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Newsletter Juli 2013

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Newsletter Juli 2013

i.m.a aktuell

  • i.m.a-Wissenshof auf der "Foire Agricole" in Luxemburg
  • Die neue 3-Minuten-Information "Flächenverbrauch"
  • Das Lehrermagazin lebens.mittel.punkt 02/2013
  • Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulmaterial: Der Bauernhof. Kernthemen des Sachunterrichts fächerübergreifend erschließen. Grundschule, alle Bundesländer. Brigg Pädagogik Verlag.
  • Schulmaterial: Oktopus Kopiervorlagen. Landwirtschaft hier und anderswo. Erdkunde, alle Bundesländer. Klett-Perthes Verlag.
  • Das Rind. On! DVD Bildungsmedien. medienblau gGmbH.
  • Grimms Bauern. Märchen und Geschichten vom Leben auf dem Lande. Verlag Drei Wege.

Sonstiges

  • WissensWerte zur Tomate
  • Korn und Stroh in rund und eckig
  • Landwirtschaft gestern und heute

i.m.a aktuell

i.m.a-Wissenshof auf der "Foire Agricole" in Luxemburg


Der erste Auslandsauftritt des "ErlebnisBauernhofs mobil" auf der "Foire Agricole" in Ettelbrück/Luxemburg am ersten Wochenende im Juli fand nach drei informativen und unterhaltsamen Tagen seinen Abschluss. Beinahe 35.000 Besucher aus Luxemburg und den angrenzenden Ländern besuchten die mit 240 Ausstellern größte Landwirtschaftsmesse Luxemburgs. Zahlreiche Gäste nutzen die Möglichkeit, die auf dem Ausstellungsgelände verteilten Elemente des Veranstaltungshighlights "ErlebnisBauernhof mobil" zu erkunden. Auf vielfältige Weise erfuhren die zahlreichen Besucher Hintergründe und Informationen über die Leistungen, Herausforderungen und Erfolge einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft. Vor allem bei den kleinen Besuchern war die Getreidetheke als ein Element des i.m.a-Wissenshofs sehr beliebt. Dort konnten die Kinder den Weg vom Korn zum Brot "begreifen" und sich an einer Getreidemühle im Korn mahlen üben.

Der "Erlebnis: Bauernhof mobil" ist eine gemeinsame Initiative des Vereins information.medien.agrar (i.m.a), des Deutschen Bauernverbandes und der FNL unter federführender Koordination der FNL. Unterstützt wird die Veranstaltungsserie durch die Landwirtschaftliche Rentenbank und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Weitere Informationen über die Messe stellt die Internetseite http://www.fae.lu/de bereit.

Die neue 3-Minuten-Information "Flächenverbrauch"


Der Flächenverbrauch zählt zu den größten Umweltherausforderungen. Aus Sicht von Landwirtschaft und Verbrauchern geht die unvermehrbare Ressource Boden und damit die Produktionsgrundlage für den Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie von nachwachsenden Rohstoffen verloren. Auch der Natur- und Landschaftsschutz ist betroffen, denn durch den Flächenverbrauch werden Landschaften zerschnitten und Lebensräume für Tiere und Pflanzen bedroht.

Mehr über den Rückgang landwirtschaftlicher Nutzflächen, seine Folgen für Mensch, Tier, Natur und Landwirtschaft sowie mögliche Gegenmaßnahmen erfahren Sie in der 3-Minuten-Information "Flächenverbrauch". Die handliche Broschüre im Postkartenformat wird von der i.m.a kostenlos angeboten und kann im Webshop bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Das Lehrermagazin leben.mittel.punkt 02/2013


Mit dem "lebens.mittel.punkt" gibt der i.m.a e.V. Lehrerinnen und Lehrern neue Anregungen für eine spannende, fächerübergreifende Unterrichtsgestaltung in der Primar (P)- und Sekundarstufe (S) zu den Themen Natur, Landwirtschaft und Ernährung. Den Schwerpunkt des Magazins bilden die Unterrichtsbausteine: Übersichtlich gegliedert und reich bebildert, vermitteln die Sachinformationen wichtiges Hintergrundwissen zum jeweiligen Thema. Ideen für die kreative Unterrichtsgestaltung geben die methodisch-didaktischen Anregungen sowie mehrere Arbeitsblätter, die als Kopiervorlagen genutzt werden können. Die Lernziele und zu erwerbenden Kompetenzen runden neben den Links und Literaturempfehlungen das Angebot ab.

Die neue Ausgabe des i.m.a. - Lehrermagazins bietet Pädagogen vier Unterrichtsbausteine zu den Themen:

  • Da brummt und summt es - Hummeln und andere Wildbienen
  • Mehr Lebensraum für die Vielfalt der Arten - Ökologische Aufwertung von Eh da-Flächen
  • Der Boden wird knapp - Weniger Flächen für die Landwirtschaft
  • Gesundes in pflanzlichen Lebensmitteln - Sekundäre Pflanzenstoffe

Außerdem informiert das Heft zum Beginn des neuen Schuljahres über Hoffeste, über die freiwillige Erntehilfe sowie über das Projekt "EinSichten in die Tierhaltung", bei dem Höfe ihre Tore auch für Schulklassen öffnen. Daneben wird die Veränderung der Landwirtschaftsfläche beleuchtet und ein Landwirt berichtet über seinen Berufsalltag. Versuchsanleitungen, Ausflugstipps und Rezepte runden das Angebot ab. Als gedruckte Ausgabe kann das viermal jährlich erscheinende Lehrermagazin gegen eine Schutzgebühr von 3 Euro direkt beim i.m.a e.V. bestellt werden. Auch die digitale Version des Magazins ist ab sofort zum kostenlosen Herunterladen im Internet hier verfügbar.

Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor


Um Kindern, Jugendlichen und auch interessierten Erwachsenen Einblicke in die moderne Tierhaltung zu ermöglichen, empfiehlt sich die Besichtigung eines Betriebes. In unserer Rubrik "Exkursionen in die Landwirtschaft" stellen wir daher Betriebe vor, die sich im Rahmen des Projektes EinSichten in die Tierhaltung engagieren.

Wir setzen unsere Exkursionen-Serie durch die Welt der Tierhaltungs-EinSichten mit dem Betrieb von Familie Bagert, im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen, fort. Auf dem landwirtschaftlichen Hof leben rund 720 Mastschweine. Seit Kurzem nimmt der Betrieb am Projekt EinSichten in die Tierhaltung teil und erfreut sich großer Besucherzahlen.

Familie Bagert bietet die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der modernen Schweinemast zu machen. Dazu haben Sie ein großes Fenster in die Außenwand des Maststalls mit einem Podest davor gebaut. Hier kann jeder in eines der  Mastschweineabteile sehen. Das Fenster ist ohne Anmeldung zugänglich, im Gegensatz zum Abenteuerhofbereich, der nur auf Voranmeldung für Gruppen zur Verfügung steht.

Mehr Einblick in die unterschiedlichen Lebensbereiche der Tiere erfahren/gewinnen auch Schulklassen. Abgerundet wird das Angebot des Hofes durch einen Naturspielplatz und die Möglichkeit Kindergeburtstage auf dem Abenteuerhof zu feiern. Mehr Informationen über den landwirtschaftlichen Betrieb finden Sie hier.

(Fotos: Stephan Wolfert, WLV)

Für Sie gelesen und getestet

Schulmaterial: Der Bauernhof. Kernthemen des Sachunterrichts fächerübergreifend erschließen. Grundschule, alle Bundesländer. Brigg Pädagogik Verlag.

Die Themenmappe wird in erster Auflage (2010) vom Brigg Pädagogik Verlag veröffentlicht und ist für den Sachunterricht in der 2. und 3. Jahrgangsstufe an Grundschulen in allen Bundesländern geeignet. Zusätzlich zur Themenmappe bietet der Verlag unterschiedliche Bögen mit Aufklebern zum Schwerpunktthema Landwirtschaft an.

Das Unterrichtsthema "Landwirtschaft" wird im Rahmen der Kapitel "Bauernhof heute", "Maschinen und Technik", "Produkte", "Rund um den Bauernhof" und "Besuch auf dem Bauernhof" thematisiert und umfasst insgesamt 60 Seiten.

Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Menschen, die den landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften. Die Schülerinnen und Schüler erhalten beispielsweise Einsicht in die Arbeitsabläufe innerhalb eines Jahres sowie deren Nutzung unterschiedlicher Landmaschinen.

Besonders hervorzuheben ist die ausführliche Vorbereitung für die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Lehrkraft werden zahlreiche Materialien und Themenvorschläge für ein solches Vorhaben zur Verfügung gestellt. Des Weiteren ist der unterschiedliche Schwierigkeitsgrad der Aufgaben hilfreich, der grundlegende Formen der Binnendifferenzierung ermöglicht.

Die Themenmappe setzt die Anforderungen der unterschiedlichen Lehrpläne um. Aus Sicht der Landwirtschaft fehlen jedoch grundlegende Themen wie zum Beispiel die Darstellung der Fleischerzeugung. Des Weiteren wäre es wünschenswert, einen größeren Schwerpunkt auf das handlungsorientierte Lernen zu legen, da die Thematik eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des entdeckenden Lernens zu eigenen Erkenntnissen zu leiten.Das Bildmaterial, die Grafiken und Karten, überzeugen durch ihre Aussagekraft und sind altersgemäß gewählt.

Es bietet sich an, die Themenmappe als Ergänzung für das Schulbuch zu nutzen. Ein großer Anteil der Aufgabenstellungen kann auch fächerverbindend mit dem Deutschunterricht bearbeitet werden.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite: http://www.ima-agrar.de

Schneider, S. (1. Auflage, 2010): Der Bauernhof. Kernthemen des Sachunterrichts fächerübergreifend erschließen. Augsburg: Brigg Pädagogik Verlag GmbH, ISBN: 978-3-87101-681-3 , DIN A 4, 60 Seiten, Preis: 19,80 Euro

 

Schulmaterial: Oktopus Kopiervorlagen. Landwirtschaft hier und anderswo. Erdkunde, alle Bundesländer. Klett-Perthes Verlag.


Die Unterrichtsmaterialien "Oktopus Kopiervorlagen. Landwirtschaft hier und anderswo" werden von der Klett-Perthes Verlag GmbH veröffentlicht und können als Zusatzmaterialien beispielsweise im Erdkundeunterricht angewendet werden. Die Materialien richten sich an Schülerinnen und Schüler der 5. - 8. Jahrgangsstufen aller Bundesländer und Schulformen.

Das Thema "Landwirtschaft" wird auf insgesamt 33 Seiten mit den Themen Globalisierung, Obstanbau, Weinanbau, Grünlandwirtschaft, Milchproduktion, Fleischrinderhaltung, Schafhaltung ect. behandelt.

Aufgrund des recht ausgeglichenen Anteils von mathematischen, deutschen und geografischen Themeninhalten bietet es sich außerdem an, die Materialien fächerverbindend zu verwenden. Das Thema „Mixed farming auf Gorfen Lech“ kann auch im Rahmen des bilingualen Unterrichts genutzt werden.

Der Schwerpunkt der Unterrichtsmaterialien liegt auf der weltweiten Herkunft unterschiedlicher landwirtschaftlicher Erzeugnisse und deren Transport nach Deutschland. Auf diese Weise wird das prozessorientierte Lernen der Schülerinnen und Schüler gefördert. Darüber hinaus erhalten sie in Ansätzen Einblicke in die globalisierten Märkte und werden dazu angeleitet sich selbst als Konsument solcher Produkte wiederzufinden.

Die Unterrichtsmaterialien setzen die Anforderungen der unterschiedlichen Lehrpläne um. Es wäre jedoch wünschenswert, den Lehrkräften auch Anregungen zum außerschulischen Lernen zu geben, beispielsweise durch Materialien zur Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes, einer Genossenschaft, einem milchverarbeitenden Betriebes etc. Auf diese Weise könnte das entdeckende Lernen gefördert werden.

Das Bildmaterial, die Grafiken und Karten, überzeugen durch ihre Aussagekraft und sind altersgemäß gewählt. Einige Seiten sind jedoch ein wenig unübersichtlich gelayoutet und könnten besser auf mehrere Arbeitsblätter verteilt werden.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite: http://www.ima-agrar.de.

Hell, K. und Kirch, P. (Hrsg.), (2005): Oktopus Kopiervorlagen. Landwirtschaft hier und anderswo. Gotha: Klett-Perthes Verlag GmbH. ISBN:978-3-623-20710-0, Broschur, 33 Seiten, 17,50 Euro.

Das Rind. On! DVD Bildungsmedien. medienblau gGmbH.


Die ON! DVD "Das Rind" aus der Reihe "Tiere auf dem Bauernhof" der medienblau gGmbH zeigt, wie Rinder aussehen, wie sie leben und warum Rinder immer kauen. Was sie fressen und unter welchen Bedingungen sie auf kleinen Bauernhöfen und in Großbetrieben aufwachsen, wird in einer Reportage herausgestellt. Es wird klar, welch große Bedeutung Milch, Milchprodukte und Fleisch für unsere Ernährung haben. Dabei wird auch auf den Einfluss der Konsumenten auf die Haltungsformen der Tiere eingegangen. Ökologische und konventionelle Aspekte werden mit Vor- und Nachteilen gegenübergestellt. Ergänzend möchte das i.m.a-Team hinzufügen, dass Milchkühe mittlerweile im Durchschnitt 22 Liter Milch am Tag geben.

Das Medium kann fächerübergreifend im zum Beispiel Heimat- und Sachkundeunterricht oder später auch im Biologieunterricht eingesetzt werden. Vor allem die methodische Vielfalt und die didaktischen Hilfegebungen sprechen für diese DVD. Die Reportage "Zu Besuch bei Milchbauern" wird ergänzt durch drei grafisch animierte Erklärfilme, Arbeitsmaterialien für den Unterricht und einen interaktiven Online Wissenstest für die Schüler sowie einem medienpädagogischen Projektvorschlag für die Lehrkraft. Dieser ist auf sechs Unterrichtstunden im Laufe einer Unterrichtseinheit ausgelegt. Die vorhandenen Unterrichtsmaterialien zeigen einen möglichen Unterrichtsverlauf des Audioprojektes auf. Bei Bedarf können Sie weitere Unterrichtstunden einfügen, um Aufgaben umfassender bearbeiten zu können oder dem Leistungsstand der Klasse anzupassen. Die Unterrichtsmaterialien richten sich vornehmlich an SchülerInnen der Klassen 1 bis 4.
 
Die Schullizenz beträgt 98,- Euro. Einige Inhalte (Video-Ausschnitte und PDF-Dateien) der DVD können vor dem Kauf hier eingesehen werden.

Grimms Bauern. Märchen und Geschichten vom Leben auf dem Lande. Verlag Drei Weg


Vor rund 200 Jahren erschienen die „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm. Unter den etwa 200 Märchen und Geschichten sind etwa zwei Dutzend, in denen Bauern die Hauptakteure sind. Sie sind in diesem Buch erstmals versammelt. „Grimms Bauern“ sind oft sehr arm oder sehr reich. Häufig überlisten die Armen mit Bauernschläue die Reichen. Andere wiederum haben Probleme mit ihrer Gattin oder dem bäuerlichen Nachwuchs. Weil es aber Märchen sind, verkehren sich oft vermeintlich unlösbare Probleme auf wundersame Weise in Glück und Wohlstand. Wie viele der bekannteren Grimmschen Märchen regen „Grimms Bauern“ auf phantasievolle Weise zum Nachdenken über menschliche Werte an.

In dieser Auswahl wird speziell dem bäuerlichen Berufsstand der Spiegel vorgehalten. Schön gestaltet, klassisch aber mit Witz, ermöglicht die Zusammenstellung eine Zeitreise durch deutsche Landen mit Gleichnissen zum heutigen Leben.

Mildner, H. (Hrsg.), (1. Auflage 2013): Grimms Bauern: Märchen und Geschichten vom Leben auf dem Lande. Berkenbrück: Verlag Drei Wege, ISBN: 978-3941789029, Festeinband, 158 Seiten, Preis: 14,50 Euro.

Sonstiges

WissensWerte zur Tomate

Deutsche lieben Tomaten

Tomaten sind nicht nur gesund, sie beeindrucken auch durch ihre Vielfalt in Farbe und Form. Am häufigsten kommt die rotleuchtende Tomate auf den Markt. Es gibt sie aber auch von weiß über gelb, orange, violett, grün und sogar in schwarz, gestreift und marmoriert. Die Fruchtform variiert unter anderem zwischen rund, oval, flach, herz- oder birnenförmig. Sie enthalten eine Vielzahl an Vitaminen, aber auch Eisen, Zink und Kalium. Freiland-Tomaten enthalten zudem noch eine gute Portion Vitamin C, das bekanntlich das Immunsystem des Körpers unterstützt.

Nach botanischer Definition müssten Tomaten dem Obst zugeordnet werden, da sich die Früchte aus einer bestäubten Blüte entwickeln. Sie sind botanisch gesehen Beeren und gehören den Nachtschattengewächsen an. Der Name Nachtschattengewächs beruht darauf, dass alle Pflanzen dieser Familie Giftstoffe enthalten, die zu Vergiftungen (...nicht Schatten, sondern....Schaden) und auch zur Bewusstlosigkeit (...Umnachtung...) bzw. zum Tod führen können. Giftig sind die grünen Teile der roten Leckerei und sollten daher gemieden werden.

Im Wirtschaftsjahr 2012/2013 wurden pro Person etwa 20,6 kg Tomaten verzehrt; ein Jahr zuvor waren es noch 24,9 kg. Dennoch blieb die Tomate auf Platz 1 in den "Gemüse-unter-Glas-Charts". Mehr als 95 Prozent davon sind allerdings Importware aus zum Beispiel den Niederlanden, Italien oder Spanien. Angebaut werden Tomaten im Klein- und Erwerbsgartenbau fast nur noch unter Glas oder Folie, weil im Freiland die Kraut- und Braunfäule stark zugenommen hat und zum begrenzenden Faktor wurde. Die Anbaufläche unter Glas betrug in Deutschland im Jahr 2011 rund 321 Hektar mit einer Erntemenge von mehr als 76.000 Tonnen, gefolgt vom Feldsalat auf 275 Hektar und den Gurken mit einer Anbaufläche von 232 Hektar.

(Quellen: bbv-Pressedienst Nr.25, LWK NRW, Destatis)

Korn und Stroh in rund und eckig

Angesichts des langen Winters und der widrigen Witterungsverhältnisse im Mai und Juni, begann dieses Jahr die Getreideernte ein bis zwei Wochen später als üblich und läuft nun in Deutschland auf Hochtouren. Die Mähdrescher "fressen" sich durch die Getreidefelder und ernten das, was die Landwirte ausgesät und über zehn Monate gehegt und gepflegt haben.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilte, können aus der Erntemenge von 1 m² Getreideanbaufläche 1 kg Brot gebacken werden. Im vergangenen Jahr sind durchschnittlich 800 - 1000 g Getreide je m² Anbaufläche geerntet worden. Das Mehl von 800 g Getreide reiche zum Backen von mehr als 1 kg Brot. In einem solchen Brot sei dann das Mehl von 16.000 Getreidekörnern verarbeitet worden. Zur Ernte dieser Körnermenge haben die Landwirte im Herbst rund 400 Körner je m² ausgesät. Das 40-fache kann er dann im Sommer nach genügend Regen und Sonne sowie ackerbaulicher Pflege ernten.

Im Zuge der Getreideernte liegen zudem wieder riesige runde oder eckige Strohballen auf den Stoppelfeldern. Ein großes Exemplar kann bis 300 kg auf die Waage bringen. Die Zunahme der gelben Riesen auf dem Acker im Verlauf der vergangenen Jahre ist nach Angaben des RLV auf die Arbeitszeitersparnis zurückzuführen. Die je Hektar anfallende Strohmenge entspricht im Durchschnitt der 1,2-fachen Kornmasse. Bei einem Kornertrag von 80 dt/ha erntet der Landwirt durchschnittlich 90 dt Stroh (1 dt = 1 Dezitonne = 100 kg).

Während die Bergung von kleineren Strohballen oft Handarbeit erfordert und hierfür mehrere Arbeitskräfte nötig sind, kann die Bergung der großen Ballen von einer Arbeitskraft bewältigt werden. Hierzu nimmt der Landwirt die Ballen mit der Frontgabel des Treckers auf und transportiert sie zur Lagerstätte. Die Ballen werden in Tierhaltungsbetrieben als Einstreu verwendet. So können die runden Ballen im Stall einfach, wie ein Teppich, abgewickelt und anschließend mit der Gabel verteilt werden. Eckige Ballen eignen sich besonders für den LKW-Transport, weil die Ladefläche besser ausgenutzt wird. Ackerbaubetriebe verwenden das geerntete Stroh auch gern zur Düngung. Hierfür wird das zerkleinerte Stroh breitflächig auf dem Feld verteilt und anschließend mit dem Boden vermischt.

(Quelle: nach Rheinischer Landwirtschafts-Verband e.V.)

Landwirtschaft gestern und heute


In der Landwirtschaft sowie in anderen Wirtschaftszweigen vollzieht sich seit mehreren Jahrzehnten ein rasanter Strukturwandel als Ergebnis von technischem Fortschritt, Industrialisierung und Globalisierung. In dieser Rubrik unseres Newsletters stellen wir Ihnen mit ausgewählten historischen Bildern, Daten und Fakten verschiedene Meilensteine in der Veränderung der landwirtschaftlichen Produktionstechniken vor.

In Fortsetzung unserer Serie stellen wir in dieser Ausgabe die Kartoffelernte der vergangenen und heutigen Zeit gegenüber.

Die Kartoffelernte im Wandel der Zeit

Ursprünglich stammt die Kartoffel aus den südamerikanischen Anden und gelangte erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Dort schätzte man sie zunächst wegen ihrer hübschen Blüten als Zierpflanze. Nur mühsam fand sie ihren Weg auf unsere Teller. Mittlerweile sind Kartoffeln das beliebteste einheimische Gemüse und viertwichtigstes Nahrungsmittel der Welt. Daneben dienen sie aber auch als Futtermittel und Industrierohstoff. Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet.

Jahrhundertelang war die Kartoffelernte Handarbeit. Mit einer Forke oder auch einer Kartoffelhacke (dem Karst) hob der Bauer die Kartoffelnester aus der Erde. Anschließend wurden die Knollen, meist von Frauen und Kindern, eingesammelt. Daher hießen die Herbstferien früher auch Kartoffelferien.


Erst ab Anfang des vergangenen Jahrhunderts erleichterten erste Maschinen die Ernte. Als Alternative zur Handarbeit gab es nun den Kartoffelrodepflug, einen Einscharpflug, der die Kartoffeln aus dem Boden pflügte. Außerdem fand nun der sogenannte Schleuderroder, der von den Briten Hanson und Coleman 1852 entwickelt wurde, Anwendung. Pferde zogen eine anhebende und aufbrechende Schar mit nachfolgender drehender Spindel mit langen Zinken über die Dämme. Diese kreiste senkrecht zum Damm und schleuderte durch die an ihm befestigten Gabeln oder Zinken das Erd- und Kartoffelgemisch des Dammes in einer flachen Schicht rund zwei bis drei Meter zur Seite. Damit die Knollen nicht beschädigt wurden, war es bei der Konstruktion der Schleuderroder wichtig, dass die Gabeln bzw. Zinken des Schleuderrades weniger schlagend, sondern eher kehrend auf den Damm treffen. Der Antrieb des Schleuderrades erfolgte meistens über ein von den Rädern des Roders angetriebenes Winkelgetriebe, bei einigen Ausführungen aber auch durch die Zapfwelle eines Traktors.


Anders als beim gerade beschriebenen Roder schleuderte der später entwickelte Siebroder (auch Schwingroder oder Siebkettenroder genannt) die Kartoffeln nicht einfach aus dem Damm heraus, sondern der komplette Damm, oder auch mehrere, mit den Kartoffeln wird mittels einer waagrechten Schar auf ein Sieb gehoben. Durch dieses Sieb wird die Erde abgesiebt und die Kartoffeln bleiben in einer Reihe hinter der Maschine liegen. Bei einigen Varianten dieser Form von Rodern wurde das Sieb auch über die Zapfwelle hin und her bewegt.


Trotz der technischen Neuerungen mussten die Kartoffeln weiterhin von Hand eingesammelt bzw. "geklaubt" werden. Viele Knollen blieben mit Erde bedeckt liegen, so dass zum Schluss das ganze Feld geeggt wurde. Wieder begann das mühsame Aufsammeln in stets gebückter Haltung. Die Kartoffelstrünke kamen auf einen Haufen und die "Eggekartoffeln" mit auf den Wagen. Meist nach wenigen Tagen wurde dann der Acker für die Wintersaat gepflügt. Dabei gingen erneut Klauber mit dem Korb Furche für Furche nach und sammelten den Rest der Kartoffeln auf. Nach dem Transport zum landwirtschaftlichen Hof, wurden die Kartoffeln auf große Haufen geschüttet und in der Scheune getrocknet. Anschließend wurden sie "handverlesen" bzw. nach Größe und Güte sortiert. Unterschieden wurde in Kartoffeln für den Eigenbedarf und für die nächste Saat. Die Übrigen schüttete man in Säcke, wog sie ab und verkaufte sie. Die kleinen und beschädigten Kartoffeln wurden an die Tiere verfüttert.


Heute sind in modernen Betrieben nur noch Vollernter im Einsatz. Ein großes Pflugschar hebt die ganze Pflanze samt Knollen aus der Erde. Die so genannten Sechscheiben schneiden das Kartoffelkraut ab. Auf dem Rüttelband werden die Knollen von der Erde und den Steinen getrennt. Die Sternwalzen sorgen dafür, dass auch das letzte Kartoffelkraut auf den Acker fällt. Die Kartoffeln werden über ein Steilband nach oben transportiert, wo Menschen kontrollieren, dass alle Steine oder Erdklumpen entfernt wurden. Ein quer liegendes Förderband befördert die Kartoffeln in den Ladebunker oder auf einen Hänger. Die heutigen Vollernter können bis zu vier Kartoffelreihen gleichzeitig ernten und warten mit Vorratsbunker bis zu 15 Tonnen auf. Ausgestattet sind sie meist mit Touchscreen-Bildschirmen zur Überwachung des Erntevorganges bis hin zu Autopilotsystemen. Auch die marktgerechte Sortierung und Absackung erfolgt maschinell, entweder auf dem Roder oder aber auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.

Arbeiten, die früher viele Arbeitsgänge erfordert haben und besonders zeitintensiv waren, werden heute mithilfe von Maschinen oft in einem Arbeitsgang erledigt. Während im Jahr 1950 für den Anbau und Ernte eines Hektars (= 100 x 100 m) Kartoffeln noch 320 Arbeitsstunden nötig waren, sind es heute nur noch 25 Stunden.

Präzisionslandwirtschaft schont heute mit gezieltem Maschineneinsatz die Bodenstruktur, die Umwelt und den Geldbeutel des Landwirtes. Computertechnik, Satellitensteuerung, Luftbildauswertungen, Bodenanalysen und modernste Sensorik ermöglichen dabei eine optimale Ernte. Eine ökologische und ökonomische Effizienz von der man in der "guten, alten Zeit" bestenfalls träumen konnte.


Bildinformationen

Das erste Bild zeigt die Kartoffelernte mit einer Kartoffelhacke um 1930. Beim zweiten Bild handelt es sich um einen Schleuderroder, welcher über die Zapfwelle eines Traktors angetrieben wird. Das dritte Bild zeigt den nachfolgenden Siebroder mit Zapfwellenantrieb. Das mühsame Aufsammeln der Kartoffeln von Hand sehen Sie auf dem vierten Foto. Im letzten Bild ist die selbstfahrende vierreihige Kartoffelvollerntemaschine mit über 14 Meter Länge und 3,3 Metern Breite im Ganzen abgebildet. 490 PS treiben die Maschine voran.

(Bildquellen: historische Bilder von i.m.a e.V., Siebroder von Markus Hagenlocher,  Vollerntemaschine von Grimme/Werkfoto)

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