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Newsletter Oktober/November 2014

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Newsletter Oktober/November 2014

i.m.a aktuell

  • Lehrermagazin: Jedes Rind ist anders
  • 3-Minuten-Info: Genossenschaften
  • Ballaststoffreich genießen: Rezepte für eine gesunde Ernährung
  • EuroTier: Landwirtschaftliche Wissens-Rallye für Schulklassen
  • Neuer Lernzirkel: Expedition in den Schweinestall

Aktionen und Termine

  • Wettbewerb: Seid ihr Alleskörner?
  • Schulgarten-Projekt: Gemüse pflanzen - Gesundheit ernten

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Landwirtschaft" und Lehrwerk "Mobile 1/2. Heimat- und Sachunterricht. Bayern"
  • Schulbuch: "Durchblick. Gesellschaftslehre 5/6. Niedersachsen" (2014)
  • Sachbuch: "Meine Frau ersetzt mir 20 Kühe"

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Betriebe stellen sich vor: Weidegut Sonnenborstel

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Arbeit auf dem Bauernhof - immer weniger eine Familiensache

Landwirtschaft gestern und heute

  • Vom Knochenjob zum Freizeitvergnügen

i.m.a aktuell

Lehrermagazin: Jedes Rind ist anders

In der neuen Ausgabe vom "lebens.mittel.punkt" stehen wieder vier Unterrichtsbausteine im Mittelpunkt, mit denen Lehrer die Vermittlung von Agrar-Themen attraktiv gestalten können. Das Titelthema "Jedes Rind ist anders" richtet sich an Grundschüler und stellt die wichtigsten Rinderrassen vor. Auch das "Bio-Thema" mit umfassenden Informationen zur Bio-Landwirtschaft und den vielen Qualitätssiegeln ist für die Primarstufe aufbereitet, kann aber auch für andere Altersgruppen genutzt werden.

Für die Sekundarstufe gibt es im Lehrermagazin den Unterrichtsbaustein "Tierarzneimittel", mit dessen Fakten zur Versachlichung der immer wieder kontrovers geführten Diskussionen beigetragen werden soll. Und beim Thema "Brotgetreide und Märkte" geht es um die Zusammenhänge zwischen dem Getreideanbau und der Marktpreisbildung.

Auch die weiteren Themen des Lehrermagazins bieten Grundlagen für die Wissensvermittlung an den Schulen. Sowohl die Standortbestimmung zur "Ernährungsbildung in der Schule" als auch die Vorstellung des Berufs eines Veterinärmediziners vermitteln interessante Einblicke in die Agrar-Welt.
Die neue Ausgabe vom Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" kann hier kostenlos angefordert oder online gelesen werden.

3-Minuten-Info: Genossenschaften

Mit inzwischen mehr als fünfzig Themen gehört die "3-Minuten-Info" zu den auflagenstärksten i.m.a-Publikationen. Sie erläutern Fakten aus der Agrar-Welt in kurzer und prägnanter Form. Schüler aller Altersgruppen nutzen sie gerne für die Vorbereitung von Referaten. Die neue Ausgabe befasst sich mit den ländlichen Genossenschaften.

Es war die Idee, das man gemeinsam mehr erreichen kann, mit der vor 150 Jahren Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Grundlage geschaffen hat, auf der noch heute das Genossenschaftsmodell funktioniert. Ging es einst nur darum, der verarmten und hungernden Landbevölkerung zu helfen, so sind daraus heute moderne Selbsthilfeeinrichtungen entstanden, die der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder dienen. Sie sind gleichermaßen Eigentümer und Geschäftspartner und engagieren sich in einem breiten Spektrum, das von Genossenschaftsbanken über ländliche- oder Raiffeisen-Genossenschaften bis zu gewerblichen, Konsum- und Wohnungsgenossenschaften reicht.

Dieses Thema ergänzt einen Schwerpunkt aus dem Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt". In Heft 1/2012 gab es aus Anlass des Internationalen Jahres der Genossenschaften einen ausführlichen Beitrag über Schülergenossenschaften und einen Unterrichtsbaustein über Genossenschaften. Er war für die Sekundarstufe konzipiert worden und kann sowohl im Sozialkunde- und Erdkunde-Unterricht als auch in den Fächern Wirtschaft und Politik eingesetzt werden.

Alle "3-Minuten-Infos" und auch das Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" 1/2012 können im i.m.a-Webshop bestellt oder als pdf.-Datei heruntergeladen werden.

Ballaststoffreich genießen: Rezepte für eine gesunde Ernährung

Es ist ein Irrtum, dass Ballaststoffe nur in Getreide enthalten sind. Auch Obst und Gemüse sind ballaststoffreich. In der Kombination vieler dieser Lebensmittel steckt die Chance, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Darauf macht das neue Rezeptheft "Ballaststoffreich genießen" aufmerksam, das jetzt hier angesehen und heruntergeladen werden kann. Es ist in Kooperation mit dem Verband Deutscher Mühlen entstanden.

Die Sonderpublikation des Lehrermagazins "lebens.mittel.punkt" kann ideal im Unterricht eingesetzt werden; z.B. in der Vermittlung von theoretischem Wissen über ausgewogene Ernährung, als Rezeptheft in Koch-AGs oder in der Verbraucherbildung.

Dass Roggenvollkornbrot noch immer die meisten Ballaststoffe enthält, wissen wohl nur die wenigsten Schüler. Ihnen bewusst zu machen, warum diese für eine ausgewogene Ernährung wichtig und welche Lebensmittel besonders ballaststoffreich sind, ist Anliegen des i.m.a-Rezeptheftes. Zusätzliche Informationen von Experten und Fakten, z.B. zur Mehlvielfalt, ergänzen die Rezepte und verdeutlichen, warum man täglich mindestens dreißig Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen sollte.

 

EuroTier: Landwirtschaftliche Wissens-Rallye für Schulklassen

Das erfolgreichste Info-Angebot für junge Zielgruppen auf der landwirtschaftlichen Fachmesse "EuroTier" ist die Wissens-Rallye, die der i.m.a e.V. mit Unterstützung vom Landvolk Niedersachsen durchführt. Seit zehn Jahren steigen die Teilnehmerzahlen, und so war es in diesem Jahr zeitweise so voll, dass die angebotenen Sitzplätze nicht mehr ausreichten. Aber die mehr als 500 Jungen und Mädchen zeigten sich flexibel, genossen am i.m.a-Messestand den vom Bauernverband bereitgestellten Snack und machten sich nach einer Einführung auf die Tour durch die Hallen. Der Fragebogen, den man ihnen mitgegeben hatte, diente dabei als Orientierung. Denn um die darin gestellten Aufgaben zu lösen, mussten sich die Schüler an den Ständen umsehen und auch den Dialog mit den Ausstellern suchen. So ließ sich landwirtschaftliches Wissen leicht und immer wieder auch unterhaltsam vermitteln.

Neben den kleinen Besuchern hatten auch viele große Gäste den Weg zum i.m.a e.V. gefunden. Die Tierhalter informierten sich über das Projekt "EinSichten in die Tierhaltung", das Landwirte bei der Öffnung ihrer Betriebe für interessierte Besucher unterstützt. Besonders interessant wurde es immer dann, wenn ein Tierhalter auf einen Projektteilnehmer traf und so aus erster Hand von den Erfahrungen des Kollegen profitieren konnte.

Zu der guten Akzeptanz vom i.m.a-Messestand hat sicher hat auch die gute Kooperation mit dem Bauernverband beigetragen. Täglich hatten fleißige Helfer mehr als siebenhundert Brötchen und nicht weniger Würste zubereitet, damit den Besuchern neben der geistigen auch leibliche Nahrung angeboten werden konnte.


Neuer Lernzirkel: Expedition in den Schweinestall

Landwirte, Lehrer, Schüler – das sind die drei Zielgruppen der neuen i.m.a-Broschüre "Expedition in den Schweinestall". Den Landwirten dient sie zur Vorbereitung auf den Besuch von Schulklassen im Betrieb und wie Schülern der Sekundarstufe die Besonderheiten der Schweinehaltung didaktisch sinnvoll vermittelt werden. Aber auch Lehrer nutzen die Broschüre im Unterricht, um bereits im Vorfeld einzelne Themen zu behandeln. Für Schüler ist sie wiederum Lern- und Arbeitsgrundlage. Die in der Broschüre enthaltenen Arbeitsblätter dienen der Vertiefung des Themas sowie der Reflektion eigener Handlungen und Erkenntnisse, die beim Besuch des Bauernhofs gesammelt werden.

Der von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanzierte Lernzirkel "Expedition in den Schweinestall" ist in fünf Stationen unterteilt: Funktionsweise eines landwirtschaftlichen Betriebs, Lebensraum der Tiere, Fütterung, Nährstoffkreislauf und Erzeugnisse vom Schwein. Durch jede Lernstation wird nicht nur Wissen vermittelt. Auch Kompetenzen und Fähigkeiten können die Schüler trainieren; z.B., indem Sie anhand des vermittelten Wissens über die Ernährung von Schweinen deren Futter zusammenstellen sollen.

Neben der "Expedition in den Schweinestall" gibt es drei weitere Themen dieser Reihe: "Expedition in den Kuhstall", "…ins Getreidefeld" und "…auf den Kartoffelacker". Alle können hier kostenlos angefordert werden.

Aktionen und Termine

Wettbewerb: Seid Ihr Alleskörner?

Theoretisches Wissen praktisch erproben und dabei Geld für die Klassenkasse gewinnen - das ist für viele Schüler eine interessante Kombination. Und es ist ganz einfach, in den Genuss dieses Angebots zu kommen - und das in wahrstem Sinne des Wortes.

Denn beim Wettbewerb "Hafer in der Ernährung - mit Power-Paketen lernen und gewinnen" erhalten deutschlandweit hundert Schulklassen Unterrichtsmaterial und jeweils einen Klassensatz Haferflocken. Mit den Haferflocken lässt sich leckeres Müsli zubereiten und die Unterlagen bieten geistige Nahrung.

Die Aufgabe besteht darin, einen Bericht über eine kreative Unterrichtseinheit zum Thema "Hafer in der Ernährung" zu verfassen und beim Wettbewerb einzureichen. Eine Jury wählt die drei interessantesten Beiträge aus, die mit jeweils 300 Euro für die Klassenkasse belohnt werden. Hier kann man mitmachen.

Schulgarten-Projekt: Gemüse pflanzen - Gesundheit ernten

Durch einen technischen Fehler war dieses Thema nicht in allen Aussendungen unseres letzten Newsletters enthalten. Wir wiederholen daher an dieser Stelle die Veröffentlichung.

Einen Schulgarten anzulegen und zu pflegen ist aufwendig. Da wird jede helfende Hand und fördernde Unterstützung benötigt. Die BayWa Stiftung engagiert sich auch auf diesem Gebiet und stattet seit 2013 im Rahmen eines großen Projekts in Süddeutschland Grundschulen mit Gemüsebeeten aus. Sie bietet Schülern und Lehrern wertvolle Unterstützung, damit sie durch aktive Erfahrung beim Pflanzen, Pflegen und Ernten von Obst und Gemüse die Bedeutung von gesunder Ernährung und Landwirtschaft kennenlernen. Unter dem Motto "Gemüse pflanzen - Gesundheit ernten" wird durch das gemeinsame Pflanzen, Pflegen und Ernten Freude und Begeisterung für frisches Obst und Gemüse sowie für eine gesunde Ernährung bei den Schülern geweckt.

Grundschulen, die Interesse haben, einen Schulgarten anzulegen oder  zu erweitern, können sich hier informieren und bewerben.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: "Landwirtschaft" und deren Umsetzung im Lehrwerk "Mobile 1/2. Heimat- und Sachunterricht. Bayern"

Das Schulbuch ist für den Heimat- und Sachunterricht in den 1. und 2. Schuljahrgängen in Bayern bestimmt. Zusätzlich zu dem Lehrwerk können Lehrermaterialien mit Kopiervorlagen sowie ein Ordner für Lehrermaterialien erworben werden. Das Thema "Landwirtschaft" wird im Rahmen des Schulbuchs facettenreich beschrieben. Es fällt auf, dass in der Mehrzahl der unterschiedlichen Kapitel landwirtschaftliche Inhalte aufgegriffen werden.

Das Kapitel "Sich gesund ernähren" veranschaulicht den Schülerinnen und Schülern sehr gelungen, dass eine gesunde Ernährung von großer Bedeutung ist. Sie erarbeiten, dass Nahrungsmittel, die aus der landwirtschaftlichen Produktion stammen, einen zentralen Anteil an ihrer täglichen Ernährung haben. Anhand der "Aktiv"-Seite ("Was isst du alles an einem Tag") reflektieren sie ihr eigenes Nahrungsverhalten und werden dazu animiert, das Erlernte auf ihr eigenes Konsumverhalten zu transferieren. Ferner werden die Schülerinnen und Schüler zum entdeckenden und forschenden Lernen motiviert. Dies geschieht zum Beispiel durch das selbstständige Herstellen eines Frischkäse-Dips oder durch das Nachweisen von Fett in unterschiedlichen Lebensmitteln.

Im Rahmen des Kapitels "Tiere, Pflanzen, Lebensräume" erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über die Herkunft und Inhaltsstoffe der Kartoffel, und es werden Beispiele für unterschiedliche Nahrungsmittel gegeben, die aus Kartoffeln produziert werden. Außerdem werden die Schüler im Sinne des handlungsorientierten Unterrichts dazu aufgefordert, selbst Kartoffeln in einem Eimer zu ziehen. An dieser Stelle wäre es wünschenswert, den Schülerinnen und Schülern die Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Konsumenten zu veranschaulichen.

Das Bildmaterial, die Grafiken und Karten, überzeugen durch ihre Aussagekraft, Altersgemäßheit und Ansprache. Überdies fordern sie die Schülerinnen und Schüler dazu auf, handlungsorientiert zu arbeiten und eigene Erkenntnisse auf Basis der Materialien zu gewinnen.

Obschon es im Lehrplan des Faches Heimat- und Sachunterricht nicht gefordert wird, wäre es wünschenswert, wenn die Schüler bereits in dieser Jahrgangsstufe genauere Informationen über die Herkunft, Produktion und Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse erhalten würden. Auch die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes bietet sich an.

Dr. Carolin Duda, Dr. Gabriele Diersen (2014): "Mobile 1/2. Heimat- und Sachunterricht. Bayern". Westermann Verlag. 176 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 18,95 Euro; Lehrmaterialien 27,00 Euro. ISBN: 978-3-14-110205-5.

Schulbuch: "Durchblick. Gesellschaftslehre 5/6. Niedersachsen" (2014)

Das Schulbuch ist für den Gesellschaftslehreunterricht bestimmt. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Schuljahrgänge der Gymnasien, Oberschulen, integrierten Gesamtschulen und Realschulen in Niedersachsen. Zusätzlich zum Lehrwerk können ein Schülerarbeitsheft, ein Lösungsheft und digitale Lehrermaterialien als CD-ROM oder Online-Jahres-Einzellizenz erworben werden.

Das Thema "Landwirtschaft" wird im Rahmen der landwirtschaftsbezogenen Kapitel facettenreich beschrieben, zum Beispiel indem sowohl die konventionelle als auch die ökologische Landwirtschaft behandelt wird. Darüber hinaus wird die Wertschöpfungskette der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Produkte – von der Produktion bis zum Konsumenten – transparent gemacht, z.B. anhand der Themenfelder "Milcherzeugung in Ostfriesland" oder "Landwirtschaft in Südeuropa". Auf diese Weise wird auch das prozessbezogene Lernen unterstützt und die Schülerinnen und Schüler erhalten erste Einblicke in die Transportwege von Waren im Rahmen der Globalisierung.

Das Kapitel "Unsere Umwelt erhalten" wirft einen Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und die damit einhergehenden Umweltprobleme in allen Bereichen. Hier wird auch auf die Landwirtschaft und die dort bestehenden Umweltprobleme hingewiesen. Die Ausführungen sind jedoch hinsichtlich Quellen- und Fotoauswahl verbesserbar. Es werden gesellschaftlich entstandene Werthaltungen wiedergegeben. Wünschenswert wäre eine Beschreibung der vorhandenen Probleme um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich unvoreingenommen ein Urteil zu bilden. Es wäre außerdem sinnvoll, auf den Zusammenhang zwischen dem Lebensmittelkonsum und der Entwicklung der intensiven Tierhaltung einzugehen.

Durch die Methoden- und Materialvielfalt wird den Schülerinnen und Schülern das entdeckende Lernen, insbesondere durch die Hinweise zum Besuch außerschulischer Lernorte (landwirtschaftlicher Betrieb, Supermarkt, Wochenmarkt), ermöglicht.

Durch die Seiten "GEO-Methoden", "GEO-Aktiv", "GEO-Orientierung" und "GEO-Wissen und Können" wird den Schülerinnen und Schülern einerseits das entdeckende Lernen ermöglicht (z.B. Anregungen zur Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes). Andererseits können sie das Erlernte selbstständig üben, wiederholen und festigen. Das Bildmaterial, die Grafiken und Karten, die durch ihren hohen Aktualitätsbezug überzeugen, sind altersgemäß und aussagekräftig.

Dr. Carolin Duda, Dr. Gabriele Diersen (2012): "Durchblick. Gesellschaftslehre. 5/6. Niedersachsen". Westermann Verlagsgruppe. 296 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 24,95 Euro. ISBN 978-3-14-110425-7.

Sachbuch: "Meine Frau ersetzt mir 20 Kühe"

"Die Urteile über Landwirtschaft werden immer weniger vom Alltag, vom Normalfall geprägt, sondern immer mehr vom Ausnahmefall, vom Skandal", beklagt der Medien- und Kommunikationsforscher Hans-Mathias Kepplinger. Sein Zitat ist eines ungezählter Bonmots, Aphorismen und anderer Aussagen prominenter und weniger bekannter Zeitzeugen, die Dr. Dieter Barth in dem Buch "Meine Frau ersetzt mir 20 Kühe" zusammengetragen hat. Neben dem Titel gebenden Zitat aus einer Überschrift der "Bonner Rundschau" sind hier viele schöne Klassiker versammelt, wie die Feststellung eines der am meisten Zitierten – des Ehrenpräsidenten vom Deutschen Bauernverband, Freiherr Heeremann von Zuydtwyck: "Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst".

Eines wächst in jedem Fall bei der Lektüre dieses Buches: das Schmunzeln, die Freude, aber auch die Nachdenklichkeit über die Vielfalt der Zitate. Manche sind kurz, wie die chinesische Gleichung "Fette Beamte – dürre Bauern" oder die Überschrift einer AP-Meldung: "Frühkartoffeln verspäten sich", andere verblüffen in ihrer treffsicheren Schlichtheit: "Wo Bauern sich selbst aufgeben, wird auch staatliche Unterstützung versagen", so der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Ignaz Kiechle.

Nicht zuletzt ist dieses Buch auch lehrreich, erfährt man doch zum Beispiel, dass selbst amerikanische Präsidenten Experten in der Landwirtschaft waren, wie dieses Zitat von Abraham Lincoln belegt: "Die Henne ist das klügste Geschöpf im Tierreich: Sie gackert erst, nachdem das Ei gelegt ist."

Dr. Dieter Barth (2014): "Meine Frau ersetzt mir 20 Kühe". LV-Buch aus der Reihe „Agraritäten“. 176 Seiten, Hardcover; Preis17,95 Euro. ISBN 978-378-435-342-5

Exkursionen in die Landwirtschaft

Betriebe stellen sich vor: Weidegut Sonnenborstel

Der Hof von Tobias Göckeritz ist ein Paradies für Tiere. Denn der Schweinehalter hat ein großes Herz für viele Kreaturen. So versorgt er zusammen mit seiner Tochter und einem Angestellten täglich nicht nur 2200 Schweine, sondern auch Mutterkühe, Pferde, Hühner, Gänse, Kaninchen, eine Katze und einen Hund. Zudem bietet er auf seinem Hof zwanzig Schwalben, einer Kolonie Stare und zehn Haussperling-Brutpaaren Unterschlupf.

Mit anderen Worten: Die Tiere fühlen sich auf dem Weidegut Sonnenborstel sauwohl. Wobei das natürlich in erster Linie für die Schweine gelten dürfte. Denn sie sind die wirtschaftliche Grundlage dafür, dass sich der Landwirt den Unterhalt der anderen Tiere leisten kann. Seine 200 Säue, die Ferkelaufzucht mit 700 Tieren und der Bestand an 1.300 Mastschweine sind die durchgängige Basis, auf der sein Betrieb wirtschaftlich funktioniert.

Das Engagement von Tobias Göckeritz reicht aber über seine vierzig Hektar Landwirtschaftsfläche hinaus. Denn er ist auch in der Initiative deutscher Schweinehalter aktiv (www.bauernhoefe-statt-bauernopfer.de). Das Bauern-Netzwerk setzt sich für Transparenz und einen sachlichen Dialog in der Gesellschaft ein, für den realistischen Blick auf die Vollerwerbslandwirtschaft und einen "Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem", wie das Netzwerk postuliert.

Da war es für Tobias Göckeritz gar keine Frage, ob er sich am "EinSichten"-Projekt beteiligt. Als Vorsitzender vom Landvolk Mittelweser will er zugleich auch Vorbild sein. Also hat er auf seinem Hof nicht ein Stallfenster, sondern gleich mehrere eingebaut, so dass auch große Besuchergruppe gleichzeitig in die Schweinebuchten Einblicke nehmen können. Und das i.m.a-Info-Material dient als theoretischer Unterbau für das praktisch Erlebte.

Wer sich selbst einen Eindruck von der Transparenz auf dem Weidegut Sonnenborstel in Steimbke zwischen Bremen und Hannover verschaffen möchte, wendet sich an den i.m.a. e.V. Wir vermitteln dann einen Kontakt zu Tobias Göckeritz. Informationen zum Projekt "EinSichten in die Tierhaltung" gibt es hier.


WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Arbeit auf dem Bauernhof - immer weniger eine Familiensache

Arbeiten daheim - in der Landwirtschaft wird dieser "Traum" von 2,3 Millionen Menschen in Deutschland gelebt. Täglich. Doch hat dies wenig mit "Heimarbeit" zu tun. Denn das "Heim" der Landwirte sind ihre Höfe, und die sind zugleich Betriebsstätten und außerdem auch Arbeitsplätze für etwa 1,3 Millionen Angestellte und Saisonkräfte. Denn die Landwirte können ihre Betriebe ohne Hilfe von außen nur selten allein mit den "mithelfenden Familienangehörigen" bewirtschaften.

Früher war klar: An der Seite des Bauern stand die Bauersfrau, auf dem Hof lebten Kinder, Geschwister und Großeltern, oft sogar weitere Verwandte. Und alle packten mit an. So ließ sich die teils noch sehr schwere körperliche Arbeit in der familiären Gemeinschaft bewältigen. Und von dem Ertrag lebten alle – mal gut, selten besser. Mit dem Strukturwandel und der Technisierung stiegen nicht nur die Betriebskosten, es wurden auch weniger Arbeitskräfte benötigt. Zudem wollten immer weniger Kinder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Aus vielen großen Höfen wurden Nebenerwerbsbetriebe.

So ging bei landwirtschaftlichen Betrieben auch der Anteil der familiären Arbeitskräfte zurück. Seit 2007 um mehr als zwölf Prozent. Zeitgleich stieg die Zahl der Angestellten um acht Prozent. 2010 wurden etwa 195.500 angestellte und 334.00 saisonale Arbeitskräfte gezählt. Dagegen ist die Zahl der Familienarbeitskräfte mit etwa 568.000 trotz Rückgangs noch immer beträchtlich.

Besonders hoch ist der Anteil der Frauen bei den mitarbeitenden Familienmitgliedern. Mit fast 42 Prozent hat er 2010 den größten Anteil ausgemacht. Auch bei den saisonalen Arbeitskräften lag der Anteil an Frauen mit mehr als 36 Prozent um etwa zehn Prozent höher als bei den Männern. Ein Grund dafür dürfte der hohe Anteil saisonaler Erntehelfer sein, bei denen Frauen die Mehrheit bilden.

Landwirtschaft gestern und heute

Vom Knochenjob zum Freizeitvergnügen

Einst wurden die Herbstferien "Kartoffelferien" genannt. Weil die Kinder damals nicht an den Strand von Mallorca reisten, sondern auf den Kartoffelacker vom Vater gingen. Denn Herbstzeit war Erntezeit, und was mit den Maschinen nicht eingebracht werden konnte, musste von Hand nachgesammelt werden. Die Ferien gibt es noch heute, das "Kartoffelstoppeln" ist selten geworden.

Das gilt für viele landwirtschaftliche Tätigkeiten, die früher im Familienverbund ausgeübt wurden. Weil "Tagelöhner" nicht hoch im Kurs standen, vertrauten die Landwirte lieber auf die Mithilfe der Familie. Und jeder hatte seine Rolle. Im Stall konnten alle mit anpacken, auf dem Feld übernahmen Frauen und Kinder, aber auch die Großeltern leichte Arbeiten. Oft half man sich auch unter Nachbarn oder in der gesamten Gemeinde.

Heute wird ein Hektar Getreide vom Bauern auf dem Mähdrescher in weniger als zwei Stunden geerntet. Vor dem Einzug der Technisierung im Ackerbau musste für Mähen, Dreschen und Abfahren 300 Stunden gearbeitet werden. Wer schneller fertig sein wollte, brauchte also Unterstützung – durch die Familie, durch Knechte und Mägde.

Auch beim Melken im Stall ging es einst nicht ohne vieler Hände Arbeit voran. Das war körperlich sehr anstrengend. Denn die unbequeme Hockhaltung wurde auch den Einsatz von Melkschemeln nicht leichter. Oft waren es die Frauen, die hier arbeiteten, während Kinder beim Ausmisten oder der Fütterung der Tiere helfen mussten. Heute können sich die Kühe wann immer sie wollen von Robotern melken und Automaten füttern lassen. Zudem wurde der Melkvorgang durch die Technisierung hygienischer. Das alles hat zum Tierwohl beigetragen. Für den Landwirt brachte der Einsatz der Technik wirtschaftliche Vorteile: Denn weniger Handarbeit bedeutet, dass er seinen Tierbestand und damit den Ertrag steigern kann.

So gibt es viele Beispiele für den Wandel in der Landwirtschaft, bei der die Technisierung nicht nur den Menschen ersetzt, sondern auch die Produktivität verbessert hat. Andererseits gibt es heute immer mehr Menschen, die ihre Freizeit gerne auf "Mitmach-Bauernhöfen" verbringen, um freiwillig bei der Ernte zu helfen. Sie sind auf der Suche nach einer vermeintlichen ländlichen Idylle vergangener Zeiten, die tatsächlich nur aus harter Arbeit bestanden hat.

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise: Baywa, ima/Thien, Ilse Mohr, privat, Promo, VDGS
Quellen: DBV/Statistisches Bundesamt

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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