. Dass sich die Milchbauern darum nicht geschert haben, lag auch an der italienischen Regierung. Sie hatte zwischen 1995 und 2009 die Strafen in Milliardenhöhe einfach aus dem Staatshaushalt beglichen und damit nicht nur die Steuerzahler betrogen, sondern auch dem unlauteren Wettbewerb in Europa Vorschub geleistet.

Die Einführung der Milchquote verfolgte zwei Ziele: Einerseits sollten starke Preisschwankungen verhindert werden, andererseits sollte die Existenz vieler Milchbauern gesichert werden. Heute konstatieren Landwirte, Agrar-Minister und Bauernpräsidenten gleichermaßen: Die Milchquote ist gescheitert. Allein in Bayern hat sich die Zahl der Milchbauern von 100.000 vor dreißig Jahren auf heute knapp 40.000 reduziert.

Zudem tun sich stetig neue Märkte auf. China, Indien, Indonesien, Nigeria und Pakistan gelten heute als "Schlüsselmärkte" für international operierende Milchproduzenten. Eine Steigerung der Milchmengen um drei bis vier Prozent, wie Experten prognostizieren, würde also auch auf eine steigende Nachfrage treffen. Deutsche Produzenten könnten davon profitieren, betont Dr. Bernd Scherer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Er sieht "ein gewaltiges Zukunftspotenzial für eine marktorientierte Milchproduktion" durch den Einsatz effizienzsteigender Technik.

Dass mit dem Ende der Milchquote auch ein Ende kleinerer Betriebe einhergehen könnte, sei nicht zu befürchten, argumentiert Günter Felßner. Der stellvertretende Präsident des Bayerischen Bauernverbandes ist überzeugt: "Für die Milchpreise wird viel wichtiger sein, wie sich der Weltmarkt entwickelt." Kleinere Betriebe könnten vom Wachstum profitieren, weil sie ihre Produktion erhöhen könnten, ohne Quotenanteile zukaufen oder Strafen befürchten zu müssen. 

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise: aid infodienst, Archiv/i.m.a, Bauern AG Neißetal, FNR, i.m.a, Kinder-agra, Oldenbourg, privat, Rübensaat/Bauernzeitung
Quellen: DBV/Statistisches Bundesamt

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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