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Newsletter Januar/Februar 2017

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Newsletter Januar/Februar 2017

i.m.a aktuell

  • Grüne Woche 2017: Programm für Schulkinder
  • Jetzt posten: Frühstücksbilder
  • Neue Fakten: 1x1 der Landwirtschaft 2017
  • Lehrermagazin: Mit Essen spielt man doch

Aktionen und Termine

  • didacta: Dialog mit Lehrkräften
  • Lernort Bauernhof: Tagung mit Experten
  • Wettbewerb: Gewinnen mit Regionalität
  • Leistungsschau: Ausbildung mit Perspektiven

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Heimat und Welt 5/6 Geographie"
  • Mini-Milch-Buch: "Bei Ben auf dem Bauernhof"

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Die Landwirtschaft in ... Mecklenburg-Vorpommern

i.m.a aktuell

Grüne Woche 2017: Programm für Schulkinder

Die bedeutendste Leistungsschau der Agrar- und Ernährungsbranche ist die Internationale Grüne Woche in Berlin. Vom 20. bis 29. Januar 2017 findet sie bereits zum 82. Mal statt. Und wir sind wieder mit dem i.m.a-Wissenshof dabei, auf dem wir die Landwirtschaft begreifbar machen.

An sechs Stationen laden wir diesmal Schulklassen ein, sich ihr Frühstück selbst zusammenzustellen. Mit unseren Partnern bieten wir Haferflocken, Milch und Honig fürs Müsli an, für das Brot gibt‘s Butter, Honig oder Wurst, außerdem Eier und Äpfel. An jeder Station erfahren die Schüler außerdem, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie entstehen.

Außerhalb des für Schulklassen organisierten Frühstückangebots können sich auch alle anderen Besucher an Experimenten beteiligen. Sie reichen vom Erkennen und Zuordnen von Tierarten über die Butterherstellung bis zum Zucker-Rohstoff-Test.

Außerdem organisieren wir wieder die traditionelle Schülerpressekonferenz, auf der sich Jungredakteure von Schülerzeitungen sowie Jungen und Mädchen aus Medien-Arbeitsgruppen Berliner Schulen zusammenfinden, um mit Experten aus der Landwirtschaft, mit Wissenschaftlern und Politikern über Ernährungsthemen zu diskutieren. Auch hier im Fokus: das Frühstück.

Die Grüne Woche ist täglich ab 10.00 Uhr geöffnet. Den i.m.a-Wissenshof finden Sie in Halle 3.2 auf dem Berliner Messegelände.

Jetzt posten: Frühstücksbilder

Gesunde Ernährung beginnt mit dem Frühstück. Wer sich bereits morgens ausgewogen ernährt, kommt besser durch den Tag. Das propagieren Ernährungsexperten immer wieder.

Doch wie sieht die Realität aus? Was essen Kinder und Jugendliche morgens? Diese Frage stellt der i.m.a e.V. aus aktuellem Anlass auf seiner Facebook-Seite. Denn Ernährung wird 2017 das große Thema in den Medien sein. Wir laden die Facebook-Nutzer bereits heute ein: Postet Fotos von Eurem Lieblingsfrühstück oder schickt die Bilder an uns.

Unter allen Einsendungen verlosen wir Eintrittskarten zur „Grünen Woche“ in Berlin sowie für andere Fach- und Verbrauchermessen.

Neue Fakten: 1x1 der Landwirtschaft 2017

Die Tierhaltung wird auch 2017 eines der bestimmenden Themen in der Landwirtschaft sein. Diesem Trend entsprechend widmet sich auch das "1x1 der Landwirtschaft 2017" der "Transparenz in der Tierhaltung". Interessierte Verbraucher können sich in dem kleinen Faltblatt über aktuelle Daten aus der Landwirtschaft informieren, darunter auch über den Tierbestand in den Bundesländern und in Europa.

Mehr noch: Der Beitrag zum Titelthema regt an, sich selbst ein Bild vom Tierwohl in den Ställen zu machen. Dazu gibt es das Projekt "EinSichten in die Tierhaltung", dem sich immer mehr Landwirte anschließen. Sie öffnen ihre Ställe für Besucher und suchen den Dialog mit dem Verbraucher. Für Schulklassen und Kita-Gruppen sind die Besuche in den Ställen besser als jede theoretische Behandlung des Themas. Das "1x1 der Landwirtschaft" gibt es hier.

Lehrermagazin: Mit Essen spielt man doch

Wenn Kinder bei Tisch lustlos im Essen herumstochern oder die Erbsen über den Teller kicken, dann heißt es oft: "Mit Essen spielt man nicht!" Dörthe Brandt ist da ganz anderer Meinung, wie sie der Redaktion vom "lebens.mittel.punkt" erläutert hat.

Einmal pro Woche geht Brandt zur Schule, um dort Dritt- bis Sechstklässlern den Spaß am Essen zu vermitteln. "KunstBauWerkstatt" nennt sich der freiwillige Kurs, den Brandt betreut. Und sie verwendet dabei Lebensmittel, denen sie mit den Kindern eine neue Bedeutung gibt. Damit sind keine Wortspiele mit Buchstabennudeln gemeint, sondern kleine Kunstobjekte aus dem, was im Schulgarten wächst oder vielleicht daheim im Obstkorb vergammelt.

Was Dörthe Brandt für Ideen hat, kann im i.m.a-Lehrermagazin nachgelesen werden. Sie finden es hier im webshop.

Aktionen und Termine

didacta: Dialog mit Lehrkräften

Schon mal vormerken: Im Februar findet wieder Europas größte Bildungsmesse statt, die didacta. Dort organisieren wir vom 14. bis 18. Februar die Gemeinschaftsschau "Landwirtschaft und Ernährung - erleben lernen". Gemeinsam mit einem Dutzend Partnern werden Themen der Landwirtschaft, Natur- und Ernährungsbildung präsentiert.

In Halle 5 des Stuttgarter Messegeländes wird ein kleines Wissensdorf mit vielfältigen Ständen errichtet, an denen wir uns auf den Dialog mit Lehrkräften, Referendaren, Erziehern und anderen interessierten Pädagogen freuen, für die auch wieder viele kostenlose Lehrmaterialien und neue Anregungen für den Unterricht bereitliegen.

Lernort Bauernhof: Tagung mit Experten

Der Bauernhof als außerschulischer Lernort erfreut sich steigender Beliebtheit. Immer häufiger wählen Lehrkräfte einen Besuch beim Landwirt, damit sich ihre Schüler über die Vermittlung theoretischen Wissens hinaus praktische Kompetenzen aneignen können. Andererseits haben auch immer mehr Bäuerinnen und Bauern, die ihre Höfe als Lernorte positionieren, Interesse an einer bauernhofpädagogischen Qualifizierung. Denn der "Lernort Bauernhof" ist schon lange mehr als nur ein Ort, an dem Kinder durchs Heu toben und Tiere streicheln können.

Für alle Akteure, die sich bei dieser Form der realitätsnahen Wissensvermittlung engagieren, gibt es vom 3. bis 5. März mit der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof e.V. (BAGLoB) eine Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Forum Lernort Bauernhof umfassende Informationen und Arbeitsgruppen bietet. Auch Exkursionen zu nahegelegenen Bauernhöfen, die als Lernorte fungieren, stehen auf dem Tagungsprogramm, über das man sich hier informieren kann.

Wettbewerb: Gewinnen mit Regionalität

Wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen - beim i.m.a e.V. ist das schon immer Thema. Mit diesem Wissen können Schüler jetzt gewinnen.

Beim Wettbewerb "Echt Kuh-l" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht es darum, die Vorteile regionaler Lebensmittel und die Arbeit der Bauern in der Region zu beschreiben. Denn sie sind es, die dafür sorgen, dass wir satt werden. Doch woran erkennt man regionale Produkte und wo kann man sie kaufen? Diese und andere Fragen gilt es beim Wettbewerb zu beantworten.

Infos dazu gibt es hier. Mitmachen können bis zum 31. März 2017 Schüler der Klassen drei bis zehn - sowohl als Klasse, Kleingruppe oder Einzelteilnehmer. Zu gewinnen gibt es neben Medaillen und Geldpreisen dreitägige Reisen nach Berlin und Tagesausflüge für die Gewinner in jeder Altersgruppe.

Leistungsschau: Ausbildung mit Perspektiven

In Kürze startet der mittlerweile 33. Berufswettbewerb der deutschen Landjugend. Er findet alle zwei Jahre statt. Mehr als zehntausend junge Männer und Frauen zeigen, was sie gelernt haben - als Land- oder Forstwirt, als Tierhalter, in der Hauswirtschaft oder beim Weinbau.

Neben theoretischem Wissen werden praktische Fähigkeiten bewertet. Dabei werden die Besonderheiten in den Betrieben der Auszubildenden und auf den Feldern berücksichtigt. Da jeder Hof seine Eigenarten hat und z.B. die Bewertung eines Stalls auf Tierkomfort unterschiedlich sein kann, wurden die praktischen Aufgaben so gestaltet, dass sie bereits vorab veröffentlicht werden können.

Die Vorentscheide beginnen am 7. Februar 2017 an den Berufs- und Fachschulen. Sie dauern bis Ende April. Der Bundesentscheid startet am 12. Juni in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern), wo dann vier Tage später auch das Finale stattfindet und die Sieger ermittelt werden. Infos gibt's hier.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: "Heimat und Welt 5/6 Geographie"

Im Bildungsplan von Baden-Württemberg ist für den Jahrgang 5/6 vorgesehen, dass die Schüler die wirtschaftliche Nutzung von Räumen darstellen und einfache Wechselwirkungen zwischen dem Naturraum und der Vielfalt menschlichen Handels erklären. Diese Aufgabe erfüllt das Buch "Heimat und Welt 5/6 Geographie" für Realschulen vom Westermann Verlag. Landwirtschaftliche Themen werden in dem Buch auf 26 Seiten behandelt.

Anhand eines Betriebsbeispiels sollen die Schüler mithilfe des Lehrbuchs die Abhängigkeit der Landwirtschaft von der naturräumlichen Ausstattung und vom Markt herausarbeiten. Die Doppelseite "Auch der Verkauf ist wichtig" berichtet über den Spargel- und Erdbeeranbau auf dem Bauernhof von Bernd Wesche und Rolf Bertholt. Die insgesamt acht weiterführenden Materialien ergänzen den Text oder visualisieren ihn. Vor allem die Quellentexte der beiden Landwirte enthalten wichtige Informationen zum Anbau von Sonderkulturen in der oberrheinischen Tiefebene und zu Vermarktungsmöglichkeiten. Die Aufgaben ermöglichen eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema. Eine kleine Karte Baden-Württembergs ermöglicht es, den Standort des Bauernhofs zu lokalisieren und eine räumliche Einordnung vorzunehmen. Bei Betrachtung der Doppelseite fällt auf, dass die Schüler aufgrund der zahlreichen Materialien zwar viele Informationen erhalten, diese aber sehr fragmentiert sind. Die Schüler müssen daher ein hohes Maß an Vorkenntnissen besitzen, um die zahlreichen Materialien auswerten zu können und die Informationen zu verarbeiten.

Der Text auf der Doppelseite "Auf Klima und Boden kommt es an" beschreibt sehr anschaulich, weshalb sich einige Regionen in Deutschland für Ackerbau eignen und in anderen Regionen hauptsächlich Viehhaltung betrieben wird. Es werden exemplarisch zwei Betriebe vorgestellt, ein Ackerbaubetrieb aus der Magdeburger Börde und ein Betrieb mit Grünlandwirtschaft in Niedersachsen. Die Texte sind sehr umfangreich, aber schülergerecht geschrieben. Auch hier erhalten die Schüler wieder die Möglichkeit, die beiden Betriebe zu lokalisieren.

Die Praxisseite "Wir erkunden einen Bauernhof" liefert wichtige Informationen zur Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes. In Form einer Checkliste bekommen die Schüler wesentliche Aspekte zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Erkundung zur Verfügung gestellt. Insbesondere der Link zur Homepage vom "Lernort Bauernhof" in Baden-Württemberg kann für die Planung einer Erkundung sehr hilfreich sein. Die Schüler können somit ihren Besuch auf einem Bauernhof selbstständig planen und die regionale Landwirtschaft kennenlernen.

Zusammenfassend betrachtet informiert das Lehrwerk sachlich über das Thema Landwirtschaft und bietet differenzierende Aufgabenstellungen. Die zahlreichen Materialien liefern wichtige und weiterführende Informationen, jedoch erscheinen die Seiten durch die Vielzahl an Materialien etwas unübersichtlich. Besonders lobenswert sind die Anregungen zum außerschulischen Lernen, damit die Schüler das Gelernte anwenden und vertiefen können.

P.Gaffga, N.Kreuzberger, K.Lemke, J.Nebel, R.Theophil (Hrsg.): "Heimat und Welt 5/6 Geographie", differenzierende Ausgabe, Baden-Württemberg; 2016. Westermann Buchverlage. 244 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 22,95 Euro. ISBN: 978-3141149715.

Die ungekürzte Rezension des Buches finden Sie hier als PDF-Datei.

Mini-Milch-Buch: "Bei Ben auf dem Bauernhof"

Für kleine Leute zwischen drei und fünf Jahren ist das Mini-Milch-Buch "Bei Ben auf dem Bauernhof" ein liebevoller Einstieg, um die Welt der Landwirtschaft kennenzulernen. Moritz fährt mit seinem Papa auf einen Bauernhof. Dort lebt Ben. Er zeigt Moritz wie es bei der Maisernte zugeht, wie die Kühe leben, Kälber gefüttert werden und wie unsere Nahrungsmittel entstehen.

Auf 24 handlichen Seiten hat die Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Niedersachsen e.V. ein kindgerechtes Buch herausgebracht, dessen Zeichnungen und Texte unterhaltsam und leicht verständlich sind. Am Ende des Buches gibt es noch ein kleines Bilderrätsel, bei dem die Kinder anhand von Ausschnitten der Illustrationen erkennen sollen, von welchen Seiten(zahlen) sie stammen. Format und Aufmachung erinnern an die erfolgreichen Pixi-Bücher, die auch heute noch für Generationen von Kindern eine erste Begegnung mit Büchern bedeuten.

Das Buch "Bei Ben auf dem Bauernhof" kann bei der LVN kostenlos angefordert werden: Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Niedersachsen e.V., Seelhorststraße 4, 30175 Hannover.

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Serie: Die Landwirtschaft in...

Mecklenburg-Vorpommern

Was ist typisch für die Landwirtschaft in einem Bundesland, was prägt sie besonders? In unserer Serie ergründen wir Klischees und listen Fakten auf. So entsteht ein Bild von unserer Landwirtschaft, wie es Statistiken allein nicht bieten können.

Wenige Menschen, viel Landschaft - so sieht's in "Meck-Pomm" aus. Im Nordosten Deutschlands gibt es mit nur 8,1 Prozent den geringsten Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen und mit 71 Einwohnern pro Quadratkilometer die bundesweit dünnste Besiedelung. Mecklenburg-Vorpommern ist ein eher stilles Land, das Menschen wie den deutschen Bundespräsidenten hervorgebracht hat. Es heißt, man sei hier verschwiegener als andernorts. Sogar die Ostseebrandung ist im Gegensatz zu ihrer westlichen Schwester nur selten aufbrausend.

Fast 22 Prozent des Landes sind bewaldet und mit gut sechs Prozent der Landesfläche hat Mecklenburg-Vorpommern so viele Wasserflächen wie kein anderes deutsches Flächenland. Das Bundesland fasziniert mit unberührter Natur, hunderten Naturschutzgebieten, drei deutschen Nationalparks, fünf Naturparks, drei Biosphären-Reservaten, mehr als zweitausend Seen und einer vielfältigen Küstenlandschaft. Dort leben von den 1,6 Millionen Einwohnern des Landes denn auch die meisten Menschen - von der maritimen Wirtschaft und dem Tourismus. Der größte Arbeitgeber des Landes, die Kreuzfahrtreederei Aida, verbindet beides und beschäftigt 8.300 Menschen.

Drei Mal so viele sind in 4.700 landwirtschaftlichen Betrieben tätig. Sie bewirtschaften insgesamt 1,34 Millionen Hektar, was etwa zwei Dritteln der Wirtschaftsfläche des Landes entspricht. Doch der hohe Anteil Agrarfläche darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ackerfläche auch zwischen Seenplatte und Ostsee immer weniger wird; seit 1990 um 4,7 Prozent. Das hat zur Folge, dass die Bodenpreise steigen - so stark wie nirgendwo in Deutschland. Allein zwischen 2005 und 2014 haben sich die Hektarpreise in Mecklenburg-Vorpommern vervierfacht. 2015 wurde die magische Grenze von 20.000 Euro für einen Hektar Agrarfläche überschritten.

Hohe Bodenpreise steigern das wirtschaftliche Risiko bei Ernteausfällen. So lag die letzte Getreideernte 2016 mit 3,5 Millionen Tonnen um ein Viertel unter der des Vorjahres und um 16 Prozent unter dem sechsjährigen Mittel. Auch beim zweitwichtigsten Anbauprodukt, dem Raps, gab es einen Ernterückgang um 33 Prozent gegenüber 2015. Ursachen für die niedrigsten Erträge seit 2011 waren neben Kahlfrösten andere wetterbedingte Wachstumsschäden.

Damit wurden 2016 in Mecklenburg-Vorpommern 63 Dezitonnen Getreide pro Hektar weniger eingefahren - zwölf Prozent unter dem deutschen Mittelwert. Noch ein Jahr zuvor lag man um zehn Prozent darüber. Beim Raps fiel das Land 2016 mit einem Ertrag von 27,5 Dezitonnen pro Hektar sogar um 21 Prozent unter das bundesweite Ergebnis. Auch dort war man ein Jahr zuvor noch besser positioniert.

Derartige Ernteeinbrüche können einen Landwirt schnell in den Ruin treiben, zumal, wenn 75 Prozent der Ackerfläche für Getreide und Ölfrüchte genutzt werden und wenn die Bodenqualität aufgrund ihres eiszeitlichen Ursprungs bei weitem nicht so ertragssicher ist wie etwa in der Magdeburger Börde. Darum nutzen die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern große Flächen, um einigermaßen ertragreich wirtschaften zu können. Während ein durchschnittlicher Betrieb in Deutschland 57 Hektar bewirtschaftet, sind es in "Meck-Pomm" vier Mal so viel. 16 Einzelbetriebe verfügen sogar über Flächen von jeweils mehr als tausend Hektar Acker- und Grünland. Große Flächen sind nicht zuletzt auch ein Erbe aus Zeiten der ostdeutschen Planwirtschaft, nach deren Pleite sich in "Meck-Pomm" Agrar-Genossenschaften als alternative Betriebsmodelle neu aufgestellt hatten.

Wo wenig Menschen leben, ist viel Platz für Tiere. Das gilt besonders für die Hühnerhaltung. So hat das statistische Landesamt bei der letzten Zählung fast 2,7 Millionen Haltungsplätze bei 87 Prozent der Legehennenbetriebe gezählt, die zum Teil über bis zu hunderttausend Plätze verfügen. Durchschnittlich legen die Hennen in Mecklenburg-Vorpommern 289 Eier pro Jahr, so dass eine Jahresproduktion von mehr als 638 Millionen Hühnereiern zustande kommt.

Während der ökologische Anteil an der Hühnerhaltung bis 2012 kontinuierlich stieg, war er in den nachfolgenden zwei Jahren rückläufig. Der Anteil an Plätzen für die Hennenhaltung ging um 7,6 auf 25,2 Prozent zurück. Auch die Bodenhaltung reduzierte sich anteilsmäßig auf 27 Prozent, während die Freilandhaltung auf 47,8 Prozent anstieg. Ausreichend Freiräume sind im Land eben keine Mangelware.

Das gilt auch für die Großviehhaltung. Mit gerade mal 0,4 "Großvieheinheiten" pro Hektar bietet Mecklenburg-Vorpommern seinen Tieren im bundesweiten Vergleich am meisten Platz. So stehen auf den Feldern und in modernen Laufställen etwa 561.000 Rinder, von denen ein Drittel Milchkühe sind.

Die Milchviehwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist mit mehr als 800 Betrieben und etwa 179.000 Tieren ein wichtiger Produktionszweig. Er belegt mit einer durchschnittlichen Milchleistung von jährlich 9.400 Litern pro Kuh und Herdengrößen von mehr als 200 Tieren (Bundesdurchschnitt 56 Tiere) einen Spitzenplatz in Deutschland.

An der bundesdeutschen Tierhaltung beträgt der Anteil Mecklenburg-Vorpommerns bei Rindern jedoch weniger als fünf Prozent, bei Schweinen liegt er unter drei Prozent. Hier hat der Bestand von 2015 auf 2016 um 5,3 Prozent auf 763.295 Tiere zugenommen.

Etwa 80.000 Tonnen Fleisch wurden zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern verarbeitet. Mit einer Differenz von gerade mal 660 Tonnen wurde fast gleich viel Rinder- und Schweinefleisch erzeugt. Von den 70.700 Schafen wurden 12.359 Tiere geschlachtet. Interessant: Die Hausschlachtungen von Lämmern haben sich innerhalb von fünf Jahren von mehr als 1.100 auf 442 verringert. Dagegen hat sich die Zahl der Hausschlachtungen von Pferden mit 19 mehr als verdoppelt.

Der relativ geringe Tierbestand wirkt sich auch auf den Bedarf an Futterpflanzen aus. Vor 25 Jahren wurden sie noch auf 214.000 Hektar angebaut - fast 19 Prozent des Ackerlandes in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 42 Prozent davon entfielen auf Silomais. Der inzwischen gesunkene Futterbedarf wird seit zehn Jahren durch Biogasanlagen kompensiert. Deren Bedarf liegt inzwischen bei mehr als 13 Prozent des Ackerlandes. Für den Anbau nachwachsender Rohstoffe werden bereits mehr als 100.000 Hektar genutzt. Zusammen mit den landwirtschaftlichen Flächen, auf denen Windparks stehen, dienen die alternativen Energiequellen zur weiteren Existenzabsicherung in der Landwirtschaft.

Dagegen mögen die Hausschlachtungen wie aus einer anderen landwirtschaftlichen Epoche anmuten. Doch in Mecklenburg-Vorpommern wird in der Vermarktung von Nahrungsmitteln auf Regionalität gesetzt. Im ganzen Land findet man Hofläden und Hof-Cafés, die ihre speziellen Fleisch- und Wurst-Spezialitäten anbieten; und natürlich Fisch wie den "Ostseeschnäpel", eine Lachsart, die es nur in der Boddenlandschaft gibt.

Allgegenwärtig scheint hingegen die "mecklenburgische Zitrone" zu sein - der Sanddorn. Die sauren Früchte des Strauchgewächses sind wahre Vitamin-C-Bomben und werden nicht nur als Heilmittel verkauft, sondern auch als Marmeladen oder Honig, als Fruchtbonbons oder -schokoladen, als Säfte, Wein und Schnaps.

Wo es Schnaps gibt, ist Bier nicht weit. Während die Zahl der Brauereien in Bayern abnimmt, werden es in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr. Von der kleinen Inselbrauerei auf Usedom bis zu Großbrauereien rühmt sich "Meck-Pomm" einer langen Brautradition, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, als Mönche im Darguner Kloster Bier produzierten. Sein Rohstoff Gerste wird auf 12,5 Prozent der Ackerfläche des Landes angebaut. Doch die reicht so wenig wie der Hopfen, der im Land geerntet wird, um daraus die landesweit mehr als drei Millionen Hektoliter Bier pro Jahr zu brauen.

Exportiert hingegen werden Erdbeeren (in andere Bundesländer). Die Obstbauern konnten sich in der vergangenen Saison über die Ernte von 9.707 Tonnen Sammelnussfrüchten freuen - so viel wie nie zuvor. Auf 811 Hektar, der größten bisher erreichten Anbaufläche, wurde die Erdbeerernte durch die Kultivierung unter Folientunneln begünstigt. Dagegen schrumpfte die Fläche von Strauchobst um mehr als 130 Hektar. Der Grund: Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurden Schwarze Johannisbeeren großflächig gerodet.

Auf Wachstumskurs hingegen ist die Obst- und Gemüseproduktion auf den mehr als 4.000 Hektar der ökologisch betriebenen Landwirtschaft, wie ohnehin dieser Agrarzweig insgesamt vor Prosperität zu strotzen scheint. Er belegt 9,3 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Mecklenburg-Vorpommern und bringt das Land damit bundesweit an die Spitze des Öko-Landbaus (Durchschnitt sechs Prozent). Aktuell sind in "Meck-Pomm" 1.089 Betriebe nach der EG-Ökoverordnung zertifiziert. Die Landesregierung strebt weiteres Wachstum an: Bis 2020 sollen jährlich weitere 5.000 Hektar ökologisch bewirtschaftet werden. Mittelfristig will man 150.000 Hektar bzw. 13 Prozent der gesamten Agrarfläche des Landes dem Öko-Landbau zuführen.

Ökologische und konventionelle Landwirtschaft sowie die Forst- und Fischereiwirtschaft tragen zusammen mit 3,4 Prozent zur Bruttowertschöpfung des Landes bei. Sie beschäftigen mit ihren nachgelagerten Bereichen in rund 5.000 Unternehmen ca. 22.000 Menschen. Damit ist die Landwirtschaft der größte Arbeitgeber in den Weiten von Mecklenburg-Vorpommern.

Rund 35 Prozent der 1,2 Millionen Mecklenburger und etwa 400.000 Pommern leben auf dem Land. Hier liege die Zukunft, sagen Experten - neben dem Tourismus und dem Gesundheitswesen. Während der industrielle Sektor schwächelt, erzielt die Ernährungswirtschaft mit den von den Landwirten erzeugten Nahrungsmitteln bereits ein Drittel der Umsätze des verarbeitenden Gewerbes. Dort gäbe es noch viel Potenzial. Die Bauern hören das gern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise:

Archiv, BDL, BMEL, i.m.a, LVN, MedienDienst Schwintowski, Penndorf, pixaybay.com, privat, Westermann Verlage.

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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