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Newsletter Mai 2013

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Newsletter Mai 2013

i.m.a aktuell

  • Die Sachinformation "Das Schwein - woher kommt unser Schnitzel?"
  • Lernmaterialien zur Zuckerrübe
  • Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: Bausteine. Sachunterricht 2. Ausgabe für Berlin, Brandenburg u.a.
  • Schulbuch: Erdkunde 5/6. Gymnasium Niedersachsen. TERRA
  • Das grüne Gewissen. Hanser Verlag
  • Hurra, es wächst! Gärtnern mit Kindern. Kosmos Verlag

Sonstiges

  • WissensWerte: Die Erdbeere
  • "Eh-da-Flächen"
  • Landwirtschaft gestern und heute
  • "Tag der Milch" am 01. Juni 2013

i.m.a aktuell

Die Sachinformation "Das Schwein - woher kommt unser Schnitzel?"


Mit dieser Sachinformation bieten wir ausführliche Informationen über das Schwein als landwirtschaftliches Nutztier sowie über den Weg "Vom Ferkel zum Schnitzel". Das Heft dient Lehrerinnen und Lehrern bei der fachlich fundierten Vorbereitung ihres Unterrichtes über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung. Auf 24 Seiten liefern wir Einblicke in das Leben von Schweinen, in ihre Haltung und in die Arbeiten des betreuenden Landwirtes. Sie erfahren, wie eine wirtschaftliche Produktionsweise mit dem Tierschutz und dem Tierwohl, dem Umwelt- und Verbraucherschutz sowie der Lebensmittelsicherheit einhergeht.

Die Sachinformation kann im i.m.a-Webshop bestellt werden. Auch die digitale Version der Broschüre steht zum kostenlosen Herunterladen auf unserer Internetseite unter www.ima-agrar.de zur Verfügung.

Preis: 0,- EUR, Format: DIN A4, 24 Seiten

Lernmaterialien zur Zuckerrübe


Die Süße von Zucker erzeugt zusammen mit Fruchtsäuren und anderen Bestandteilen von Früchten einen regelrechten Geschmacksakkord auf der Zunge. Dass sich heute fast jeder diesen süßen Genuss leisten kann, liegt auch an Franz Carl Achard. Vor 260 Jahren erblickte der Erfinder der instustriellen Rübenzuckerproduktion in Berlin das Licht der Welt. Nach jahrelanger Zuchtoptimierung der Runkelrübe und vielen Experimenten lieferte die von ihm entwickelte Fabrik - kurz vor seinem 59. Geburtstag - den ersten, industriell hergestellten Rübenzucker.

Anhand der Feldfrucht Zuckerrübe lassen sich interessante Unterrichtsstunden zum Thema Zucker gestalten oder eine Exkursion zu einem Rübenbauern vorbereiten. Der i.m.a e.V. bietet das passende Material dafür an. Pädagogen, Schüler und interessierte Verbraucher finden darin alle wichtigen Informationen über die süße Rübe, ihre Verarbeitung und Bedeutung.

Über den i.m.a-Webshop sind folgende Medien zum Thema Zuckerrübe bestellbar oder stehen zum Herunterladen bereit:

  • Unterrichtsposter Zuckerrübe inkl. 8 Arbeitsblätter (Poster, DIN A1, 0,- Euro)
  • Sachinformation "Die Zuckerrübe" (Heft DIN A4 23 Seiten, 0,- Euro)
  • 3-Minuten-Information "Zuckerrüben" (Flyer DIN A6, 0,- Euro)
  • Unterrichtsmappe "Die Zuckerrübe" (Mappe DIN A4 53 Seiten, 12,90 Euro)

Für das i.m.a - Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" wurden zudemdie folgenden Unterrichtsbausteine zum Thema "Zuckerrübe" entwickelt:

  • Zuckerchemie: Die Eigenschaften des Zuckers – mehr als nur süß (Heft 1/2009)
  • Die Zuckerrübe: Vom Samen zur Rübe (Heft 1/2011)

Sie können unter www.ima-lehrermagazin.de heruntergeladen werden.

Exkursionen in die Landwirtschaft - Betriebe stellen sich vor


Damit Kinder, Jugendliche und interessierte Erwachsene authentische Einsichten in die moderne landwirtschaftliche Tierhaltung nehmen können, empfehlen wir den Besuch eines Landwirtschaftsbetriebes.

In unserer Rubrik "Exkursionen in die Landwirtschaft" stellen wir Betriebe vor, die sich dafür im Rahmen des Projektes EinSichten in die Tierhaltung engagieren.


Wir setzen unsere Exkursionen-Serie durch die Welt der Tierhaltungs-EinSichten mit dem Betrieb von Tobias Großerichter, nahe des Wasserschlosses Westerwinkel im Kreis Coesfeld, fort. Der 25-jährige Landwirt betreibt zusammen mit seinen Eltern und einem Auszubildenden einen Ferkelerzeugerbetrieb mit 250 Muttersauen, 1.000 Ferkelaufzuchtplätzen und 95 Hektar Ackerland.

Seit März 2013 nimmt der Betrieb am i.m.a-Projekt "EinSichten in die Tierhaltung" teil und freut sich über das rege Besucherinteresse. Auch Schulklassen können im Besuchergang entlang des Sauenstalls Informationen sammeln und von außen durch Fenster Einsichten in die Arbeitsabläufe der Schweineproduktion gewinnen.

Die Besucher sehen im ersten Fenster die Eberbucht sowie das Deckzentrum. Anschließend folgt der Wartebereich mit den tragenden Sauen, die je zu zehnt in Buchten aufgestallt sind. Zuletzt gelangen die Besucher zum Abferkelstall, wo sie die kleinen Ferkel beim Säugen und Fressen, Spielen und Schlafen beobachten können. Infotafeln und Flyer der i.m.a liefern ergänzendes Wissen zu den einzelnen Stationen.

Gegenüber Pressevertretern bekundet Tobias Großerichter: „Wir wollen die Menschen informieren und aufklären“. Die Einstellung von Gegnern der modernen Tierhaltung sei zunächst einmal nicht zu verurteilen. Aber Landwirte können mit jedermann offen darüber sprechen und das vertreten, was sie tun.

(Foto: Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, WLV)

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: Bausteine. Sachunterricht 2. Ausgabe für Berlin, Brandenburg u.a.


In dieser Ausgabe unseres Newsletter stellen wir Ihnen eine Analyse des Schulbuchs "Bausteine. Sachunterricht 2." (2012) vor, welches für die Grundschule Jahrgangsstufe 2 in Berlin, Brandenburg, Hessen, Schleswig-Holstein und weiteren Bundesländer zur Auswahl steht.

Das Buch wird vom Diesterweg Schulbuchverlag veröffentlicht und ist für den Erdkundeunterricht bestimmt. Zusätzlich zu diesem Werk können die Lehrkräfte ein Arbeitsheft mit ergänzender Lernsoftware sowie Handreichungen für den Unterricht mit Kommentaren, Kopiervorlagen und CD-ROM erwerben.

Das Unterrichtsthema "Landwirtschaft" wird im Rahmen des Kapitels "Tiere auf dem Bauernhof" behandelt und umfasst insgesamt vier Schulbuchseiten.

In diesem Zusammenhang sind insbesondere die aussagekräftigen und altersgemäßen Bilder, Grafiken und Karten zu erwähnen, sowie die übersichtlichen und klar strukturierten Kapitel. Das Anschauungsmaterial fordert die Schülerinnen und Schüler dazu auf, eigene Erkenntnisse auf Basis der Materialien zu gewinnen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch die Möglichkeit, unterschiedliche Phänomene, Zusammenhänge und Fachbegriffe im Sinne des selbstständigen Lernens zu erarbeiten.

Durch die Erarbeitung des Produktionsweges der frischen Milch vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zu deren Aufbereitung zur verkaufsfertigen Milch im Supermarkt wird den Schülerinnen und Schülern dessen Produktionsweg transparent gemacht und sie können das Erlernte auf andere Milchprodukte übertragen. Auf diese Weise wird das prozessbezogene Lernen der Schüler unterstützt.

Das Thema "Landwirtschaft" wird im Rahmen des Schulbuches auf vier Schulbuchseiten nur sehr kurz angerissen. Dies hängt jedoch mit den Anforderungen der unterschiedlichen Lehrpläne zusammen. Im zweiten Schuljahrgang sollen die Schüler lediglich erste Einblicke in die Thematik erhalten. Dies wird im dritten Schuljahr vertieft. Dennoch wäre es wünschenswert, den regionalen Aspekt des Themas "Landwirtschaft" intensiver aufzugreifen, indem beispielsweise Anregungen zum außerschulischen Lernen gegeben werden würden (z.B. Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebs).

Anhand des zusätzlichen Heftes am Anfang des Schulbuchs erhalten die Schülerinnen und Schüler detaillierte Informationen über das Durchführen, Planen und Auswerten von Erkundungen und Experimenten. Hierdurch werden die Schüler darin unterstützt, fachspezifische Arbeitsweisen durchzuführen.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite unter http://www.ima-agrar.de.

Drechsler-Köhler, B. (Hrsg.) (2. Auflage, 2012): Bausteine. Sachunterricht 2. Braunschweig: Diesterweg Schulbuchverlag, ISBN: 978-3-425-15201-1, Broschüre, 96 Seiten, Preis: 15,95 Euro

 

Schulbuch: Erdkunde 5/6. Gymnasium Niedersachsen. TERRA

Das Schulbuch "Erdkunde 5/6. Gymnasium Niedersachsen. TERRA" (2012) wird vom Klett Verlag veröffentlicht und ist für den Erdkundeunterricht in den 5. und 6. Schuljahrgängen in Niedersachsen bestimmt. Zusätzlich zu dem Lehrwerk gibt es einen Lehrerband und ein Arbeitsheft.

Das Thema "Landwirtschaft" wird im Rahmen des Kapitels "Leben und Arbeiten auf dem Land" thematisiert und auf insgesamt 21 Seiten behandelt.

Facettenreich werden sowohl die intensive als auch die ökologische Landwirtschaft bearbeitet. Den Schülerinnen und Schülern werden einzelne Produktionswege ("Vom Getreide zum Brot", "Die Zuckerrübe: vom Feld zum Verbraucher", "Von der Milch zum Käse") transparent gemacht. Dadurch wird das prozessbezogene Lernen der Schüler unterstützt und sie werden dazu angeleitet, das Erlernte auf ihr eigenes Konsumverhalten zu übertragen. Außerdem erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über unterschiedliche Anbauregionen in Deutschland.

Im Rahmen des Schwerpunktes "Armes Schwein – Schwein gehabt", erfolgt keine fachgerechte Ausführung der Thematik. Hier wird eine Gegenüberstellung von "Massentierhaltung" und "artgerechter Tierhaltung" am Beispiel der Schweinemast durchgeführt. Gemeint sind jedoch die ökologische und die konventionelle Tierhaltung in der Schweinemast. Nicht fachgerecht vermittelt die Darstellung den Eindruck, dass die konventionelle Tierhaltung generell nicht artgerecht sein kann.

Anhand der "Methodenseiten", "Orientierungsseiten" und der "Trainingsseiten" wird den Schülerinnen und Schülern zum einen das entdeckende Lernen ermöglicht, zum anderen können sie das Erlernte selbstständig üben, wiederholen und festigen. Darüber hinaus wird das individuelle Lernen unterstützt. Die steten "Online-Link"-Verweise bieten den Schülerinnen und Schülern überdies die Möglichkeit, weiterführende Themen zu den Kernlehrplaninhalten zu erarbeiten und ihr Wissen dadurch zu ergänzen.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie auf der i.m.a-Internetseite: http://www.ima-agrar.de.

Haberlag, B. u.a. (1. Auflage, 2012): Erdkunde 5/6. Gymnasium Niedersachsen. Stuttgart: Ernst Klett Verlag GmbH. ISBN: 978-3-623-27312-9, Festeinband, 257 Seiten, 20,75 Euro.

Das grüne Gewissen - Wenn die Natur zur Ersatzreligion wird


Was steckt hinter der neuen grünen Bürgerlichkeit, die immer mehr Menschen anspricht? Und was hat der heutige Biokonsum im Zeichen der Nachhaltigkeit noch mit dem Umweltbewusstsein der 70er und 80er Jahre zu tun? Andreas Möller blickt tief in die deutsche Seele. Sein Buch zeichnet die historischen Eckpunkte der deutschen Naturverehrung nach – von der Romantik über das "Dritte Reich" bis zur Welt von Manufactum. Es zeigt anhand vieler aktueller Beispiele, wie das grüne Denken in Deutschland zu einem nationalen Mythos werden konnte – und was die Realtitätsflucht der Generation Landlust für unsere Gesellschaft bedeutet.

Ein Blick in das letzte Kapitel mit dem Titel "Was aus diesem Buch folgt" macht klar, dass es hier keineswegs darum geht, bestimmte Haltungen zu verurteilen oder zu empfehlen. Dem Zynismus, individuelles ökologisches Verhalten mit dem Hinweis auf den globalen Wahnsinn zu belächeln, schließt sich Möller nicht an.

Aber er stellt unbequeme Fragen, die leicht untergehen in dem breiten Konsens darüber, dass das Wachstum begrenzt, die Natur geschützt und die Lebensqualität verbessert werden soll: er fragt nach dem Verhältnis zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten, mithin nach der politischen Komponente des grünen Lebensgefühls. Letztlich geht es darum, wie wir leben wollen, ob wir unseren gewohnten Lebensstandard einschränken wollen – und ob wir dies auch anderen nahelegen, für die Naturkost und sauberer Strom noch nicht selbstverständlich sind.

Möller, A. (2013): Das grüne Gewissen. Wenn die Natur zur Ersatzreligion wird. München: Carl Hanser Verlag. ISBN: 978-3-446-43224-6, Festeinband, 264 Seiten, Preis: 17,90 Euro

Hurra, es wächst! Gärtnern mit Kindern. Kosmos Verlag

Eigenes Obst und Gemüse anzubauen macht gerade Kindern viel Spaß! Dafür braucht man nicht unbedingt einen riesigen Garten mit viel Platz. Ein Blumenkasten am Fenster reicht manchmal schon aus, um das Pflanzenwunder zu erleben.

Chris Collins hat für sein Buch Hurra, es wächst! 30 große und kleine Projekte für Kinder-Gärtner entwickelt, die nicht nur toll aussehen, sondern am Ende auch noch lecker schmecken. Ob Erdbeerbrunnen oder Möhrenwettrennen, Lieblingspizzakräuter oder Mini-Tomaten: Kleine Gartenfans bekommen für alles eine genaue Anleitung mit vielen Step-Fotos im Polaroid-Stil – und natürlich ein paar einfache Rezepttipps. Nicht zu kurz kommen selbstverständlich auch die wichtigsten Grundlagen zum Säen, Pflegen und Ernten sowie Anregungen, wie man mit einfachen Elementen den Garten zu einem Paradies für Tiere macht. Einige Tipps, zur Abwehr ungebetener Gäste im Beet, machen das Gartenspaß-Buch komplett.

Collins, C. (2013): Hurra, es wächst! Gärtnern mit Kindern. Stuttgart: Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-1267-38, broschiert, 112 Seiten, Preis: 12,99 Euro

Sonstiges

WissensWerte: Die Erdbeere


Entgegen ihrem Namen zählt die Erdbeere aus botanischer Sicht nicht zu den Beeren sondern zu den Sammelnussfrüchten. Das, was wir als Erdbeerfrucht genießen, ist nur die fleischig verdickte Blütenachse, eine Scheinfrucht. Darauf sitzen die eigentlichen Früchte in Form von winzig kleinen, grünen oder braunen Nüsschen. Es gibt ungefähr zwanzig Arten, die meisten in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel sowie eine Art in Chile. Je nach Art werden die kleinen Früchtchen in Deutschland zwischen April und September geerntet. Durch ihren frischen, fruchtigen Geschmack sowie dem hohen Gehalt an Vitamin C zählen sie zu den beliebtesten unter den "Beeren".

Die Erdbeerernte liegt im Jahr 2012 bei schätzungsweise 138.600 Tonnen, das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten sechs Jahre liegt der Rückgang bei nahezu gleichbleibenden Anbauflächen sogar bei neun Prozent. Eine Ursache dafür waren ungünstige Witterungsbedingungen. So haben zum Beispiel Spätfröste im Mai, regionale Hagelschäden und das feuchtwarme Wetter im Juni die Erntemengen sinken lassen.

Im Erdbeeranbau sind die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg führend. Baden-Württemberg hatte allerdings mit dem stärksten Rückgang der Erntemenge zu kämpfen. Trotz leichter Ausdehnung der Anbauflächen betrugen die Einbußen im Vergleich zum Vorjahr über 4.800 Tonnen (– 17 Prozent).

(Quellen: BMELV und Destatis)

"Eh-da-Flächen"


Intensive Nutzung der Landschaft einerseits und der Schutz der Biodiversität andererseits - wie soll das zusammengehen?

Deutschland hat eine Gesamtfläche von rund 357.000 km², wovon etwa die Hälfte landwirtschaftlich genutzt wird. Allerdings werden täglich fast 100 Hektar Acker- und Grünland, Platz für gut 130 Fußballfelder, überbaut ("Landfrass"). Bleibt da noch Platz für Biodiversität? Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass der Verlust an Lebensräumen die Hauptursache für den Rückgang der biologischen Vielfalt ist. Hinzu kommt, dass auf immer weniger Fläche immer mehr Lebensmittel produziert werden müssen.

In letzter Zeit kommen in diesem Zusammenhang häufiger sogenannte "Eh-da-Flächen" ins Gespräch. Damit sind Flächen gemeint, die nicht gezielt landwirtschaftlich oder ökologisch genutzt werden, die aber in der offenen Landschaft vorhanden – also "eh da" sind. Sie können kleinräumig sein, kompakte Areale bilden oder die Landschaft als Linien durchziehen.

Wer seine Umgebung mit offenen Augen betrachtet, findet Eh-da-Flächen überall: an Straßenböschungen, Wegrändern, Autobahnauffahrten, in Verkehrsinseln, Eisenbahndämmen, in der Stadt oder auch zwischen bewirtschafteten Feldern. All diese Flächen lassen sich nutzen, um die Artenvielfalt zu fördern und so zum Beispiel unseren Bienen oder auch Vögeln wieder mehr attraktiven Lebensraum zu geben.

Bild 1: Randstreifen mit geringer Biodiversität (FNL)
Bild 2: Randstreifen mit hoher Biodiversität (FNL)

Landwirtschaft gestern und heute

In der Landwirtschaft sowie in anderen Wirtschaftszweigen vollzieht sich seit mehreren Jahrzehnten ein rasanter Strukturwandel als Ergebnis von technischem Fortschritt, Industrialisierung und Globalisierung. In dieser Rubrik unseres Newsletters stellen wir Ihnen mit ausgewählten historischen Bildern, Daten und Fakten verschiedene Meilensteine in der Veränderung der landwirtschaftlichen Produktionstechniken vor.

In Fortsetzung unserer Serie stellen wir in dieser Ausgabe die Pflüge der vergangenen und heutigen Zeit gegenüber.

Das Pflügen gestern und heute

Als erste Werkzeuge der Bodenbearbeitung werden heute Grab- und Pflanzstöcke, Hacken, Beile und Gabelspaten aus Holz angenommen. Der Grabstock gilt dabei als Vorläufer der einfachen Hakenpflüge. Diese - so vermuten Wissenschaftler - zogen schon im sechsten Jahrtausend vor Christus Furchen über die Äcker am Nil.

Am Anfang noch von Menschenhand gezogen, konnte mit Erfindung des Jochs fortan die tierische Kraft von Ochsen oder Kühen genutzt werden. So wurden Ertragssteigerungen durch Vertiefung der Bearbeitung und durch Flächenvergrößerungen erreicht. Der Hakenpflug, der in Mitteleuropa bis ins Mittelalter verbreitet war, hat mit dem heutigen Pflug nicht viel gemeinsam. Er bestand nur aus einem angeschnitzten Holz, das durch den Boden gezogen wurde.

Erst im 6. Jahrhundert etablierte sich der Räderpflug, der mit Erfindung des Kummets und der Hufeisen, das Pferd als Zugtier ermöglichte. Das Kummet ersetzte Hals- und Leibgurte bzw. Stranggeschirre, die die Atmung der Zugtiere erheblich beeinträchtigten.

Durch Weiterentwicklung des angeschnitzten Holzes zu einem Schar aus Eisen in Ergänzung mit Streichbrett/-blech sowie Sech, verbesserte sich die Wirkungsweise des Pflugs nochmals erheblich.

Mit der Schar schneidet der Pflug einen rechteckigen Erdbalken aus dem Boden; dabei entsteht eine Furche. Die Vorwärtsbewegung schiebt den Erdbalken auf das gewölbte Streichblech, wodurch er gebrochen, zerbröckelt, gewendet und schließlich seitlich abgekippt wird.

Problematisch war nun jedoch, dass gerade lehmiger oder toniger Boden an den Eisenteilen des Pfluges kleben blieb und die Arbeit deshalb immer wieder zur Reinigung unterbrochen werden musste.

1837 bot ein gebrochenes Stahl-Sägeblatt aus einem Sägewerk einem Herren namens John Deere eine entscheidende Gelegenheit. Er nutzte es als Streichblech, veränderte Form und Biegung und erreichte so, dass der Boden von dem hochglanzpolierten Stahl leicht abglitt. Damit legte der damals einfache Schmied den Grundstein für das Unternehmen Deere & Company, das heute mit einem Umsatz von ca. 30 Milliarden US Dollar als ein Weltmarktführer im Bereich Landtechnik bekannt ist.

Um 1860 entwickelte der Engländer John Fowler den ersten effizienten Dampfpflug. Da die Dampfmaschinen selbst zu schwer waren, um über den Acker zu fahren, zogen je zwei Maschinen von Feldrändern aus einen großen Pflug an einem Drahtseil über den Acker. Das System konnte in einer Stunde so viel Arbeit leisten, wie ein Pferdegespann an einem Tag.

Etwa ab 1930 wurde die Feldarbeit der Pferde endgültig von den Traktoren abgelöst. Ihre Zugkraft ist so groß, dass sie auch Pflüge mit mehreren Scharen und Streichblechen selbst durch schweren Boden ziehen können. Durch die Erfindung der Hydraulik und ihre Anwendung im Traktorenbau wurde es möglich, die Pflüge ein- und aussetzen, die Tiefe zu regulieren, zu drehen und zu wenden. Die Bodenbearbeitung gestaltete sich somit immer effektiver. Bis heute ist die Verbesserung der Pflüge und Zugmaschinen nicht zum Stillstand gekommen.

  • Bild 1: mühsame Bodenbearbeitung mit einem einfachen Hakenpflug.
  • Bild 2: Hakenpflug gezogen von einem Ochsenspann.
  • Bild 3: Pflug mit Kummet gezogen von einem Pferd.
  • Bild 4: Werkfoto von einem 2-Schar-Wendeplug der Firma Deutz.
  • Bild 5: Moderner 5-Schar Anbau-Drehpflug. Maximale Arbeitsbreite von zwei Metern, Länge von knapp fünf Metern und Gewicht von 1,14 Tonnen.

(Quellen: historische Bilder von i.m.a e.V., Farbfoto von John Deere)

Wussten Sie...

..., dass sich das Sprichwort "Wer rastet, der rostet" aus der Landwirtschaft - und zwar vom Pflug ableitet? Wurde das Bodenbearbeitungsgerät über die Vegetationsperiode länger nicht benutzt, setzten die Eisenteile damals schnell Rost an. Nach dem erneuten Einsatz auf dem Acker glänzten Schar und Streichblatt jedoch schon wieder fast wie neu.
 

"Tag der Milch" am 01. Juni 2013


Jeden Tag sollte man die Milch feiern, denn Milch ist gesund! www.tag-der-milch.de ist ein Internetportal auf dem die Initiative Milch, Informationen und Links zum Thema Milch sowie Veranstaltungen und Aktionen zum "Tag der Milch" am 1. Juni 2013 gebündelt und vorgestellt werden. Auf der Website finden Sie zudem Anregungen für die Milch im Schulunterricht. Der i.m.a e.V. ergänzt das Thema Milch unter anderem durch das Unterrichtsposter "Die Kuh" mit Arbeitsblättern als Kopiervorlagen auf der Rückseite und "Expedition in den Kuhstall" zur Vorbereitung eines Schulausfluges mit Stationenarbeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.

Diese und andere Medien des i.m.a e.V. können über den Webshop bestellt oder als PDF von der i.m.a-Internetseite heruntergeladen werden.

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