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Newsletter März/April 2016

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Newsletter März/April 2016

i.m.a aktuell

  • Neu im Team: Kompetenz für außerschulische Bildung
  • Mobbing: Bauernkinder häufig Opfer
  • Vormerken: Tag des offenen Hofes

Aktionen und Termine

  • Kita-Wettbewerb: Das beste Frühstück gewinnt
  • Lernort Bauernhof: Aktivitäten für jede Altersgruppe
  • Natur gewinnen: Bühne frei für neue Zeitschrift
  • Große Sauerei: Schweine in Mannheim

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Unsere Erde - Gymnasium Thüringen 9/10"
  • Ratgeber: "Kinderfreundliche Pflanzen"

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Lehrgarten: Wo "Mehrgenerationen" ackern

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Die Landwirtschaft in ... Sachsen

i.m.a aktuell

Neu im Team: Kompetenz für außerschulische Bildung

Annette Müller-Clemm verstärkt jetzt das i.m.a-Team und kümmert sich um die außerschulische Bildung, speziell in den Bereichen der praxisnahen Begegnungen von Bäuerinnen und Bauern mit Schulkindern. Nirgendwo sonst als in der Realität der Landwirtschaft lässt sich am besten vermitteln, wie unsere Nahrungsmittel entstehen und was die Arbeit auf einem Bauernhof heute bedeutet. Darum sind die Betriebe, die sich bundesweit in der "Initiative Lernort Bauernhof" engagieren, kompetente Bildungspartner. Deren Engagement zu koordinieren, Fortbildungen zu organisieren und Themen zu kommunizieren, ist eine Aufgabe, der sich beim i.m.a e.V. jetzt Annette Müller-Clemm annimmt.

Die Agrar-Ingenieurin verfügt über viele eigene Erfahrungen in der praktischen Vermittlung landwirtschaftlicher Themen gegenüber Kindern. Auf Gebieten der außerschulischen Bildung und der beruflichen Qualifizierung von Erwachsenen, der Organisation von Weiterbildungen und als Referentin zum Thema "Lernort Bauernhof" hat Annette Müller-Clemm sich bisher engagiert. In der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof e.V. (BAGLoB) ist sie Mitglied des Vorstands. Für den i.m.a e.V. ist sie damit für eine Schlüsselposition im Bildungsbereich und für die Koordination der Arbeit vom "Bundesforum Lernort Bauernhof" die ideale Besetzung.

 

Mobbing: Bauernkinder häufig Opfer

In der Klasse ausgegrenzt zu werden, ist wohl eine der schlimmsten Erfahrungen, die Schulkinder machen können. Jungen und Mädchen aus Bauernfamilien widerfährt das immer häufiger. Sie werden als Kinder von "Tierquälern" und "Umweltvergiftern" gemobbt - eine Folge der ideologisch geprägten Kampagnen gegen Nutztierhaltung, für Veganismus und andere Lebensformen.

Bis zu dreißig Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind während ihrer Schulzeit Opfer von Mobbing-Attacken geworden, konstatiert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Die Dunkelziffer soll weitaus höher sein.

Die Formen des Mobbings sind vielfältig. Sie reichen von verbalen Beleidigungen über Ausgrenzungen aus Klassengemeinschaften bis zu tätlichen Angriffen. Leistungsabfall, Schulschwänzen, seelische Vereinsamung bis zur Selbsttötung sind mitunter die Folgen.

Wir fragen Sie als Lehrkräfte: Wie gehen Sie mit dem Thema "Mobbing" um? Berichten Sie uns - gerne anonym - über Ihre Erfahrungen; insbesondere auch über Fälle, in denen Kinder aus bäuerlichen Familien gemobbt wurden. Wir möchten das Thema in einer unserer nächsten Ausgaben vom Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" behandeln und dabei anderen Lehrkräften gerne Praxistipps für den Umgang in ähnlichen Situationen geben. Bitte schreiben Sie uns.

 

Vormerken: "Tag des offenen Hofes"

Am 21/22. Mai 2016 beginnt wieder die deutschlandweite Aktion "Tag des offenen Hofes". Alle zwei Jahre öffnen Landwirte am Start-Wochenende sowie weiteren Terminen im Laufe des Jahres ihre Höfe für interessierte Besucher. Während der vergangenen Aktion waren mehr als zwei Millionen Menschen den Einladungen auf die Bauernhöfe gefolgt. Für Lehrer und Erzieher ist sie immer eine gute Gelegenheit für eine erste Orientierung, wie sich landwirtschaftliche Themen in den Unterricht oder die Gruppenarbeit integrieren lassen.

Auch wenn die öffentlichen Hoftage meist an Wochenenden stattfinden, bieten sie doch die Chance, mit den Bäuerinnen und Bauern ins Gespräch zu kommen, um einen Termin für einen individuellen Besuch mit einer Schulklasse oder Kita-Gruppe während der Woche zu verabreden. Wer sich dann darauf inhaltlich vorbereiten will, findet im i.m.a-Shop eine Fülle an Material; z.B. für "Expeditionen in den Schweinestall", auf den Kartoffelacker usw.

Info-Material über Verbraucherthemen werden die Landwirte auch auf ihren Höfen bereithalten. Denn der i.m.a e.V. unterstützt den Berufsstand immer wieder mit fundierten Hintergrundinformationen, Präsenten für Besucher, Schutzanzügen für Stallbesuche oder den beliebten Aufklebern "Landwirtschaft dient allen". Sich davon zu überzeugen, ist das Kernanliegen einer der bedeutendsten Kommunikationsmaßnahmen der Landwirtschaft in Deutschland.

Aktionen und Termine

Kita-Wettbewerb: Das beste Frühstück gewinnt

Wie kann Kita-Kindern vermittelt werden, was ein gesundes Frühstück ausmacht? Diese Herausforderung steht im Mittelpunkt des Wettbewerbs "Gesundes Frühstück mit Getreide im Kindergarten", an dem sich Kita-Erzieherinnen und Erzieher beteiligen können. Um einen der mit 150 Euro dotierten Preise gewinnen, muss ein Konzept eingereicht werden, das Ideen für eine spielerische Umsetzung, für Bastelarbeiten und Rezepte für ein gesundes Frühstück enthält.

Anregungen für die Teilnehmer gibt es im kostenlosen Leitfaden "Gesundes Frühstück mit Getreide im Kindergarten", den die Wettbewerbspartner, der i.m.a e.V., die Initiative "Hafer Die Alleskörner" und der Verband Deutscher Mühlen e.V. herausgebracht haben. Sie stellen auch fünfzig "Starterpakete" zur Verfügung, die neben Info-, Lehr- und Bastelmaterial auch dreißig Mini-Packungen Haferflocken enthalten, mit denen die Zubereitung eines gesunden Frühstücks in der Kita schon mal getestet werden kann.

Alle weiteren Details zum Wettbewerb stehen hier.

 

Lernort Bauernhof: Aktivitäten für jede Altersgruppe

Kleine Kinder entdecken die Welt auf einem Bauernhof gerne spielerisch, Größere wollen experimentieren und ganz Große haben kritische Fragen zur Landwirtschaft. Eines aber wollen alle: Zusammenhänge erkennen zwischen der Produktion unserer Nahrungsmittel und deren Wert für unsere Gesellschaft. Auf einem Bauernhof als außerschulischem Lernort funktioniert das am besten. Dort lässt sich kindgerecht beim Heubaden und Strohburg bauen die Verarbeitung des Getreides erläutern, der Bedeutung von Kleinstlebewesen für einen gesunden Ackerboden auf den Grund gehen oder die Wertschöpfungskette vom Getreide bis zum Brot erläutern.

In Baden-Württemberg haben Schulklassen und Kita-Gruppen jetzt ganz aktuell die Möglichkeit, die Landwirtschaft hautnah zu erleben: Am 26. April 2016 lädt der Schönit-Hof im Odenwald ein, einen Tag später öffnet das Hofgut Mauren im Alb-Donau-Kreis die Tore und am 2. Mai Neuenburg erwarten die K&U-Bäckerei sowie der Seebodenhof im Breisgau interessierte Kinder und Jugendliche.

Organisiert und koordiniert werden die Veranstaltungen von der Initiative "Lernort Bauernhof in Baden-Württemberg". Sie engagiert sich wie viele andere derartige Initiativen in Deutschland für den Dialog mit der Landwirtschaft und unterstützt die Bauern bei der Entwicklung pädagogischer Angebote für Schulen und Kindertagesstätten. Wer sich über die Angebote in Baden-Württemberg informieren möchte, klickt hier.

Lehrer und Erzieher können sich gerne auch an den i.m.a e.V. wenden. Wir helfen bei der Suche nach einem geeigneten "Lernort Bauernhof" in der Nähe von Schulen und Kitas. Ein Anruf genügt: (030) 81 05 60 20.

Natur gewinnen: Bühne frei für neue Zeitschrift

Wer kennt schon die schwersten flugfähigen Vögel der Welt oder weiß, wie "Sonnentau" auf Beutefang geht … Naturkundliche Wissensvermittlung im Unterricht funktioniert oft über Superlative oder andere überraschende Fakten. Eine ganz besondere Faktensammlung mit vielen überraschenden Elementen und spektakulären Bildern gibt es jetzt mit der neuen Zeitschrift "Natur erleben!" Gerade für die Gestaltung eines spannenden Unterrichts bietet sie eine Fülle an Anregungen.

So macht das neue Magazin aus dem Hobby- und Kleintierzüchterverlag die "Bühne frei" für Großtrappen, portraitiert den Hecht als "Fisch des Jahres" und zeigt "Frühlingsboten im Wald". In sechs opulenten Kapiteln finden nicht nur Bio- und Naturkundelehrer viel Lese- und Unterrichtsstoff. Reiseberichte aus Gotland und der Sächsischen Schweiz lassen sich auch im Geographieunterricht oder der Heimatkundestunde nutzen, ein Beitrag über den Tierschutz durch Wildbienen im Garten im Fach Umweltkunde einsetzen. Nicht zuletzt dürften in der neuen Zeitschrift auch Sachkundelehrer oder Foto-Arbeitsgruppen Beispiele für eigene Themen entdecken.

Wer sich selbst ein Bild von der Themenvielfalt und den wunderschönen Fotos machen möchte, kann die Erstausgabe des Heftes jetzt für den symbolischen Preis von einem Euro im i.m.a-Shop bestellen oder eines von zehn Exemplaren einfach mit einer E-Mail hier gewinnen.

 

Große Sauerei: Schweine in Mannheim

Kommen die Verbraucher nicht zu den Landwirten, gehen die Landwirte zu den Verbrauchern. So wird es wieder vom 30. April bis 10. Mai 2016 in Mannheim sein. Dann ist "Maimarkt" - und erstmals wird es auf Deutschlands größter Regionalmesse eine Schweinebucht mit Aufzuchtferkeln geben.

Initiator der ungewöhnlichen Präsentation moderner Tierhaltung ist Schweinezüchter Manfred Sommer. Er ist Teilnehmer am i.m.a-Projekt "EinSichten in die Tierhaltung", bei dem Landwirte ihre Ställe für Besucher öffnen. Sommer ist das nicht genug. Seit Jahren beteiligt er sich als Aussteller am "Maimarkt", einer 400 Jahre alten Traditionsveranstaltung, die zuletzt mehr als 350.000 Besucher angezogen hat. Einst hatte er dort seine Schweine auf Stroh präsentiert, dann ließ er das Schweinemobil vorfahren, eine moderne Schweinebucht auf Rädern, die mit Unterstützung vom i.m.a e.V. und weiteren Partnern Einblicke in die moderne Tierhaltung gewährt. Nun installiert Manfred Sommer für seine Ferkel eine Aufzuchtbucht im Tierzelt des "Maimarktes", um den Besuchern zu zeigen, wie Tiere heute gehalten werden und auch, wie sauwohl sie sich dabei fühlen.

Dabei wird Sommer von Landwirtschaftsverbänden und Stallbaufirmen unterstützt. Sie machen mit einem Plakat auf die Aktion aufmerksam und laden zum Besuch der Messe ein. Der i.m.a e.V. begleitet die Präsentation durch Informationstafeln über die moderne Schweinehaltung und stellt Info-Material für die Besucher zur Verfügung.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: "Unsere Erde - Gymnasium Thüringen 9/10"

Das Schulbuch ist für den Einsatz im Geographieunterricht der Sekundarstufe I bestimmt. Es enthält zahlreiches Bildmaterial aus den Büchern und Magazinen von National Geographic. Ergänzend ist eine Handreichung verfügbar, die Lösungen, Kopiervorlagen und eine CD-ROM beinhaltet. In den Kapiteln "Die USA erforschen", "Ressourcen und deren Nutzung bewerten" sowie "Landschaften und Geofaktoren untersuchen" wird vorrangig das Thema "Landwirtschaft" behandelt.

Im Rahmen der Kapitel erhalten die Schüler die Möglichkeit zahlreiche Kompetenzen zu erwerben, die auf den Lehrplan Thüringens abgestimmt sind. Ein Beispiel hierfür ist, dass die Schüler ausgewählte naturräumliche Merkmale und Zusammenhänge erklären, dass sie das Potenzial regionaler Ressourcen einschätzen und vor diesem Hintergrund Eingriffe unter verschiedenen Aspekten bewerten sollen. Diese Anforderungen bedient z.B. das Kapitel "Ressourcen und deren Nutzung bewerten", in dem Auswirkungen auf die Landwirtschaft durch den Klimawandel behandelt werden. Im Kapitel "Landschaften und Geofaktoren untersuchen" sollen der Landnutzungswandel erläutert sowie Eingriffe in den Naturraum Thüringens erörtert und Auswirkungen diskutieren werden. Neben diesen fachlichen Kompetenzen können auch methodische Kompetenzen erworben werden.

Die Kapitel gliedern sich in thematisch strukturierte Doppelseiten. Der Einstieg in die Kapitel erfolgt über Doppelseiten, die großformatige Abbildungen zeigen und eine Übersicht über die Lernziele bieten, die den Schülern zur Orientierung dienen. Innerhalb der Kapitel gibt es "Geo-Methoden-Seiten". Die Doppelseite "Landnutzung auf Kosten der Umwelt" spricht die Ausweitung der landwirtschaftlichen Anbauflächen in den USA und die Entwicklung der Bewässerungslandwirtschaft an. Auch wenn die in diesem Band vorhandenen "Geo-Aktiv-Seiten" keinen Bezug zum Aspekt "Landwirtschaft" aufweisen, regen sie doch die Planung einer Exkursion und somit zum Lernen außerhalb des Klassenraumes an. Es obliegt damit der Lehrkraft, inwieweit sie das theoretisch vermittelte Wissen durch praktische Erlebnisse in der Realität der Landwirtschaft vertieft.

Weitere besondere Seiten sind die "Geo-Bilingual-Seite", die den Austausch in englischer Fachsprache über geographische Sachverhalte befördert. Abschließend stehen zu jedem Kapitel "Geo-Check-Seiten" zur Verfügung, die den Schülern die Möglichkeit geben, ihr Wissen selbstständig zu überprüfen und zu bearbeiten.

Die zahlreichen Materialien und die sachlich informierenden Texte bieten die Möglichkeit, dass die Schüler sich selbstständig und vertiefend mit der Thematik auseinandersetzen. Wenngleich die Materialien adressatengerecht gestaltet sind, sind sie in Teilen sehr anspruchsvoll und fordern vielfältige Analysekompetenzen. Insgesamt wurde jedoch die Chance verpasst, da wo landwirtschaftliche Aspekte behandelt wurden, diese in einen Kontext zur heimischen Landwirtschaft zu stellen, um somit ein besseres Verständnis für die Materie zu ermöglichen.

Flath, M./Rudyk,E. (Hrsg.) "Unsere Erde Gymnasium Thüringen 9/10", Cornelsen Verlag 2015, 168 Seiten, ann. DIN-A-4-Format, Preis 23,75 Euro. ISBN: 978-3-06-064717-0. Ergänzende Handreichungen für den Unterricht: 34,00 Euro.

Die ungekürzte Rezension des Buches finden Sie hier als PDF-Datei.

Ratgeber: Kinderfreundliche Pflanzen

Die Broschüre berät Eltern, Landschaftsgärtner, Kindergarten- und Schulleiter rund um die Frage, welche Pflanzen besonders kinderfreundlich sind. Insgesamt stellt sie 216 Pflanzenarten vor, die sich zum Klettern, Basteln, Spielen, Verstecken und Schmecken eignen. Da die verschiedenen Pflanzenarten zahlreichen Lebewesen einen Lebensraum bieten, die landschaftliche Vielfalt fördern und ökologische Funktionen haben, weisen sie auch eine Bedeutung für die Landwirtschaft auf. Das Thema "Landwirtschaft" wird in dieser Broschüre durchgängig indirekt thematisiert. Wünschenswert wäre jedoch gewesen, auch Kultur- und Nutzpflanzen aus der Landwirtschaft zu behandeln, um den Kindern somit einen umfassenderen Zugang zur Materie zu eröffnen.

Die Broschüre unterstützt somit, wenn auch indirekt, die Bildungsbeiträge der Fächer Sachunterricht und Biologie, da sich diese aus der vielfältigen Auseinandersetzung mit Lebewesen und der Umwelt zusammensetzen. Für das Fach Biologie wird Raum geschaffen, um den Aufbau von Kompetenzen zu unterstützen. Schüler können heimische Pflanzen vergleichen und Eigenschaften ausgewählter Tier- und Pflanzenarten im heimischen Lebensraum kennenlernen.

Auf den 260 Seiten werden ausgewählte Sträucher, Bäume, Kletterpflanzen, Stauden und Sommerblumen vorgestellt, die nicht giftig oder kaum giftig sind, und die Eigenschaften besitzen, die sie für Kinder interessant machen. Die Broschüre ist inhaltlich in fünf Kapitel gegliedert und weist einen Anhang auf, indem die einzelnen Pflanzen nach Verwendungsmöglichkeiten aufgelistet sind.

Auf den einzelnen Seiten wird jede Pflanzenart mit je fünf Bildern dargestellt und mit Pflanztipps, Standortansprüchen sowie Hinweisen zum Spielen, Basteln und Lernen versehen. Insbesondere auf Verwendungseinschränkungen wie beispielsweise Dornen oder allergische Reaktionen wird auf jeder Seite gesondert eingegangen.

Im dritten und umfangreichsten Kapitel werden Stauden präsentiert. Um Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu beobachten, empfiehlt sich die Anpflanzung der Prachtkerze, die ursprünglich in Texas und Louisiana beheimatet ist. Sie wird in erster Linie genutzt, um Kinder für die Anzucht zu begeistern. Kinder können die Pflanze selbst sähen, pflegen und Insekten und Vögel daran beobachten sowie die essbaren Kerne ernten. Auch hier hätte ein Beitrag über Nutzpflanzen aus der Landwirtschaft das Angebot sinnvoll bereichern können.

aid Infodienst: "Kinderfreundliche Pflanzen", 260 Seiten, ann. DIN-A-5-Format; Preis 9,50 Euro. ISBN: 978-3-8308-1197-8. 

Die ungekürzte Rezension des Buches finden Sie hier als PDF-Datei.

Exkursionen in die Landwirtschaft

Lehrgarten: Wo "Mehrgenerationen" ackern

"Fürs Leben lernen - das Leben lernen": Unter diesem Motto wird an der im April 1961 gegründeten Realschule Bedburg unterrichtet. Die Schüler sollen auf ein selbstbestimmtes Leben und eine verantwortliche Teilhabe an der Gesellschaft vorbereitet werden. Dazu gehören auch der Umgang mit Lebensmitteln und die Vermittlung von Kenntnissen über deren Herkunft und Entstehung.

Vor diesem Hintergrund ist die Realschule Bedburg seit 2013 die Pilotschule der "GemüseAckerdemie", einem Partner vom i.m.a e.V. in der Vermittlung landwirtschaftlichen Wissens an Schulen. Angestoßen von der Biologielehrerin Ulrike Päffgen lernen die Jungen und Mädchen der Realschule Bedburg in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft, wie Gemüse angebaut und geerntet wird.

Einmal wöchentlich geht es auf den Acker von Gut Neuhof in Glessen. Dort werden zwischen März und Oktober von "A" wie "Auberginen" bis "Z" wie "Zucchini" dreißig verschiedene Gemüsesorten angebaut - alles, was den Schülern schmeckt. Die Kinder sind dabei in sogenannten Mehrgenerationen-Teams jeweils für eine Gemüse-Parzelle verantwortlich. Die Ernte wird in der Schulmensa und mit Gemüse-Abo-Kisten in der Nachbarschaft verkauft, so dass den Schülern die gesamte Wertschöpfungskette vermittelt werden kann.

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Serie: Die Landwirtschaft in...

Sachsen

Was ist typisch für die Landwirtschaft in einem Bundesland, was prägt sie besonders? In unserer Serie ergründen wir Klischees und listen Fakten auf. So entsteht ein Bild von unserer Landwirtschaft, wie es Statistiken allein nicht bieten können.

Wer der Sage vom Ursprung der Sachsen Glauben schenkt, sollte sich in das drittgrößte Obstanbaugebiet Deutschlands begeben: in die Plantagen links und rechts der Elbe, von Freiberger und Zwickauer Mulde, nach Bautzen, Görlitz und Leipzig. Dort werden jährlich nicht nur auf 4.900 Hektar mehr als hunderttausend Tonnen Obst erzeugt, dort finden sich auch die hübschesten Mädchen. Denn nicht von ungefähr heißt es: "In Sachsen, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen." Sie heißen Carola, Resi und Undine, Georgia, Kordia und Regina. Manche sind frühreif, andere rotbäckig, süß und saftig. Und immer mehr Männer nehmen sich ihrer an.

Gehörten dem Landesverband Sächsisches Obst vor 24 Jahren gerade mal 35 Obstbauern an, so sind es heute bereits 86. An deren Bäumen wächst das Kernobst mit den schönen Mädchennamen - vor allem Äpfel, die mit 57 Prozent die höchsten Ernteerträge ausmachen, gefolgt von Sauerkirschen (17 %). Seltener sind Süßkirschen (4 %), Birnen (3 %) und Pflaumen (2 %). Dagegen werden auf 415 Hektar Erdbeeren angebaut, die mit zwölf Prozent zum Ernteertrag beitragen.

Der Gartenbau spielt in der sächsischen Landwirtschaft eine beachtliche Rolle. In etwa 450 Betrieben sind mehr als 6.300 Menschen beschäftigt. Mit einem Anteil vom 177 Millionen Euro trägt er zu sieben Prozent zum Produktionswert der Landwirtschaft bei. Mit jeweils 77 Millionen Euro entfallen dabei gleichgroße Anteile auf die Erzeugung von Blumen und Zierpflanzen sowie auf den Obst- und Gemüseanbau.

Insgesamt trägt die Landwirtschaft in Sachsen mit einem Prozent oder knapp neunhundert Millionen Euro zur Bruttowertschöpfung des Freistaates bei. Allein bei den Vollerwerbslandwirten - etwas weniger als die Hälfte aller 6.300 Betriebe in Sachsen - beträgt die Wertschöpfung mehr als 740 Millionen Euro. Bei den 34.800 Erwerbstätigen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, liegt die Bruttowertschöpfung pro Kopf bei mehr als 30.000 Euro. In der Arbeitsproduktivität liegt die Landwirtschaft zudem deutlich über dem Durschnitt und vor allen anderen Wirtschaftszweigen in Sachsen.

Fast die Hälfte der 18.420 km2 Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Mit knapp 710.000 Hektar hat dabei der Ackerbau den größten Anteil. Darunter dominiert der Getreideanbau, wenngleich auch die Gesamtfläche in den vergangenen fünf Jahren um gut zehntausend auf 398.821 Hektar zurückgegangen ist.

Weniger Fläche muss aber nicht zugleich weniger Ertrag bedeuten. So wurden 2010 pro Hektar 6,43 Tonnen eingefahren, fünf Jahre später war es mit 7,32 fast eine Tonne mehr. Den größten Anteil daran hat Winterweizen. Roggen, Hafer und auch das Futtergetreide Triticale spielen dagegen mit zusammen 67.000 Hektar Ackerfläche und einem Ertrag von knapp 410.000 Tonnen keine relevante Rolle.

Auch in der sächsischen Landwirtschaft hängen die Erträge von Witterungseinflüssen ab. Steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge werden die Vegetationsperioden in Sachsen künftig um zwei bis fünf Tage verändern, haben Wissenschaftler in einer Erhebung zum Klimawandel in der Landwirtschaft prognostiziert. Schon jetzt gibt es Beispiele für klimatische Ausreißer. So wurden z.B. vor drei Jahren bei Winterweizen und Wintergerste erhebliche Ertragseinbrüche durch Auswinterungsschäden verzeichnet (Frost, Wassermangel, Fäulnis), während die Ernte in den vergangenen zwei Jahren mit mehr als 1,5 Millionen Tonnen Weizen und 722.000 Tonnen Gerste überdurchschnittlich ertragreich war und deutlich über dem fünfjährigen Mittel lag.

Hohe Erträge bei Gerste dürften eine Branche in Sachsen ganz besonders freuen: Die Bierbrauer. Vor genau tausend Jahren wurde in Meißen mit einem Honigbier die Brautradition begründet. Heute glaubt noch manch ein Zuschauer von Fernsehwerbung, dass in der Dresdner Semperoper Bier produziert wird, weil Deutschlands größte Brauereigruppe einst behauptet hatte, "hier" sei ihr Gerstengetränk zuhause.

Fakt ist jedoch, dass auf den gerade mal 360 Hektar Hopfenanbaufläche in Sachsen nicht jene Erträge geerntet werden, um den Gesamtbedarf im Freistaat zu decken. Denn nirgendwo sonst in Deutschland wird so viel Bier produziert: acht Millionen Hektoliter pro Jahr. Damit wird pro Kopf in Sachsen mit zweihundert Hektoliter mehr Bier produziert, als in allen anderen Bundesländern. Auch im Konsum sind die Sachsen bundesweit Spitze: 135 Liter (deutschlandweit im Durchschnitt 106 Liter).

Wo viel Bier getrunken und produziert wird, braucht es neben Hopfen auch ausreichend Braugerste. Für hundert Liter Bier werden rund 21 Kilogramm benötigt, für die - je nach Ernteertrag - vierzig Quadratmeter Sommergerste angebaut werden müssen. Mit 15.000 Hektar ist die Anbaufläche in Sachsen jedoch überschaubar, der Ertrag mit ca. 5,04 Tonnen pro Hektar bei weitem nicht ausreichend.

Vergleichsweise geringe Erträge erwirtschaften auch die 2.485 sächsischen Winzer auf 492 Hektar Rebfläche: 2014 waren es knapp 21.000 Hektoliter. Doch seit Goethe in "Auerbachs Keller" in Leipzig dem Wein zugesprochen und das Gasthaus im "Faust" verewigt hat, ist Sachsen als Weinland in aller Munde - wenngleich die Weinhistorie viel weiter, bis ins zehnte Jahrhundert zurückreicht.

Heute dominiert im kleinsten Weinanbaugebiet Deutschlands der Müller-Thurgau auf etwas mehr als 72 Hektar; der Ertrag lag zuletzt bei etwa 4.000 Hektoliter. Es heißt, die Rebstöcke des Müller-Thurgau seien genügsam auch auf einfachen Böden. Anders hingegen Riesling; er brauche anspruchsvolle Lagen, um ertragreich zu gedeihen. Doch wie bei vielen Sagen, so zeigt die Realität auch hier andere Resultate. Obwohl im Ertrag noch um ein Drittel hinter dem Müller-Thurgau, ist die Riesling-Anbaufläche in Sachsen inzwischen ebenso groß. Die darauf erzeugten Weine haben Spitzenqualität. Inzwischen ist bekannt, dass sogar an den einst als ungeeignet geltenden Hängen der "Schwarzen Elster" schon vor Jahrhunderten Rieslingstöcke kultiviert wurden. Man kann also auch auf kleinen Flächen große Erfolge erzielen.

Den Beweis für diese Behauptung treten Sachsens Milchkühe an. Im nach Thüringen zweitkleinsten ostdeutschen Bundesland stehen mehr Milchkühe als in allen anderen ostdeutschen Ländern. Im Prüfjahr 2014 hat jede der knapp 184.500 sächsischen Kühe mit 9.271 Kilogramm annähernd so viel Milch erzeugt, wie in den großen Flächenländern Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Dabei hatte die sächsische Milch den höchsten Fett- und Eiweißgehalt aller ostdeutschen Kühe (4,04 bzw. 3,40 %). Offenbar fühlen sich die Tiere wohl in Sachsen.

Gleichwohl geht die Anzahl milchwirtschaftlicher Betriebe zurück. Waren es 2010 noch 1.569, so wurden vier Jahre später 191 weniger gezählt. Kontinuierlich rückläufig sind auch die Erlöse. Konnten Milchbauern 2013 für hundert Kilo Milch noch durchschnittlich 37,68 Euro erzielen, so waren es ein Jahr später nur noch 36,90 Euro. Auch bei den Erzeugerpreisen müssen die Landwirte im Freistaat immer mehr Einbußen hinnehmen. So lag der Milchpreis ab Hof im Januar 2014 noch bei etwa 41 Euro für hundert Kilogramm Milch. Ein Jahr später betrug er nur noch wenig mehr als 29 Euro. 2016 war man bei 27,67 Euro angekommen.

Auch die Preise für Jungbullen haben in dieser Zeit deutlich abgenommen: 2012 wurden für ein Kilo Fleisch noch vier Euro gezahlt, ein Jahr später waren es immerhin noch um die 3,70, während in 2014 Tiefstpreise um die 3,30 Euro notiert wurden. Beim Schweinefleisch wurden Ende 2012 noch etwa 1,70 Euro pro Kilo vom Schlachthof gezahlt. Zwei Jahre später waren es bereits vierzig Cent weniger.

Großen Zuwachs - wenn auch auf kleinem Niveau - hat die Zucht ostfriesischer Milchschafe in Sachsen. Wurden 2009 gerade mal 28 Tiere im Freistaat gezählt, waren es zuletzt mehr als sechs Mal so viele. An der Milch kann es wohl nicht liegen, denn die Statistik weist in dieser Zeitspanne einen signifikanten Rückgang um hundert Kilo auf 286 aus.

Dagegen beeindrucken die sächsischen Hühner: Mit jährlich mehr als 300 Eiern pro Tier sind sie deutlich fleißiger als ihre bundesdeutschen Kolleginnen (292 Eier/Tier). Auf einem konstant hohen Niveau werden jährlich zwischen 914 und 951 Millionen Eier gelegt. Sachsen ist damit nach Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern der viertgrößte Eier-Lieferant in Deutschland. Im Freistaat dominiert die Bodenhaltung. 84 Prozent der etwa vier Millionen Legehennen leben entsprechend, während weitere zehn Prozent im Freiland gehalten werden und vier Betriebe nach ökologischen Richtlinien produzieren.

Die Zahl der Betriebe, die in Sachsen ökologischen Landbau betreiben, nimmt langsam zu. 2014 waren es fast 526 Höfe, vier Jahre zuvor erst 444. Bewirtschaftet werden heute mehr als 36.000 Hektar, 2014 waren es erst 34.036 Hektar. Der Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Sachsens beträgt jedoch nur vier Prozent. Andererseits beteiligen sich in Sachsen rund 3.000 landwirtschaftliche Betriebe freiwillig an Agrarumweltmaßnahmen und bewirtschaften vierzig Prozent ihrer Flächen besonders umweltgerecht. So sind es denn auch bei den Bio-Betrieben vorwiegend Anbauflächen für Getreide oder Dauergrünland, die ökologisch bewirtschaftet werden. Die Tierhaltung hingegen ist überschaubar: Etwa 14.500 Rinder, 2.000 Schweine und 42.000 Legehennen werden ökologisch gehalten. Die Mehrzahl der Betriebe wird zudem im Nebenerwerb geführt.

Der landwirtschaftliche Nebenerwerb scheint in Sachsen ein probater Weg für den Einstieg in die Branche zu sein. Und so bedeutend, dass ihm die Landesregierung gar eine eigene Broschüre widmet. Denn auch in der konventionellen Landwirtschaft dominiert mit 51 Prozent der Nebenerwerb. Hier werden gerade mal acht Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche Sachsens bewirtschaftet - im bundesweiten Durchschnitt sind es sonst 16 Prozent. Kleine Flächen lassen sich auch in der Freizeit bewirtschaften, durch Familienangehörige oder Saisonarbeitskräfte. Oder durch Berufseinsteiger. Fünf Prozent Zuwachs hat die sächsische Landwirtschaft zuletzt in den grünen Berufen verzeichnet. Ein erfreulicher Wert für eine Branche, der viel zu häufig viel zu wenig Anerkennung zuteil wird.

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise: aid infodienst, Archiv, Cornelsen Verlag, DBV, GemüseAckerdemie, Hobby- und Kleintierzüchterverlag, i.m.a, LBV, lob-bw, Jürgen Acker-, Anschi-, Marco Barnebeck-, Angie Conscious-, Cornerstone-, Anne Garti-, M.Großmann-, Bernd Kasper-, Tim Reckmann-, Gabi Schoenemann-, Helene Souza-, Rainer Sturm-, Tirot/pixelio.de, privat.

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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