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Newsletter Juli/August 2016

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Newsletter Juli/August 2016

i.m.a aktuell

  • Lehrmaterial: Getreidetheke "to go"
  • Umfrage: Die Jugend mag die Natur
  • Wissenshof: Besucher-Magnet in Hamburg
  • EinSichten: Transparenz als Geschäftsidee
  • Lesenwert: Jetzt im Briefkasten

Aktionen und Termine

  • Endspurt: Gesundes Frühstück - immer ein Gewinn
  • Perspektive: Kita auf dem Bauernhof
  • Zentral-Landwirtschaftsfest: Auf nach München
  • Wettbewerb: Ideen fürs Land gesucht

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Sachunterricht 3./4. Klasse Natur und Leben"
  • Wissenswert: Hundert schlaue Antworten auf clevere Kinderfragen

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Ausgezeichneter (Lern)ort: Mehr als Teltower Rübchen

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Die Landwirtschaft in ... Brandenburg

i.m.a aktuell

Lehrmaterial: Getreidetheke "to go"

Sie gehört zu den attraktivsten Lehr- und Lernmaterialien, die wir anbieten: die i.m.a-Getreidetheke. Auf Messen und Veranstaltungen ist sie für Besucher immer der Anziehungspunkt, weil sich hier am besten die Unterschiede zwischen den Getreidearten veranschaulichen lassen. Jetzt gibt es die beliebte Getreidetheke auch für unterwegs, um die verschiedenen Getreidearten zu vergleichen und kennenzulernen. In sieben kleinen Klarsichtdosen sind mit Dinkel, Gerste, Hafer, Mais, Roggen, Triticale und Weizen die gängigsten Sorten abgefüllt. Alle Dosen sind in einem ca. 28 Zentimeter langen Zylinder zusammengeschraubt, so dass er sich nach Entnahme einzelner Getreidedosen auch leicht verkleinern lässt. Für einen Einführungspreis von sieben Euro gibt es die Getreidetheke "to go" ab sofort hier im i.m.a-Shop unter dem Stichwort.

 

Umfrage: Die Jugend mag die Natur

Wer bisher glaubte, junge Leute würden sich allein für Smartphones und andere elektronische Kommunikationsmittel interessieren, muss jetzt umdenken. Es ist die Natur, die neben all den technischen Novitäten bei der Jugend hoch im Kurs steht. Das hat eine erste Analyse einer repräsentativen Umfrage ergeben, die der i.m.a e.V. gemeinsam mit dem Deutschen Jagdverband e.V. und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. in Auftrag gegeben hatte. Danach sitzen mehr als achtzig Prozent der Jungen und Mädchen nicht nur vor dem Computer, sondern sind regelmäßig in der Natur unterwegs, wo sie "Freiheit" und "Abenteuer" schätzen. Diese ersten Ergebnisse der Trendanalyse "Fokus Naturbildung" sollen im Spätherbst 2016 durch die Auswertung weiterführender Details ergänzt werden.

Wissenshof: Besucher-Magnet in Hamburg

Wenn die Städter nicht auf den Bauernhof kommen, kommt der Bauernhof in die Stadt. So geschehen in Hamburg, wo der i.m.a-"Wissenshof" beim "MoPo Kindertag" im Stadtpark "Planten un Blomen" begeisterte. Mehr als 2.000 Kinder und deren Eltern versuchten sich beim (Holzkuh-) Melken, Butter schütteln und anderen unterhaltsamen Begegnungen mit landwirtschaftlichen Themen und Produkten. Mit seinem mobilen "Wissenshof" bietet der i.m.a e.V. auf vielen Veranstaltungen Kindern im Vor- und Grundschulalter vielfältige Gelegenheiten, spielerisch die Landwirtschaft zu entdecken; das nächste Mal vom 29. September bis 3. Oktober auf der Verbrauchermesse "Land & Genuss" in Dortmund und vom 6. bis 9. Oktober auf dem "ErlebnisBauernhof mobil" in Bonn.

EinSichten: Transparenz als Geschäftsidee

Wenn Hofbesucher sehen, wie verantwortungsvoll Tierhalter arbeiten, würden die Konsumenten erkennen, dass der Preis für Hähnchenfleisch in keiner vernünftigen Relation zum Aufwand steht. Davon ist Stefan Teepker überzeugt. Er betreibt mit seinem Bruder im Emsland Ackerbau, Saatgutvermehrung, Schweinemast und Hähnchenhaltung. Als Teilnehmer am i.m.a-Projekt "EinSichten in die Tierhaltung" hat Teepker seinen Hof geöffnet und lässt die Besucher durch ein Stallfenster in den Hähnchenstall blicken.

"EinSichten" haben sich jetzt auch Agrar-Journalisten aus Europa, Kanada und den USA verschafft, denn Tierhalter Teepker ist zugleich Vorsitzender der Jungen DLG, in der Nachwuchskräfte aus der Agrarbranche organisiert sind. Und als solcher geht er gerne ein paar Schritte weiter. So will Teepker, dass "die Menschen selbst entscheiden, wann sie herkommen und gucken wollen". Dafür will er seinen Stall künftig rund um die Uhr offen halten. Schon jetzt können auf Knopfdruck Videos abgespielt werden, die den Alltag in seinem Betrieb illustrieren.

Lesenwert: Jetzt im Briefkasten

Das neue Lehrermagazin ist da! In diesen Tagen steckt der "lebens.mittel.punkt" wieder in den Briefkästen der Abonnenten. Sie dürfen sich auf eine interessante und spannende Lektüre zur Geflügelhaltung sowie zu den "Dienstleistungen" freuen, die u.a. Bakterien, Algen, Springschwänze und Regenwürmer für unser Ökosystem erbringen. Wir informieren außerdem über Multikopter und biologischen Pflanzenschutz in der Landwirtschaft, über Mobbing in der Schule und bieten viele weitere Themen aus dem ländlichen und schulischen Alltag. Wer noch kein Abonnent ist, kann das i.m.a-Lehrermagazin hier anfordern oder gleich online lesen.

Aktionen und Termine

Endspurt: Gesundes Frühstück - immer ein Gewinn

Noch bis Ende August können sich Kindertagesstätten am Wettbewerb um die besten Frühstücksideen beteiligen. Einfach dokumentieren, wie mit den Kindern in der Kita gefrühstückt und worauf bei der Ernährung besonders geachtet wird. Anregungen dazu finden sich im Leitfaden "Gesundes Frühstück mit Getreide im Kindergarten", der im i.m.a-shop kostenlos angefordert oder heruntergeladen werden kann. Bei der vom i.m.a e.V. und seinen Partnern, der Initiative "Hafer Die Alleskörner" und dem Verband Deutscher Mühlen e.V., ausgerufenen Aktion wird eine Jury unter allen Einsendungen die vier besten Ideen mit je 150 Euro belohnen. Alle Details zum Wettbewerb finden sich hier.

Perspektive: Kita auf dem Bauernhof

Die Kindertagesstätte auf dem Bauernhof ist ein neuer Trend in der Landwirtschaft. Immer mehr Betriebe machen damit den jüngsten Verbrauchern und ihren Eltern ein sinnvolles Förder- und Erziehungsangebot. Denn nirgendwo besser als auf einem Bauernhof lässt sich bereits spielerisch erleben, wo und wie unsere Nahrungsmittel erzeugt werden. Für Bäuerinnen und Bauern, die sich für die Einrichtung einer Kita auf ihrem Hof interessieren, für Lehrkräfte und Kita-Personal gibt es jetzt eine Fachtagung, die rundum informiert. Sie wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof vom 2. bis 4. September 2016 in Barendorf bei Lüneburg organisiert. Weitere Infos gibt es hier.

Zentral-Landwirtschaftsfest: Auf nach München

Nur alle vier Jahre gibt es das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) auf der Theresienwiese in München. Es ist Deutschlands älteste Leistungsschau der Landwirtschaft und eine Keimzelle vom benachbarten "Oktoberfest".

Jeder sollte einmal das "ZLF" besucht haben, denn hier gibt es nicht nur Volksfeststimmung mit Blasmusik und bayerischen Schmankerln, hier wird nicht nur das Brauchtum mit "Goaßlschnalzern", Schuhplattlern und Volkstanzgruppen gepflegt, hier ist auch die aktuelle Seite der Landwirtschaft zu besichtigen: z.B. bei Lehr- und Sonderschauen, Tiervorführungen, in einer Schaubrauerei und in einem Milchviehstall, in dem die Besucher hautnah erleben können, wie moderne Tierhaltung funktioniert - mit "Kuh-Wellness" und rationaler Arbeitsgestaltung.

Auch der i.m.a e.V. ist beim "ZLF" dabei und informiert an der Seite des bayerischen Bauernverbandes und der Landfrauen in einem Vierseithof über die Nutztierhaltung und den Weg vom Getreide zum Brot. Das "ZLF" ist täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet; das Festzelt "Tradition" sogar bis 22.00 Uhr.

Wettbewerb: Ideen fürs Land gesucht

Junge Menschen und Jugendorganisationen können sich noch bis zum 16. Oktober 2016 um den mit 10.000 Euro dotierten "Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis" bewerben. Gesucht werden "Ideen fürs Land" - Berichte und Präsentationen über Aktionen und Projekte, mit denen das Leben in Dörfern und anderen ländlichen Räumen nachhaltig belebt und attraktiver gemacht wurde. Details zum Wettbewerb stehen hier.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: "Sachunterricht 3./4. Klasse Natur und Leben"

Der Band "Natur und Leben" vom Persen Verlag ist mittlerweile in der sechsten Auflage erhältlich. Er ist nicht spezifisch auf die Lehrpläne eines Bundeslandes ausgerichtet.

In den Kapiteln "Tiere und Pflanzen in ihrem Lebensraum" sowie "Entwicklung von Tieren und Pflanzen" wird das Thema Landwirtschaft behandelt. Im Beitrag "Henne und Hahn" wird über die äußeren Unterschiede der Tiere informiert. Die Schriftgröße der Texte ist sehr groß und angenehm zu lesen. Auch die Texte selbst bestehen überwiegend aus kurzen Sätzen und sind sachlich formuliert, so dass sie leicht verstanden werden können. Die Tabelle, in der die Schüler die Unterschiede notieren sollen, ist eine gute Strukturierungsgrundlage.

Auf weiteren Seiten können die Schüler z.B. erfahren, wieso Eier beim Brüten nicht zerdrückt werden. Hierfür ist eine ausführliche Beschreibung eines Versuchs aufgelistet. Vermutungen und Beobachtungen müssen von den Schülern notiert und anschließend reflektiert werden, wodurch handlungsorientiertes Lernen ermöglicht wird. Zudem bieten weitere Lernansätze die Möglichkeit, das Ei und seinen Aufbau zu erforschen. Die kleinschrittigen Anleitungen und Anweisungen auf diesen Seiten sind altersgemäß formuliert und strukturiert. Allerdings weisen nicht alle Seiten ein ausgewogenes Verhältnis von Text und Illustrationen auf, so dass Seiten mit einem sehr hohen Textanteil für Schüler dieser Altersstufe sehr anspruchsvoll sein können. Die Inhalte hingegen sind altersgerecht dargestellt und durch die vielfältigen Aufgaben wird deren Aneignung unterstützt.

Insgesamt informiert der Band spannend und altersgemäß. Der einheitliche Aufbau der Arbeitsblätter und die verschiedenen Symbole ermöglichen es den Schülern, sich schnell zurechtzufinden. Besonders sinnvoll sind die vielen Arbeitsblätter, die den Schülern die aktive Erforschung und das Durchführen von Versuchen und Experimenten ermöglichen, sodass sie handelnd tätig werden. Zahlreiche Illustrationen sorgen für die notwendige Visualisierung der Inhalte. Wünschenswert wäre es, regionale Aspekte der Landwirtschaft einfließen zu lassen und Tipps und Ideen zum Lernen in der außerschulischen Lebenswelt zu geben.

Dechant, Kohrs, Weyers: "Sachunterricht 3./4. Natur und Leben". Verlag Persen, 217 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 23,95 Euro. ISBN: 978-3834439451.

Die ungekürzte Rezension des Buches finden Sie hier als PDF-Datei.

Wissenswert: Hundert schlaue Antworten auf clevere Kinderfragen

Warum kräht der Hahn so früh am Morgen, welche Insekten haben keine Königin, warum geben Kühe Milch, was ist der Unterschied zwischen Obst und Gemüse, können Pferde im Stehen schlafen, warum gibt es kein Katzenfutter, das nach Maus schmeckt - Fragen über Fragen, die Kinder immer wieder Erwachsenen stellen. Damit diese die richtigen Antworten geben können, gibt es jetzt ein Buch mit kurzen Antworten und leicht verständlichen Erläuterungen. Das können ältere Kinder ab sieben Jahren auch selber lesen und dabei ihr Wissen testen. Denn jedes der sechs Themenkapitel schließt mit einem kleinen Quiz ab, bei dem überprüft werden kann, was von den vermittelten Wissensfakten behalten wurde. Die Lösungen sind am Ende des Buchs zusammengefasst. Somit ist das Kinderbuch sowohl ein nützlicher Helfer für Eltern, die eine kindgerechte Antwort auf clevere Fragen suchen, als auch eine praktische Lernfibel für wissbegierige Kinder.

Meyers "Wo der Pfeffer wirklich wächst und wozu man Seemangsgarn braucht". Verlag Fischer Meyers Kinderbuch, 144 Seiten, ann. DIN-A-5-Hochformat; Preis 9,99 Euro. ISBN: 978-3-7373-7188-9.

Exkursionen in die Landwirtschaft

Ausgezeichneter (Lern)ort: Mehr als Teltower Rübchen

Zwischen zwei Gewächshäusern hat der Brandenburger Gemüsebauer Axel Szilleweit Platz für ein etwa zweihundert Quadratmeter großes Beet geschaffen, das von Schülern der Grundschule am Röthepfuhl aus Ruhlsdorf beackert wird. Sie tun dies einmal in der Woche für zwei Stunden mit Unterstützung der "GemüseAckerdemie". Die vom i.m.a e.V. geförderte Organisation begleitet Kita- und Schulkinder beim Erlernen theoretischen Wissens und praktischer Fertigkeiten rund um den Anbau und die Ernte von Gemüse.

Weil es nur noch selten Schulgärten gibt, vermittelt die "GemüseAckerdemie" Landwirte, die Jungen und Mädchen kleine Anbauflächen zur Verfügung stellen - so wie es Axel Szilleweit getan hat. Neben Obst, Nüssen und Blumen produziert er vor allem Gemüse in großer Vielfalt; darunter auch die seltenen "Teltower Rübchen", eine kleine, kegelförmige Speiserübe, die sowohl als Beilage oder Suppe eine besondere Spezialität ist. Damit ist der Landwirt eine erste Adresse für die Schüler, die hier die Produktvielfalt frischen Gemüses kennenlernen können. Das Unternehmen des Gemüsebauern hat Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger bereits vor zwei Jahren als "Ausgezeichneten Ort" der bundesweiten Aktion "Land der Ideen" geehrt.

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Serie: Die Landwirtschaft in...

Brandenburg

Was ist typisch für die Landwirtschaft in einem Bundesland, was prägt sie besonders? In unserer Serie ergründen wir Klischees und listen Fakten auf. So entsteht ein Bild von unserer Landwirtschaft, wie es Statistiken allein nicht bieten können.

"In Brandenburg, in Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt" - diese (ironische) Hymne von Rainald Grebe auf das märkische Land beschreibt nicht nur die seit Jahren anhaltende Landflucht und den demografischen Wandel im größten ostdeutschen Bundesland. Mit 83 Einwohnern pro Quadratkilometer haben die Brandenburger am meisten Platz. Nur in Mecklenburg-Vorpommern kann man sich noch mehr "entfalten". Grebes Brandenburg-Lied macht auch neugierig, die Vielfalt der märkischen (Kultur-) Landschaften zwischen der fruchtbaren Uckermark und den Elbe-Elster-Niederungen zu entdecken; und sollte es auch nur sein, um zu überprüfen, was der Künstler besingt.

Nirgendwo in Deutschland gibt es mehr und schönere Alleen. Mit 2.344 Kilometer werden gut ein Drittel aller Brandenburger Bundes- und Landesstraßen von prächtigen Bäumen gesäumt, deren Laubdächer oft grüne Tunnel bilden. An den Rändern bieten farbenprächtige Blühstreifen Kleinstlebewesen eine Heimat, bevor sich scheinbare endlose Ackerflächen bis zum nächsten Kiefernwald erstrecken. Brandenburg – das ist Bauernland, und die Landwirte sind die Hüter dieser einzigartigen Kulturlandschaften.

5.400 Betriebe bewirtschaften mit rund 1,3 Millionen Hektar fast 45 Prozent der Landesfläche; durchschnittlich 250 Hektar pro Betrieb. Auf fast der Hälfte der Ackerfläche wird Getreide angebaut; ein Fünftel wird als Dauergrünland genutzt. Beim Getreide dominiert der Roggen mit mehr als 177.000 Hektar, dicht gefolgt von Winterweizen (knapp 170.000 Hektar). Wintergerste findet sich nur auf 91.300 Hektar Ackerfläche. Ganz vorn liegt jedoch der Mais, der in unterschiedlichen Nutzungsformen auf nahezu 198.000 Hektar angebaut wird und damit auf 19 Prozent des Ackerlandes kultiviert wird. Insgesamt haben die Brandenburger Landwirte im vergangenen Jahr 3,1 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. In dieser Saison befürchtet der Landesbauernverband aufgrund der langen anhaltenden Trockenheit und des Wassermangels einen Rückgang im Ertrag auf 2,5 Millionen Tonnen.

Brandenburg gilt als das niederschlagsärmste Bundesland Deutschlands. Gerade im Sommer führt das regelmäßig zu einer großen Waldbrandgefahr für die mehr als eine Million Hektar Waldfläche (35,4 Prozent der Landesfläche). Zeitweise wird dann das Betreten der Wälder schlichtweg verboten. Denn der Baumbestand ist ein wichtiger Faktor der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Fast 4,6 Millionen Kubikmeter Holz wurde 2015 eingeschlagen, was acht Prozent des gesamtdeutschen Holzeinschlags entspricht. Mit fast 89 Prozent haben Nadelhölzer in Brandenburg den höchsten Ertragsanteil - allen voran die märkische Kiefer. Sie verleiht der Landschaft ein mediterranes Flair, wenn Sonnenstrahlen die Wipfel durchbrechen und die Baumstämme in einen goldgelben Schimmer tauchen.

Auch eine andere Pflanze ist typisch für Brandenburgs Landsichten: die Sonnenblume. Obwohl inzwischen die Sonnenblumenfelder weniger werden - ihr Rückgang betrug zuletzt elf Prozent -, werden hier im bundesweiten Durchschnitt mit 57 Prozent noch immer am meisten Sonnenblumenkerne produziert. Insgesamt werden auf 14 Prozent der brandenburgischen Äcker Ölfrüchte angebaut. Auch beim Süßlupinenanbau ist Brandenburg deutschlandweit Spitze (48 Prozent), ebenso beim Roggenanbau (30 Prozent).

Dagegen verringerten sich die Anbauflächen für Kartoffeln und Zuckerrüben, der zwei wichtigsten Hackfruchtarten in Brandenburg. Bei Kartoffeln betrug der Rückgang fast sieben Prozent auf jetzt 9.200 Hektar, bei den Zuckerrüben nahm er um 2.100 auf 7.100 Hektar ab. Diese Flächenabnahme und das schwierige Wetter wirkten sich entscheidend auf die Erträge aus, so dass Brandenburger Landwirte mit ca. 35 Tonnen Kartoffeln pro Hektar fast ebenso viel geerntet haben, wie ihre Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern und damit im deutschlandweiten Vergleich am Ende der Ertragstabelle liegen. Nicht viel anders sieht es bei den Zuckerüben aus, wo die Erträge um 36 Prozent unter denen des Vorjahres lagen.

Das macht deutlich, wie sehr Ernteerträge die Existenz von Landwirten beeinflussen können. So kommen z.B. von einem Euro, den Verbraucher für Kartoffeln ausgeben, nur 29 Cent beim Landwirt an. Geringere Erträge trotz hoher Nachfrage führen in der Landwirtschaft jedoch nicht automatisch zu steigenden Preisen, da sich höhere Kosten für Saatgut, Dünger und Löhne nicht einfach umlegen lassen. Wenn dann noch wachsender Wasserbedarf auf Ackerflächen die Kosten treibt und zeitweiser Starkregen das Wachstum beeinflusst, geraten Erträge und Gewinne schnell in Gefahr. So leiden die Rapsbauern aktuell unter einer enttäuschenden Ernte mit einem Verlust von 100.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr und Einbußen von rund 33 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund hatten die Brandenburger Milchbauern, die momentan am deutlichsten unter dem Preisverfall leiden, auf die Unterstützung aus dem 500-Millionen-Euro-Förderprogramm der Europäischen Gemeinschaft gehofft. Doch von den 69,2 Millionen, die auf Deutschland entfielen, wurden gerade mal 870.000 Euro an 91 Milchbauern und zwei Schweinehalter in Brandenburg ausgezahlt. Für fünfzig Milchbauern kam die Hilfe ohnehin zu spät. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr kapituliert.

Insgesamt gibt es wohl noch etwa 700 Milchkuhhalter im Land. Die Zahl der Rinder lag bei der letzten Zählung bei knapp 557.200 Tieren, doch sie ändert sich stetig - seit vergangenem November um 0,8 Prozent. Allein bei den Milchkühen ging der Bestand innerhalb eines halben Jahres um 2,5 Prozent auf 158.600 Tiere zurück. Viele Tierhalter hoffen durch die Reduzierung ihrer Bestände wirtschaftlich überleben zu können. Das ist in Brandenburg nicht anders als in anderen Regionen Deutschlands.

Auch bei den Schweinen melden die Statistiker einen Rückgang um 23.400 Tiere auf knapp 806.000 Schweine. Bei den Mastschweinen wurde sogar ein historischer Tiefststand registriert. Von November 2015 bis Mai 2016 sank der Bestand um 7,4 Prozent auf 196.000 Schweine und lag damit erstmals seit 1992 unter der Tiefstmarke von 200.000 Tieren. Als Ursache für diese Entwicklung wird der Preisrückgang für Schweinefleisch genannt.

Den wirtschaftlichen Problemen zum Trotz scheint erstmals seit sechs Jahren die Zahl der Beschäftigten in der brandenburgischen Landschaft wieder zu steigen. Von 2,5 Millionen Brandenburgern arbeiten 39.400 Männer und Frauen aktuell in 5.400 landwirtschaftlichen Betrieben, was einer Zunahme um acht Prozent entspricht. Allerdings ging der Anteil der Vollbeschäftigten von 45 auf 42 Prozent zurück und etwa vierzig Prozent arbeiten nur als Saisonkräfte.

Sie findet man vor allem auf den Spargelfeldern oder den sogenannten "Gurkenfliegern" im Spreewald. Mit 19.600 Tonnen Spargel konnte in diesem Jahr eine Rekord-Ernte erzielt werden - fast 28 (!) Prozent mehr als im Vorjahr und im Fünfjahresmittel immer noch eine Steigerung um fünf Prozent. Das Edelgewächs ist denn auch ein Brandenburger Exportschlager. In Niedersachsen (knapp 27.000 Tonnen) oder Nordrhein-Westfalen mögen die Erntemengen höher ausfallen – doch der märkische Sandboden verleiht dem Brandenburger Spargel eine unerreichte Qualität und einen Geschmack, auf den Kenner schwören.

Ähnlich verhält es sich mit den Gurken, die von 15 Landwirten im sumpfigen Spreewald angebaut werden. Eine Erntemenge von rund 32.000 Tonnen wird in diesem Jahr erwartet. Das ist zwar weniger als in den Vorjahren und den vielen Frostnächten im April geschuldet, die das Pflanzen verzögerten; aber es ist immer noch ausreichend, um die Spreewaldgurke zu Brandenburgs erfolgreichster Agrarfrucht zu machen. Im Berliner Luxus-Kaufhaus KaDeWe wird sie sogar einzeln in Dosen als "Gurke to go" für fast zwei Euro verkauft. Inzwischen hat es die Gewürzgurke sogar zu weltweitem Ruhm gebracht - als "Emoji" bereichert sie die digitale Bildervielfalt der Nutzer von Kurznachrichten auf Mobiltelefonen.

Die Brandenburger verstehen es, sich in Nischen einzurichten. So steht der Öko-Landbau, der elf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaftet, an der Spitze in Deutschland. Wohl auch, weil mit dem einwohnerstarken Berlin und sechs Millionen Konsumenten in der Hauptstadtregion ein zentraler und großer Markt für frische Bio-Produkte inmitten Brandenburgs liegt. So verwundert es kaum, wenn der Umsatz der brandenburgischen Ernährungswirtschaft in den letzten zehn Jahren um sechzig Prozent gestiegen ist. Mit mehr als siebzig Prozent der Betriebe liegt ihr Schwerpunkt in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe. Mit einem Umsatz von ca. vier Milliarden Euro ist sie damit nach der Metallindustrie die zweitwichtigste Branche des Landes.  

 

Eine weitere Besonderheit, die kaum bekannt sein dürfte: Auch in Brandenburg wird Wein angebaut. Niemand geringeres als Preußenkönig Friedrich der Große hatte 1769 angeordnet, man möge auf dem Klausberg von Sanssouci Wein und Obst anbauen. Heute produzieren nur wenige Kilometer weiter im malerischen Fischerort Werder drei Winzer auf vier für den QbA (Qualitätswein) registrierten Lagen. Insgesamt gibt es in Brandenburg dreißig Hektar Weinanbaufläche, die nach einer sogenannten "Weinrechtsverordnung" zum Saale-Unstrut-Gebiet gehört. Zehn Hektar davon liegen in Werder, wo der Wachtelberg das nördlichste registrierte Weinanbaugebiet überhaupt ist, und die "Weintiene" von Winzer Dr. Manfred Lindicke die nördlichste Straußwirtschaft.

Doch bekannter als Lindeckes Cabernet, Dornfelder, Kernling, Müller-Thurgau, Muscarus, Regent, Saphira oder der immer schnell vergriffene Velvet sind die "Bretterknaller" seiner Kollegen am Fuße des Wachtelbergs, der Werderaner Obstbauern. Die Lagebezeichnung ihrer Weine passt denn auch gleich im doppelten Sinne. Denn wenn die Obstbauern zum "Baumblütenfest" ihre Gärten öffnen und vom Apfel- und Brombeerwein, über Erdbeer-, Himbeer- und Holunderwein bis zu Kirsch-, Quitten- und Rhabarberwein viele weitere süffig-gehaltvolle Kreationen ausschenken, landet so mancher froher Zecher recht schnell auf den Brettern. Einst machten sich die sonst eher zurückhaltenden Brandenburger Obstbauern einen Spaß daraus und rollten die trunkenen Gäste über die Obstwiesen zum Bahnhof, wo sie in mit Stroh ausgelegten Viehwagons ihre Heimreise ins 36 Kilometer nahe Berlin verschliefen. Heute wacht die Polizei gerade an diesen Festtagen darüber, dass sich Rainald Grebes Brandenburg-Hymne nicht allzu oft bewahrheitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise:

Archiv, Baglob, Bayerischer Bauernverband/ZLF, Fischer Meyers Verlag, Rainald Grebe/Alexia Agathos/XLX, Ideen fürs Land, i.m.a, MedienDienst Schwintowski, Persen Verlag, Christoph Adel-, Annett Bockhoff-, Christine Braune-, doozi-, Uschi Dreiucker-, Gordon Gross-, Oskar Günther-, Karl-Heinz Liebisch-, C.Nöhren-, Jens Steittmann/pixelio.de, Stadt Teltow, TMB Reiseland Brandenburg, Waterloh/Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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