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Newsletter März 2014

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Newsletter März 2014

i.m.a aktuell

  • didacta 2014: Starker Auftritt der Gemeinschaftsschau
  • Neues i.m.a-Lehrermagazin mit frischen Themen für den Unterricht
  • Arbeitsheft "Unsere Milch": Alles über Milch, Käse und Co. für den Schulunterricht
  • Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor

Aktionen und Termine

  • Neues Bildungsprojekt: GemüseAckerdemie - Pädagogisch wertvolles Gemüse

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: TERRA. Geographie 5/6. Berlin und Brandenburg. Grundschule. Klett Verlag
  • Schulbuch: Umweltfreunde 3. Brandenburg. Grundschule. Cornelsen Verlag
  • Kochbuch: Komm essen, Mama! Eine Kochschule für Kinder. Thorbecke Verlag

WissensWerte

  • Eurobarometer zur Landwirtschaft: Wichtiges Thema, aber relativ geringes Wissen

Landwirtschaft gestern und heute

  • Europäische Agrarpolitik im Wandel

i.m.a aktuell

didacta 2014: Starker Auftritt der Gemeinschaftsschau

Einmal mehr konnte die Gemeinschaftsschau "Landwirtschaft und Ernährung - erleben lernen" auf der diesjährigen Bildungsmesse didacta vom 25. bis 29. März 2014 in Stuttgart beweisen, wieviel Leben in der landwirtschaftlichen Bildung steckt. Die Gemeinschaftsschau mit acht namhaften Partnern und unter federführender Koordination der i.m.a erlebte an den fünf Messetagen einen Ansturm an Lehrkräften und zählte rund 16.000 Standbesucher. Besonders groß war die Nachfrage bei den Lehrerinnen und Lehrern nach den Informationsangeboten und Unterrichtsmaterialen rund um die Themen Landwirtschaft, Ernährung und nachwachsende Rohstoffe.

Dr. Stephanie Dorandt, Projektkoordinatorin des gemeinsamen Messeauftritts, zeigt sich mit dem Standkonzept sehr zufrieden: „Die Idee einer Gemeinschaftsschau auf der größten Bildungsmesse in Europa hat sich bewährt. Durch den engagierten Einsatz aller Partner konnten wir den Pädagogen ein ganzheitliches Informationsangebot über Ernährung und Landwirtschaft bieten, das wir auch künftig erweitern werden.“

Das neue Forum der Gemeinschaftsschau lockte mit täglichen Lehrerfortbildungen und Vorträgen. Von moderner Ernährungsbildung bis zu Bauernhofbesuchen konnten die Teilnehmer hier wertvolle Anregungen für die Unterrichtsgestaltung mitnehmen. Reger Andrang herrschte zudem an der i.m.a-Getreidetheke, die sieben wichtige Getreidearten für den Einsatz im Unterricht bereithielt. Reißenden Absatz fanden auch die i.m.a-Materialen mit vielen Ideen für einen fächerübergreifenden Unterricht rund um die Landwirtschaft. Insgesamt wurden allein am i.m.a-Stand rund 55.000 Unterrichtsmaterialen und 300 Kilogramm Getreidekörner als Anschauungsmaterial an die Lehrkräfte abgegeben.

Auch auf der nächsten didacta vom 24. bis 28. Februar 2015 in Hannover wird die Gemeinschaftsschau wieder mit einem abwechslungsreichen Messeprogramm vertreten sein.

An der Gemeinschaftsschau „Landwirtschaft und Ernährung - erleben lernen“ auf der didacta 2014 beteiligen sich insgesamt acht Partner: der aid infodienst - Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucher-schutz (aid), das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF), das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), der Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo), der Verband der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller (VDGS) sowie der Verein i.m.a.

Neues i.m.a-Lehrermagazin mit frischen Themen für den Unterricht

Alles über Pferde, Küchenkräuter, EU-Agrarpolitik und Brotkultur

Alles neu macht bekanntlich der Frühling. Das gilt auch für die aktuelle Ausgabe des Lehrermagazins lebens.mittel.punkt, das vierteljährlich herausgegeben wird. Gleichzeitig hat das beliebte Magazin mit Dr. Stephanie Dorandt als Redaktionsleiterin ein neues Gesicht bekommen.

Die promovierte Ökotrophologin und Mutter von drei Kindern ist seit Anfang Februar zuständig für die Herausgabe des Lehrermagazins und freut sich auf die neue Herausforderung: "Wichtig ist mir der Dialog mit den Lesern, denn lebens.mittel.punkt ist immer offen für Wünsche und Anregungen. Mit unseren Unterrichtsbausteinen möchten wir die Gestaltung eines lebendigen Unterrichts in der Primar- und Sekundarstufe unterstützen. Die Lehrkräfte können die vielfältig dargebotenen Ideen individuell im Schulunterricht aufnehmen, anpassen und ausbauen."

Die vier Unterrichtsbausteine für eine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung in der Primar- und Sekundarstufe haben diesmal zum Inhalt:

  • Das Pferd - Arbeitstier mit PS
  • Küchenkräuter - Kleine Kunde vom Sammeln, Anbauen und Genießen
  • EU-Agrarpolitik - Hintergründe und Entwicklung
  • Backkultur - Weltmeister im Brotbacke

Das Lehrermagazin steht sowohl gedruckt als auch digital als Download zur Verfügung. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.ima-lehrermagazin.de.

Arbeitsheft "Unsere Milch": Alles über Milch, Käse und Co. für den Schulunterricht

Pünktlich zur international größten Bildungsmesse didacta haben die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Landesvereinigungen e.V. (GML) und die i.m.a das neue Arbeitsheft "Unsere Milch" für den bundesweiten Unterrichtseinsatz herausgebracht. Die mehr als 30 Seiten umfassende Broschüre bietet Lehrkräften vielfältige Anregungen und Tipps für die Umsetzung des wichtigen Themas im Schulunterricht.

Das neue Arbeitsheft schildert in fünf Kapiteln den Weg der Milch von der Kuh über die Molkereien bis zum Verbraucher. Schulkinder der Primarstufe lernen ebenso die zahlreichen Lebensmittel kennen, die aus und mit der Milch hergestellt werden. Gleichzeitig erläutert die Broschüre die Bedeutung des Grundnahrungsmittels für unsere heutige Ernährung. Neben den umfangreichen Sachinformationen enthält das Heft eine Vielzahl von Arbeitsblättern und Kopiervorlagen für eine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung.

Das Arbeitsheft "Unsere Milch" (DIN A4, 32 Seiten inklusive 40 Kopiervorlagen) ist ab Anfang April 2014 gratis gegen Erstattung der Versandkosten über den i.m.a-Webshop unter www.ima-shop.de zu beziehen. Die Broschüre sowie alle enthaltenen Arbeitsmaterialen stehen in Kürze auch unter www.unseremilch.de und www.milchwirtschaft.com zum kostenfreien Download bereit.

Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor

Die Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebes ist besonders empfehlenswert, um Kindern, Jugendlichen und interessierten Erwachsenen "EinSichten in die Tierhaltung" zu ermöglichen. In diesem Rahmen setzen wir unsere Exkursionen-Serie mit dem Betrieb von Uwe Abel aus Niedersachsen fort. Dieser nimmt seit Kurzem am bundesweiten EinSichten-Projekt teil.

Landwirt Abel, der einen Schweinemastbetrieb bewirtschaftet, hat sich dazu entschieden, Fenster in seinen Stall einzubauen. Ein Regendach und Halterungen für die auszulegenden Flyer und Informationstafeln folgen noch.

"Wir Landwirte müssen etwas dafür tun, damit unsere Akzeptanz in der Gesellschaft erhalten bleibt", sagte Uwe Abel, Landwirt aus Dötlingen, im Weser-Kurier. Und Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Oldenburg ergänzt: "Mit dieser Maßnahme wird ein Stück zur Transparenz in der Tierhaltung beigetragen." Denn die meisten Verbraucher haben keine Vorstellung mehr, wie Lebensmittel produziert werden.

Quelle: Kreislandvolkverband Oldenburg e.V., mehr Informationen finden Sie hier.

Aktionen und Termine

Neues Bildungsprojekt: GemüseAckerdemie - Pädagogisch wertvolles Gemüse

Die Webseite des neuen Bildungsprogramms GemüseAckerdemie ist online (www.gemüseackerdemie.de). Neben detaillierten Informationen über das Programm wird die Seite zukünftig auch als interaktive Lernplattform für die SchülerInnen dienen. Die i.m.a unterstützt die GemüseAckerdemie als Partner bei der Erstellung und Verbreitung von Lehr- und Lernmaterialien.

Die GemüseAckerdemie hat das Ziel, SchülerInnen die Nahrungsmittelproduktion und dessen Vermarktung näher zu bringen. Unter pädagogischer und fachlicher Anleitung produzieren die Kinder während einer gesamten Saison Gemüse und bekommen Fachwissen und Zusammenhänge auf anschauliche und praktische Weise vermittelt. Durch die Arbeit in kleinen Teams eignen sie sich insgesamt wichtige soziale Kompetenzen an. 

Für das kommende Schuljahr suchen die Organisatoren der GemüseAckerdemie noch interessierte LehrerInnen, die den verantwortungsvollen Umgang mit Nahrungsmitteln und deren Anbau zum Thema an ihrer Schule machen wollen.

Falls Sie Interesse an der GemüseAckerdemie haben, kontaktieren sie bitte Christoph Schmitz unter c.schmitz@ackerdemia.de.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: TERRA. Geographie 5/6. Berlin und Brandenburg. Grundschule. Klett Verlag

Das Schulbuch "TERRA. Geographie 5/6. Berlin und Brandenburg" (2012) wird vom Ernst Klett Verlag veröffentlicht und ist für den Erdkundeunterricht bestimmt. Zusätzlich zu dem Lehrwerk können ein Arbeitsheft sowie Online-Versionen und Audiomaterialien erworben werden. Das Thema Landwirtschaft wird im Rahmen des Kapitels "Küste und Norddeutsches Tiefland" auf insgesamt zehn Seiten thematisiert.

Zum Thema "Landwirtschaft" werden die intensive als auch die ökologische Landwirtschaft bearbeitet und einzelne Produktionswege aufgezeigt ("Die Zuckerrübe: vom Feld zum Verbraucher", "Vom Erzeuger bis zum Verbraucher: die Stationen eines Mastschweins"). Dadurch wird das vernetzte, prozessbezogene Lernen der Schüler unterstützt, auch um das Erlernte auf das eigene Konsumverhalten zu übertragen.

Im Rahmen der Themenschwerpunkte erfolgt jedoch keine fachgerechte Ausführung der Thematik. Die Gegenüberstellung von Massentierhaltung und artgerechter Tierhaltung am Beispiel der Schweinemast verfehlt eine neutrale Darstellung der ökologischen und konventionellen Tierhaltung. In der Darstellung entsteht der Eindruck, dass die konventionelle Tierhaltung generell nicht artgerecht sein kann. Auch wird vermittelt, dass Schweinefleisch von Schlachtereien lediglich an Metzgereien geliefert wird. Die Belieferung der unterschiedlichen Discounter wurde nicht bedacht.

Durch die gegebenen Informationen wird den Schülern erschwert, sich ein objektives Bild von den verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionsformen zu bilden.

Die vollständige Rezension dieses Schulbuchs finden Sie in der Service-Rubrik unserer Website.

Czekalla, D., Werner, S. u.a. (2012): TERRA. Gepgraphie 5/6. Berlin und Brandenburg. Stuttgart: Ernst Klett Verlag. ISBN: 978-3-12-104033-9. 227 Seiten. Festeinband. Preis: 20,95 Euro.

Schulbuch: Umweltfreunde 3. Brandenburg. Grundschule. Cornelsen Verlag

Das Schulbuch "Umweltfreunde 3. Brandenburg" (2012) wird vom Cornelsen Verlag veröffentlicht und ist für den Sachunterricht bestimmt. Zusätzlich zu dem Lehrwerk können verschiedene Arbeitshefte sowie Handreichungen für den Unterricht mit Kopiervorlagen erworben werden. Das Thema Landwirtschaft wird im Rahmen der Kapitel "Das tut mir gut", "Von Pflanzen, Tieren und Menschen" und "Im Sommer" auf insgesamt elf Seiten thematisiert.

Insgesamt wird das Thema im Rahmen der landwirtschaftsbezogenen Kapitel sehr anschaulich beschrieben. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die aussagekräftigen und altersgemäßen Bilder zu erwähnen, sowie die übersichtlichen und sehr gut strukturierten Kapitel. Anhand des Anschauungsmaterials und der Aufgabenstellungen werden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, eigene Erkenntnisse auf Basis der Materialien zu gewinnen. Auf diese Weise erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, unterschiedliche Zusammenhänge und Fachbegriffe im Sinne des vernetzten, prozessbezogenen Lernens zu erarbeiten. So werden sie beispielsweise im Rahmen der Themenfelder "Gesunde Ernährung" und  "Vom Korn zum Brot" dazu aufgefordert, ihr eigenes Nahrungsverhalten zu überdenken und sich so ihrer Rolle als Konsument bewusst zu werden.

Die vollständige Rezension dieses Schulbuchs finden Sie in der Service-Rubrik unserer Website.

Koch, I. (Hrsg.)(2012): Umweltfreunde 3. Brandenburg. Berlin: Cornelsen Verlag/Volk und Wissen Verlag. ISBN: 978-3-060-80697-3. 128 Seiten. kartoniert. Preis: 17,50 Euro

Kochbuch: Komm essen, Mama! Eine Kochschule für Kinder. Thorbecke Verlag

Es ist nie zu früh mit dem Kochen anzufangen! Das Buch begleitet Kinder zwischen drei und elf Jahren von den ersten Kochversuchen bis zum eigenständigen Ausprobieren neuer Gerichte. Gegliedert in drei Altersstufen sind die Rezepte, die notwendigen Voraussetzungen und Techniken sowie der Geschmack ideal auf das entsprechende Alter abgestimmt. Die detailreichen Darstellungen und Erklärungen der verschiedenen Arbeitsschritte sowie zahlreiche farbenfrohe Fotos erleichtern es den Kindern zusätzlich, die Rezepte nachzuvollziehen. Zusätzliche Hinweise für die Erwachsenen sorgen dafür, dass die ersten Kochversuche ihrer Schützlinge in jedem Fall gelingen.

A. Grant (2013): Komm essen, Mama!. Ostfildern. Jan Thorbecke Verlag. ISBN  978-3-7995-0740-0. 128 Seiten. broschiert. 16,99 EUR

WissensWerte

Eurobarometer zur Landwirtschaft: Wichtiges Thema, aber relativ geringes Wissen

Was denken die EU-Bürgerinnen und Bürger über die Landwirtschaft und die Gemeinsame Agrarpolitik? Dieser Frage ging die Europäische Kommission in der aktuellen Eurobarometer-Befragung nach. Die Umfrage erfasst das Meinungsbild von insgesamt 27.919 Menschen aus den 28 Mitgliedstaaten, die zwischen November und Dezember 2013 befragt wurden. Für 92 Prozent der EU-Bürger ist die Landwirtschaft dabei ein "ziemlich wichtiges" bis "sehr wichtiges" Thema und stellt zusammen mit den ländlichen Gebieten der Europäischen Union eine Zukunftsherausforderung dar.

Gleichzeitig zeigt die Befragung auf, dass der Kenntnisstand der EU-Bevölkerung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) relativ gering ist. Demnach geben zwei Drittel an, bereits von der GAP gehört zu haben - ohne genaue Einzelheiten zu kennen. Hingegen 34 Prozent aller Befragten wissen überhaupt nicht, dass es diese EU-Förderung gibt. Gemessen am letzten Eurobarometer aus dem Jahr 2009 hat sich der Informationsstand zur europäischen Agrarpolitik jedoch merklich verbessert: Damals gaben 57 Prozent der Bürger an, noch nie etwas von der GAP gehört zu haben.

Insgesamt befürworten 4 von 5 Befragten die Kernziele der GAP und sprachen sich insbesondere für die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung, eine ausgewogenere Entwicklung der ländlichen Räume sowie die Unterstützung von Junglandwirten aus. Die finanzielle Unterstützung für Landwirte wird mehrheitlich (45 Prozent) als angemessen empfunden. Weitere 26 Prozent betrachten die Höhe der Förderung sogar als "zu niedrig". Lediglich 13 Prozent lehnen die Unterstützung als "zu hoch" ab.

Im Hinblick auf die Verbraucherinformationen zeigt die Umfrage auf, dass sich eine sehr große Mehrheit der EU-Bevölkerung mehr Transparenz zur Herkunft von Fleisch und Milchprodukten wünscht. So wollen 83 Prozent der Befragten beim Thema Fleisch wissen, wo das Tier aufgezogen wurde und 62 Prozent, wo es geschlachtet worden ist. Zusätzlich bestehen 47 Prozent auf Angaben zum Geburtstort des Tieres. Gut die Hälfte der EU-Bürger (53 Prozent) ist dabei bereit, 1 bis 2 Prozent mehr zu bezahlen, damit zusätzliche Herkunftsangaben zu diesen Erzeugnissen auf dem Etikett angegeben sind. In Deutschland sprechen sich sogar 65 Prozent der Befragten hierfür aus. 

Weitere Informationen zum Eurobarometer finden Sie hier: http://ec.europa.eu/agriculture/survey/index_de.htm

 

Landwirtschaft gestern und heute

Agrarpolitik im Wandel

Im Bereich der Landwirtschaft sowie in anderen Wirtschaftszweigen vollzieht sich seit mehreren Jahrzehnten ein rasanter Strukturwandel als Ergebnis von technischem Fortschritt, Industrialisierung und Globalisierung. In Fortsetzung unserer Serie beleuchten wir in dieser Ausgabe die Entwicklung der europäischen Agrarpolitik.

Die EU-Agrarpolitik ist seit Jahrzehnten im Wandel. Die politischen Strategien und Förderregelungen ändern sich stetig und beeinflussen die Märkte. Damit betreffen sie unmittelbar oder indirekt die Entscheidungen und Arbeit der Landwirte, denn wie jeder Unternehmer müssen die Landwirte auf Veränderungen des Marktes sowie der politischen Rahmenbedingungen reagieren. Um ihre meist familiären Betriebe vor wirtschaftlichen Verlusten zu schützen, wünschen sich die Landwirte von der Politik Planungssicherheit und möglichst "sanfte" Kurswechsel, z.B. Änderungen in kleinen Schritten mit langen Fristen für teure Investitionen und Baumaßnahmen.

Die Geschichte der EU-Agrarpolitik gründet sich auf die durch Hunger und Verwüstung geprägte Situation in Europa nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Um die
Menschen mit ausreichend Nahrungsmitteln zu erschwinglichen Preisen zu versorgen, einigten sich die Gründerstaaten der heutigen EU – Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande – 1957 auf die Grundzüge einer gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP). Als Ziele wurden die Förderung der landwirtschaftlichen Produktivität und die Stabilisierung der Märkte für eine sichere Lebensmittelversorgung sowie Einkommenslage der landwirtschaftlichen Bevölkerung festgehalten. Viele landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden damals zu festgelegten Preisen abgenommen. Dies führte dazu, dass in vielen Bereichen mehr produziert als gebraucht wurde. "Milchseen" und "Butterberge" sowie ausufernde Agrarausgaben waren die Folgen.

Seit dem Abschluss der Uruguay-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 1992 sind auch Agrarprodukte den Regeln des internationalen Warenhandels unterworfen. Infolgedessen musste die EU-Agrarpolitik grundlegend reformiert werden. Dies geschah durch die sogenannte "MacSharry-Reform", benannt nach dem damaligen EU-Agrarkommissar. Die Stützung der Landwirtschaft, sprich der Produktpreise und Agrarmärkte, wurde demnach ab 1992 Schritt für Schritt aufgegeben. Im Gegenzug wurden als Einkommensstütze Direktzahlungen an die Landwirte eingeführt.

Mit einer Agrarreform im Jahr 2003 wurde das System der Direktzahlungen noch einmal grundlegend verändert. Wurden in den Jahren zuvor Prämien pro Hektar für bestimmte Kulturen gezahlt, ging man im Zuge dieser Reform ab 2005 auf eine EU-Betriebsprämie über. Diese Prämie, die bis heute besteht, ist nicht mehr an die Produktion gebunden, sondern an die fachgemäße Bewirtschaftung der Flächen und an die Einhaltung der hohen europäischen Standards im Tier-, Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Die Landwirte werden nach EU-weiten Vorgaben auf die Einhaltung dieser Standards, der Cross Compliance, geprüft.

2013 kam es zu einer erneuten GAP-Reform, welche die Direktzahlungen zukünftig noch stärker an Umweltauflagen koppelt. Infolgedessen erhalten Landwirte 30 Prozent der Direktzahlungen nur dann, wenn sie nachweislich Umweltleistungen erbringen. Dies sind z.B. eine höhere Vielfalt der Fruchtfolgen (= Abfolge der angebauten Pflanzen), die dauerhafte Erhaltung von Wiesen und Weiden (Dauergrünland) oder die Bereitstellung von "ökologischen Vorrangflächen" wie Biotope, Hecken oder mit Leguminosen und Zwischenfrüchten bestellte Flächen.

Generell entwickelte sich die europäische Agrarpolitik von einer Politik der 1. Säule (Marktpolitik, Einkommensstützung) hin zu einer Politik der 2. Säule (Politik zur ländlichen Entwicklung, Öffentliche Güter). Die Kernziele sind dabei eine rentable Nahrungspolitik, nachhaltige Bewirtschaftung und eine ausgewogene räumliche Entwicklung.

Mehr zum Thema "Wandel der europäischen Agrarpolitik" erfahren Sie in der Ausgabe 01/2014 des Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt". Dieses ist inklusive der Abbildungen hier verfügbar.

Bildinformationen

Grafik 1: EU-Kommission 2012; Überarbeitete und ergänzte Grafik

Grafik 2: EU-Kommission © Situationsbericht 2014 – Gr 42-2

Grafik 3: variiert nach EU-Kommission, Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums 2007–2013, Fact Sheet (2007)

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