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Newsletter Oktober/November 2015

i.m.a aktuell

  • Agritechnica: Anziehungspunkt "Grünes Klassenzimmer"
  • Ernährungsbildung: Neues Unterrichtsmaterial
  • MHD: Bei vielen Verbrauchern noch unbekannt
  • Butter: Gutes aus Milch

Aktionen und Termine

  • Wettbewerb: Mit der Landwirtschaft gewinnen
  • Internationale Grüne Woche 2016: Schüler-Pressekonferenz
  • Massentierhaltung aufgedeckt: Geflügel im Anflug
  • Landleben: Eine besondere Liebesbeziehung

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Geographie Oberstufe. GEOS"
  • Video: "Milch und mehr – ein Landwirt und seine Kühe"

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Ackern am Filmpark

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Die Landwirtschaft in ... Baden-Württemberg

i.m.a aktuell

Agritechnica: Anziehungspunkt "Grünes Klassenzimmer"

Erneut ein großer Erfolg war das Schülerprogramm vom i.m.a e.V. auf der "AGRITECHNICA 2015". Die weltgrößte Fachmesse für Landtechnik findet im Wechsel mit der "EuroTier" alle zwei Jahre in Hannover statt. Es ist eine Leistungsschau der internationalen Hersteller von Traktoren und anderen Landmaschinen sowie ein Treffpunkt für Landwirte, und damit auch für Laien als "außerschulischer Lernort" interessant.

Mit Unterstützung vom Landvolk Niedersachsen hatte der i.m.a e.V. für sein Schülerprogramm sogenannte "WissensRallyes" konzipiert, bei denen die Schüler die Ausstellungsstände vieler Aussteller aufsuchen mussten. Dort waren Antworten für einen Fragebogen zu recherchieren, der später im Schulunterricht ausgewertet wird. Um sich auf die Thematik einzustimmen, trafen sich die Schulklassen im "Grünen Klassenzimmer", des i.m.a e.V. Hier konnten sich die Schüler mit den Aufgaben vertraut machen, Orientierungsfragen stellen und später auch die Ergebnisse reflektieren.

Die Bildungsangebote, die der i.m.a e.V. in unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung auf vielen Messen anbietet, dienen dazu, Jungen und Mädchen mit Themen der Landwirtschaft vertraut zu machen. Sie werden von immer mehr Lehrkräften angenommen. Das Schulprogramm auf der "AGRITECHNICA" war für Schüler ab der sechsten Klasse konzipiert. Ermöglicht wurde die Umsetzung nicht zuletzt durch den Veranstalter der "AGRITECHNICA", die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft, die auch in diesem Jahr wieder kostenlose Eintrittskarten für den Besuch der Schulklassen zur Verfügung gestellt hatte.

Ernährungsbildung: Neues Unterrichtsmaterial

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Christian Schmidt, hat sich an die Seite vom i.m.a e.V. gestellt. Schon seit Jahren fordert der Verein, dass Themen der Landwirtschaft, zu denen auch die Ernährungsbildung gehört, in den Lehrplänen der Schulen verankert werden. Schmidts Initiative geht in die gleiche Richtung: Er appelliert an die Bundesländer, Ernährungs- und Verbraucherbildung stärker in die Stundenpläne zu integrieren.

"Es ist mir ein großes Anliegen, die vermeidbare Lebensmittelverschwendung einzudämmen", sagte der Bundesminister. Deshalb müsse man "das Bewusstsein für den Wert unserer Lebensmittel schon bei Kindern und Jugendlichen schärfen". Das ist es auch, wofür sich der i.m.a e.V. mit seinen Lehr- und Lernmaterialien einsetzt, die im i.m.a-shop kostenlos zur Verfügung stehen.

Eine Studie habe ergeben, dass gerade jungen Menschen überdurchschnittlich viele Lebensmittel wegwerfen. Darum stellt jetzt auch das Bundeslandwirtschaftsministerium Lehrkräften der Primar- und Sekundarstufe I kostenloses Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Es soll fächerübergreifend, in der Projektarbeit und in den lehrplangemäßen Fächern wie Biologie, Deutsch, Ethik, Geografie und Wirtschaft einsetzbar sein. Nähere Informationen gibt es hier.

MHD: Bei vielen Verbrauchern noch unbekannt

Das Kürzel "MHD" wird nicht nur falsch interpretiert; es ist für viele Verbraucher noch immer ein unbekannter Begriff. Dabei ist er ganz leicht zu verstehen: "MHD" - das "Mindesthaltbarkeitsdatum" auf Lebensmitteln - gibt an, wie lange diese ungeöffnet bei angemessenen Aufbewahrungsbedingungen haltbar sind. In der Realität wird das "MHD" jedoch vor allem als "Ablaufdatum" fehlinterpretiert. Die fatale Folge: Ist das Datum überschritten, werden Lebensmittel ungeöffnet weggeworfen, obwohl sie noch genießbar sind.

Die Hersteller kalkulieren bei der Angabe des "MHD" in der Regel einen "Sicherheitszuschlag" hinzu, um ihre Gütegarantie gewährleisten zu können, erläutert Christoff Minhoff vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. Das bedeutet: Die Lebensmittel sind also tatsächlich länger genießbar, als es das "Mindesthaltbarkeitsdatum" angibt. Oft bedeutet der Ablauf des "MHD" auch nur die Einbuße von Geschmack, z.B. bei Kaffee oder Tee.

Wer Lebensmittelverpackungen nach dem "MHD"-Ablauf öffnet, kann sich oft auf seine Sinneswahrnehmung verlassen, um die Genießbarkeit zu prüfen. Ein unnatürlicher Geruch, Veränderungen in der Farbe oder Konsistenz sind deutliche Zeichen für verdorbene Lebensmittel. Weitere Informationen zum "MHD" gibt es in einem kostenlosen Faltblatt, hier. Auch in den verschiedenen Ausgaben vom i.m.a-Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" finden sich Berichte und Unterrichtsbausteine zur Lebensmittelkennzeichnung (Heft 11) und dem Thema „Lebensmittelverschwendung“ (Heft 8). Die Ausgaben finden Sie hier.


Butter: Gutes aus Milch

In Bayern hat der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Kampagne "Spart uns nicht die Bauern weg!" gestartet. Mit ihr will er "den Menschen vor Augen führen, wie wertvoll unsere Milch ist und welche Leistungen sie für den Milchpreis darüber hinaus bekommen". Eine Leistung ist die aus heimischer Milch produzierte Butter, die in den kommenden Wochen besonders begehrt ist. Denn ohne Butter gibt es kein Weihnachtsgebäck und keinen Christstollen.

So hat der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie gerade mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr Lebkuchen mit 38 Prozent einen deutlichen Spitzenplatz in der sogenannten Hitliste des vorweihnachtlichen "Saisongeschäfts" belegten, gefolgt von Spekulatius mit 21 Prozent und Christstollen mit zwanzig Prozent. Mehr als 92.000 Tonnen Weihnachtsgebäck haben die Verbraucher in der letzten Saison konsumiert. In der aktuellen Saison wird eine Steigerung durch eine noch größere Produktvielfalt wie Lebkuchen mit Cranberries, Ingwer oder Nougat erwartet.

Die Vorweihnachtszeit ist ein geeigneter Zeitpunkt zur Vermittlung von Grundlagenwissen über die Entstehung wichtiger Nahrungsmittel, zu denen zweifelsohne Milch gehört. Dass aus ihr nicht nur Butter für die traditionelle Weihnachtsbäckerei gemacht wird, vermittelt die i.m.a-Broschüre "Unsere Milch", die hier von Lehrkräften kostenlos angefordert werden kann. In ihr steht auch alles Wissenswerte über die Nährwerte und natürlich über die Milchproduzenten, die Kühe. Ergänzend zu diesem Unterrichtsmaterial für die Primarstufe gibt es ein "Kuhposter" mit Lehrmaterial und die "3-Minuten-Info" zu landwirtschaftlichen Berufen, bei denen die Milch im Fokus steht, und immer wieder Beiträge über Milch und Milchkühe mit Unterrichtsbausteinen im Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" - alles im i.m.a-shop.

Aktionen und Termine

Wettbewerb: Mit der Landwirtschaft gewinnen

Noch einen Monat haben Schulklassen und einzelne Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 Gelegenheit, "Ferien auf dem Bauernhof" zu gewinnen. Dazu müssen sie einen Beitrag schreiben, in dem sie über ihre Begegnungen mit der Landwirtschaft im Alltag berichten. Das kann z.B. ein Aufsatz über den Weg der Lebensmittel vom Acker bis zum Supermarkt sein, oder über die Arbeit der Bauern aus der Sicht von Stadtmenschen. Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Auch Videos oder Fotos über die Begegnungen mit der Landwirtschaft im Alltag können eingereicht werden.

Zu gewinnen gibt es einen Aufenthalt auf einem (Lehr-)Bauernhof für Teilnehmer, die als Schulklassen mitmachen, oder einen Ferienaufenthalt für Einzelteilnehmer, zu dem auch Eltern und Geschwister eingeladen sind. Alle Details zum Wettbewerb stehen hier.

Internationale Grüne Woche 2016: Schüler-Pressekonferenz

Auf der bevorstehenden "Internationalen Grünen Woche" in Berlin (15. bis 24. Januar 2016) steht die traditionelle i.m.a-Schülerpressekonferenz ganz im Fokus der "Grünen Berufe". Am 20. Januar 2016 stellen sich um 11.00 Uhr drei Auszubildende aus verschiedenen Agrar-Berufen den Fragen der Schüler. Dabei wird über die vielseitigen beruflichen Perspektiven informiert, die eine Ausbildung in der Landwirtschaft und in den landwirtschaftsnahen Berufen bietet.

Wer bisher glaubte, allein der Bauer oder die Bäuerin wären die typischen Berufe, wird sich wundern: Vom Milchwirtschaftlichen Laboranten über den Landmaschinentechniker bis zur Pflanzentechnologin reicht die große Palette an Berufen, die alle mit der Landwirtschaft zu tun haben. Selbst Bäcker und Fleischer stehen damit in Verbindung, sind doch ihre Arbeitsfelder ohne die Landwirtschaft nicht vorstellbar.

Die i.m.a-Schülerpressekonferenz ergänzt am 20. Januar 2016 erstmals den "Tag der Ausbildung", an dem viele Auszubildende aus nahezu allen "Grünen Berufen" auf dem "ErlebnisBauernhof" in der Messehalle 3.2 über ihre Ausbildung und die Berufsperspektiven informieren.

Lehrer, die mit ihren Klassen an der i.m.a-Schülerpressekonferenz teilnehmen wollen, können sich noch für die letzten restlichen Plätze hier anmelden. Für den Besuch vom "ErlebnisBauernhof" an anderen Tagen gibt es ein vom i.m.a e.V. organisiertes Schülerprogramm. Hierzu kann man sich auf der Internetseite der "Internationalen Grünen Woche" anmelden (Positionen 45 und 46).

Massentierhaltung aufgedeckt: Geflügel im Anflug

Agrarstudenten der Hochschule Osnabrück informieren bereits seit mehr als einem Jahr erfolgreich über die sogenannte "Massentierhaltung". Sie bedienen sich des Begriffs von Kritikern der konventionellen Landwirtschaft, indem sie mit Fakten aufklären und mit Bildern zeigen, wie es in den Ställen der Tierhalter tatsächlich aussieht. Ihr Info-Angebot, das vom gemeinnützigen Verein "Tierhaltung - modern und transparent e.V." unterstützt wird, bereichern die Studenten immer wieder mit Studien, die ihnen aus dem Agrar-Studium zur Verfügung stehen.

Neu ist jetzt ein Informationsangebot zur Geflügelhaltung. Darin wird über Hähnchen, Legehennen und Puten informiert. Die Internetseite "Massentierhaltung aufgedeckt" überzeugt durch wertfreie Informationen. Nutzer, die sich eine eigene Meinung bilden wollen, können auch auf i.m.a-Materialien zugreifen. Das "Geflügelposter" und die "3-Minuten-Infos" zum Geflügel sowie die anderen Materialien zum Thema stehen kostenlos i.m.a-Webshop zum Download bereit.

 

Für Sie gelesen und getestet

Landleben: Eine besondere Liebesbeziehung

Heute braucht es nicht viel, um die sogenannten neuen Medien kreativ einzusetzen. Jugendliche sind dabei besonders einfallsreich, wie die Niedersächsische Landjugend jetzt beweist: Weil sie ihre Liebe zum Landleben publik machen wollen, haben einige Mädchen und junge Frauen zum Fotoapparat gegriffen, die Videofunktion eingestellt und einen kleinen Film gedreht. In ihm zeigen sie, was ihnen am Landleben gefällt und rufen dazu auf, eigene Ideen in Szene zu setzen. Die erste Liebesbekundung wurde auf youtube veröffentlicht und über Facebook gepostet. Innerhalb weniger Tage hatte der Film bereits mehr als 800 Klicks erzielt. Und es dürften schnell mehr werden, denn die Landjugend in Niedersachsen hat mehr als 10.000 Mitglieder. Bundesweit sind es zehn Mal so viele junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren, die alle eines auszeichnet: ihre Liebe zum Landleben.

Schulbuch: "Geographie Oberstufe. GEOS"

Das Schulbuch ist als Lehrwerk für den Einsatz im Geographieunterricht der Sekundarstufe II bestimmt. Neben diesem Buch stehen Handreichungen für den Unterricht und Kopiervorlagen zur Verfügung. Das Thema "Landwirtschaft" wird in den Kapiteln "Europa und die europäische Integration", "Geoökosysteme der Erde" und "Aktionsraum Erde – Disparitäten und Verflechtungen" behandelt.

Die vielfältigen Doppelseiten sollen die Schüler bei der Aneignung von wissenschaftlich fundiertem und anwendungsorientiertem Wissen unterstützen. Die Ausrichtung ist inhaltlich auf den Rahmenlehrplan Geografie für die gymnasiale Oberstufe der Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern abgestimmt. Die Kapitel gliedern sich in thematisch strukturierte Doppelseiten. Die Einstiege in die Kapitel erfolgen über "Check-in-Seiten", die das Ausgangsniveau der Lernenden ermitteln und Wissen reaktivieren. Innerhalb der Kapitel gibt es "Intensiv-Seiten", die eine vertiefende Betrachtung ermöglichen. Praxis-Seiten sollen zur selbstständigen Auseinandersetzung der Schüler mit geographischen Problemstellungen anregen. Der Abschluss der Kapitel erfolgt durch "Check-up-Seiten".

Die Texte auf der Doppelseite "Europa und die europäische Integration" sind kurz und prägnant, es werden sowohl die Vorzüge agrarischer Intensivgebiete genannt als auch die ökologischen Belastungen thematisiert. Die Aufgabenstellungen regen die Schüler zur Diskussion und vernetztem Denken an.

Auf der Doppelseite "Getreide: ein Schlüsselprodukt der EU-Agrarwirtschaft" sollen die Schüler die Bedeutung des Getreideanbaus erschließen, die Aufgabenstellungen unterstützen dies. Jedoch sind vielfältige Auswertungsschritte notwendig, um das Thema in Gänze zu erschließen.

Im Rahmen der Doppelseite "Der Ölbaum: Strukturwandel einer mediterranen Kultur" werden neben grundlegenden Informationen zu dieser Pflanze auch die Olivenmonokulturen in Andalusien sowie der Einfluss der Agrarpolitik auf die Erzeugung und Vermarktung von Olivenöl angesprochen. Auch hier zeigt sich eine objektive Darstellung. Neben den Vorteilen werden bewusst Probleme in Bezug auf den Anbau behandelt, wie beispielsweise die Bewässerung und in deren Folge die Verknappung der Ressource Wasser.

Im Kapitel "Gemeinsame Agrarpolitik im Wandel" werden in den Textabschnitten die Probleme thematisiert, jedoch nicht die Erfolge von bisherigen Reformen. Durch das Übergewicht der Textanteile und die hohe Informationsdichte wirkt diese Doppelseite wenig einladend.

Obwohl durch die "Praxis-Seiten" die selbstständige Auseinandersetzung mit Inhalten angeregt werden soll, wird kaum zum Lernen außerhalb des Klassenraumes aufgefordert. Wünschenswert wäre es, auch den regionalen Aspekt der Landwirtschaft ergänzend zur Landwirtschaft in der EU einfließen zu lassen, indem Tipps zum außerschulischen Lernen gegeben werden. Eine Aktualisierung der Inhalte, Diagramme und Abbildungen wäre wünschenswert. Die hohe Informationsdichte einzelner Seiten ist im Hinblick auf Schülermotivation und Interesse kritisch einzustufen. Die Sonderseiten ermöglichen den Schülern eine eigenständige Vertiefung und Überprüfung des Wissens.

M.Flath, E.Kulke (Hrsg., 2007): "Geographie Oberstufe. GEOS" - Östliche Bundesländer und Berlin. Cornelsen Schulbuchverlage. 352 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis 28,60 Euro; Handreichungen für den Unterricht mit Kopiervorlagen, 22,95 Euro. ISBN: 978-3-06-064394-3.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie hier als PDF-Datei.

Video: "Milch und mehr - ein Landwirt und seine Kühe"

Welche Aufgaben und Herausforderungen ein Landwirt täglich zu bewältigen hat, zeigt dieser Film am Beispiel eines Milchbauern aus Rotenburg in Niedersachsen. Er hält hundert Kühe plus Nachzucht und bewirtschaftet eine eigene Hofmolkerei mit Direktvermarktung.

In zwölf Episoden erklärt der Landwirt, welche Arbeiten er zu verrichten hat. Themen sind unter anderem Grasschnitt, Futtermittel, Besamung, Kälberaufzucht, Melkstand und Molkerei. Dabei wird in den Filmbeiträgen bewusst auf einen Kommentator verzichtet - nur der Milchbauer kommt zu Wort und erklärt auch schwierige Sachverhalte anschaulich und leicht verständlich.

Die DVD enthält als Begleitmaterial zu fast jedem Thema ein Arbeitsblatt. Für die Lehrkräfte gibt es zudem Hintergrundinformationen und Unterrichtsanregungen zu den Themen "Rinderrassen", "Molkerei" und "Familienbetriebene Landwirtschaft", die auch schon im i.m.a-Lehrermagazin "lebens.mittel.punkt" behandelt wurden. Zusätzlich werden für die Primarstufe zwei Bastelbögen "Kuh" und "Traktor" zum Ausmalen, Ausschneiden und Zusammenkleben angeboten.

Leider wird bei dem Video die Chance vertan, dass sich die Schüler aktiv mit den Filmthemen auseinandersetzen. Denn es werden nur Verständnis- und Wissensfragen, jedoch keine Aufgaben zum Wissenstransfer oder zur Reflexion gestellt, was gerade für die älteren Klassen vorteilhaft wäre. Auch Empfehlungen zum außerschulischen Lernen, etwa durch einen Besuch bei einem Milchbauern, fehlen. Gleichwohl eignet sich das Video mit der Unterteilung in zwölf Kurzfilme von jeweils drei bis fünf Minuten sowie dem zusätzlichem Begleitmaterial besonders für die Klassenstufen 3/4 bis 7/8. Die Filmbeiträge gibt es z.T. auch bei youtube.

Mawi Media "Milch und mehr - Ein Landwirt und seine Kühe"; zwölf Kurzfilme für den Unterricht. 2015, für die Unterrichtsfächer Sachkunde, Heimatkunde, Umweltbildung, Biologie in allen Bundesländern für die Grundschule, Sek I, Sonderschule und Förderschule; Klassenstufen 1 bis 10. Laufzeit 60 Min. 12 Kapitel, DVD-Format 16:09 plus zusätzlichem Begleitmaterial. 29,00 Euro, 49,90 Euro mit Vorführrecht, 160 Euro mit Vorführ- und Verleihrecht. 

Exkursionen in die Landwirtschaft

Ackern im Filmpark

Wie aus kleinen Pflänzchen große Pflanzen werden und wie auf einer einst nur braunen Erdschicht plötzlich Gemüse wächst: das fasziniert vor allem Kinder. Die Kleinsten nicht weniger als die Großen. Und so ist der i.m.a-Partner, der Ackerdemia e.V., mit seiner "GemüseAckerdemie" auch in Kindertagesstätten aktiv. Im Fröbel-Kindergarten "Am Filmpark" in Potsdam-Babelsberg hat die "GemüseAckerdemie" ihre erste Acker-Kita eingerichtet.

Auf einer vom Filmpark bereitgestellten Fläche wurde ein Acker eingerichtet, den die Erzieher gemeinsam mit den Kindern bestellen. Getreu den Ideen des Vordenkers der Pädagogik, Friedrich Fröbel, wird auch auf dem Acker das forschende Interesse der Kinder gefördert, indem sie lernen, was alles zu tun ist, damit Gemüse angebaut werden kann, damit es wächst und man es schließlich ernten und essen kann. Die Achtung vor Nahrungsmitteln, der Respekt im Umgang mit den Ressourcen der Natur, das Entdecken von kleinsten Lebewesen im Ackerboden und das partnerschaftliche Handeln sind dabei wichtige Lerninhalte, die von den Kita-Erziehern auch bei der Arbeit im Gemüsegarten vermittelt werden.

Wie in Potsdam, so unterstützt die "GemüseAckerdemie" an vielen Orten in Deutschland die Einrichtung von Gemüsegärten; vornehmlich in Schulen. Dabei erfährt sie immer wieder auch Unterstützung von Landwirten, die Ackerflächen für Schulklassen zur Verfügung stellen oder Arbeitsgeräte auf ihrem Hof einlagern, wenn der Standort der Schule zu weit ist.

Das Engagement der "GemüseAckerdemie" ist dabei nicht auf die Arbeit im Gemüsegarten beschränkt. Es ist ein schulbegleitendes Bildungsprogramm, das neben seinem praktischen Aspekt auch die Vermittlung theoretischer Inhalte vorsieht. Ziel ist es, Kindern die Zusammenhänge natürlicher Nahrungsmittelproduktion zu vermitteln, mit dem Anlegen von Gemüseparzellen auch die Übernahme von Verantwortung zu trainieren und nicht zuletzt Projekte zu etablieren, die über mehrere Schülergenerationen hinaus Bestand haben und somit nachhaltig wirken. Je nach Standort und den sonstigen Voraussetzungen werden von den Kindern mehr als 25 Gemüsesorten nach ökologischen Kriterien angebaut. Das Projekt wird vom i.m.a e.V. unterstützt und durch die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert. Weitere Infos hier.

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Neue Serie: Die Landwirtschaft in...

Baden-Württemberg

Was ist typisch für die Landwirtschaft in einem Bundesland, was prägt sie besonders? In unserer Serie ergründen wir Klischees und listen Fakten auf.
So entsteht ein Bild von unserer Landwirtschaft, wie es Statistiken allein
nicht bieten können.

Bei uns gibt‘s badische und unsymbadische Menschen - sagen die Bewohner im Südwesten Deutschlands. Die Badener (nicht Badenser!) sind wie die Württemberger Teil vom drittgrößten Bundesland. So wie die Schwaben. Bundesweit populär wurde einst deren Volkslied von der "Schwäb’sche Eisenbahne". Mit ihr verhält es sich wie mit dem Hauptstadtflughafen: Sowohl für den "Airport Berlin International" als auch für das Bahn-Großprojekt "Stuttgart 21" braucht‘s "halt a bissle Zeid". Doch während das Chaos in Berlin mit harten Worten kommentiert wird, klingt Kritik in Baden-Württemberg viel freundlicher. Hier wird vieles mit einem "le" verniedlicht: Vom "Pferdle" übers "Kindle" bis zum "Bäuerle".

Gleichwohl "schaffe die Bäuerle" in Baden-Württemberg ebenso emsig wie andernorts in Deutschland. Auf mehr als 1,4 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche produzieren 41.600 Betriebe eine große Vielfalt an Agrarprodukten: Getreide, Gemüse, Hopfen und Wein, tierische Produkte wie Fleisch, Eier und Milch. Und Obst: Das Ländle ist der größte deutsche Obstmarktproduzent; dreißig Prozent der gesamten deutschen Obstanbaufläche liegt in Baden-Württemberg, wo etwa zwölf Millionen Obstbäume auf 180.000 Hektar Streuobstwiesen stehen. Ein großer Teil ihres Ertrags wird in Flaschen abgefüllt. Von den etwa 29.000 sogenannten "Abfindungsbrennereien" in Deutschland arbeiten mehr als 11.000 in Baden-Württemberg.

So groß wie die Vielfalt landwirtschaftlicher Erzeugnisse, so vielseitig ist die baden-württembergische Küche. Mehr als fünfzig besternte Gourmet-Tempel gibt es im Land und die Zahl der weit weniger teuren, gut bürgerlichen und qualitativ ebenfalls hochwertigen Restaurants ist kaum überschaubar. Deren regionaltypische Gerichte wie Maultaschen, Schupfnudeln und Spätzle oder der Schwazwälder Schinken und die Kirschtorte haben längst ihren Siegeszug über die Landesgrenzen angetreten. Dennoch gibt es einige Spezialtäten wie den "Gaisburger Marsch" oder die "Kratzete", die man am besten vor Ort entdeckt.

Vielfältig ist auch die Landwirtschaft in den Regionen des Landes. Da gibt es die Weidewirtschaft im Hochschwarzwald, die Grünlandwirtschaft auf der Schwäbischen Alb und den Ackerbau in den Gunsträumen wie der Rheinebene, die Obstbauern am Bodensee und die Winzer in Baden und Württemberg, die Geflügel- und Schweine-Veredelungsbetriebe in Hohenlohe und die Milchviehhalter im Allgäu. Ja, selbst die Bodensee-Fischerei auf dem "Schwäbischen Meer", dem mit 536 Quadratkilometern größten deutschen See, trägt zur Produktvielfalt in Baden-Württemberg bei.

Doch das ist nicht alles. Denn bei nahezu vierzig Prozent bewaldeter Landesfläche stellt auch die Forstwirtschaft einen bedeutenden Wirtschaftsbereich dar. Knapp 38 Prozent der Wälder in Baden-Württemberg sind im Besitz von 260.000 Privatpersonen. Jeder der 1102 Gemeinden des Landes gehören etwa 500 Hektar Wald, während 320.000 Hektar sogenannter Staatswald sind. Der Rest ist Bundeseigentum. Die privaten Waldbesitzer bewirtschaften ihre Wälder in forstlichen Zusammenschlüssen oder haben damit die landeseigene Forstbewirtschaftung beauftragt. Im "Cluster Forst und Holz" erwirtschaften rund 200.000 Beschäftigte in 29.000 Unternehmen einen Jahresumsatz von etwa 31 Milliarden Euro. So wird in den Bilanzen nicht nur der Schwarzwald seinem Namen gerecht.

Auch die etwa 43.000 Weinbauern setzen auf Kooperation. In den fünf württembergischen und neun badischen Anbaugebieten veredeln mehr als sechzig Winzergenossenschaften etwa siebzig Prozent der landesweit geernteten Trauben zu hochwertigen Weinen. Dabei zählen der württembergische "Trollinger" und der badische "Blaue Spätburgunder" vor "Müller-Thurgau" und "Riesling" zu den wichtigsten Rebsorten.

Wie nah sich Weinbauern und Landwirte stehen, wird zur Weinlese deutlich. Denn zum neuen Wein gehören traditionell Zwiebelkuchen mit Speck und auch "Bibbeliskäs" in Baden, der in Württemberg als "Luggeleskäs" serviert wird. Die Zutaten - Weizen, Schweinefleisch, Zwiebeln, Eier, Butter, Milch und Gewürze - erzeugen die Landwirte und Tierhalter. Sie nutzen 830.000 Hektar Ackerfläche, fast 550.000 Hektar Grünland und 50.000 Hektar als Dauerkulturflächen. Weizen und Mais sind die wichtigsten Feldfrüchte in Baden-Württemberg. Auf mehr als 231.000 Hektar wächst gerade der Winterweizen. Mais wird auf knapp 199.000 Hektar angebaut und mit fast 130.000 Hektar überwiegend als Energierohstoff und als Tierfutter verwendet.

Bei den Tierhaltern in Baden-Württemberg bilden die 8.500 Milchviehhalter die größte Gruppe. Im Schnitt stehen in jedem Betrieb vierzig Tiere (Bundesdurchschnitt 56 Tiere). 171 landwirtschaftliche Betriebe halten jeweils mehr als 3.000 Legehennen, die übers Jahr mehr als 530 Millionen "Oierle" produzieren. Es ist der einzige Tierhaltungsbereich, der in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Bei den Schweinehaltern ging die Zahl der Betriebe zwischen 2010 und 2013 um 25 Prozent auf 2.600 zurück. In den Ställen leben heute durchschnittlich 730 Tiere. Dass sie sich dabei sauwohl fühlen, veranschaulichen die Tierhalter u.a. in ihrem Tierschutz-Flyer und als Teilnehmer am Projekt "EinSichten in die Tierhaltung", bei dem sie ihre Höfe und Ställe für Besucher öffnen.

In Baden-Württemberg gibt es wohl nichts, was es nicht gibt; z.B. die meisten Pferdestärken. Elf Prozent aller bundesdeutschen Pferde, 100.000 Tiere, werden im Ländle gezählt, davon allein 60.000 in 6.000 landwirtschaftlichen Betrieben. Hinzu kommen die Pferdestärken, die in Zuffenhausen und Untertürkheim zusammengeschraubt werden. Automobilindustrie, Baugewerbe und Maschinenbau sind Schlüsselbranchen des Landes. Aber auch die Landwirtschaft zählt im Land der Tüftler und Erfinder dazu. Denn der Maschinenbau partizipiert wie andere Branchen von der Landwirtschaft. So ist in Baden-Württemberg jeder zehnte Arbeitnehmer direkt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. Von den 10,8 Millionen Einwohnern arbeiten mehr als 181.000 in der Landwirtschaft. Sie sind im sogenannten "ländlichen Raum" zuhause. Er umfasst siebzig Prozent von den 35.752 km2 Landesfläche.

Hier ist die überwiegend familiengeprägte, kleinteilige Landwirtschaft zuhause. Etwa 38.000 Bäuerinnen und Bauern sowie 43.000 mithelfende Familienangehörige bilden die größten Gruppen. Doch die Zahl der Familienbetriebe geht zurück. Lag sie 1979 noch bei 309.000 Betrieben, so ist sie mittlerweile auf etwa ein Viertel geschrumpft. Zugenommen hat hingegen die Zahl der Saison- und Fremdarbeitskräfte - und zwar um das Fünffache auf mehr als 100.000 Beschäftigte.

Wie in der Forstwirtschaft oder bei den Weinbauern setzen auch immer mehr Landwirte auf Kooperation. 2013 gab es bereits 3.100 Betriebe, die in kooperativen Betriebsformen als GbR‘s geführt wurden. Deren bewirtschaftete Fläche betrug 224.000 Hektar und umfasste 21 Prozent aller Milchkühe im Land. Zusammenarbeit ist daher für sechzig Prozent der Betriebe, in denen Landwirtschaft als Nebenerwerb betrieben wird, ein Zukunftsmodell, um die durchschnittlich 17 Hektar pro Betrieb optimal zu bewirtschaften. Die Erzeugung alternativer Energien ist dabei ein bedeutendes Standbein. So wurden 2013 in jedem dritten landwirtschaftlichen Betrieb erneuerbare Energien erzeugt. Nahezu jeder dieser Höfe (97 %) ist mit einer Solarenergieanlage ausgestattet.

Auch die Bio-Landwirtschaft ist in Baden-Württemberg ein Alternativmodell. In den vergangenen zehn Jahren ist die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 80.000 auf mehr als 111.000 Hektar gestiegen und die Zahl der Betriebe auf 3.300 gewachsen. In diesem Bereich ist die Grünlandbewirtschaftung mit 57 Prozent stärker als in der konventionellen Landwirtschaft vertreten (33 %). Während dort zwei Drittel des Ackerlandes für den Getreideanbau genutzt werden, ist es in der Öko-Landwirtschaft nur die Hälfte. Stattdessen werden verstärkt Hülsenfrüchte angebaut.

Auf eine Feldfrucht können aber weder die konventionelle noch die Öko-Landwirtschaft verzichten: "Äbirn", "Bodabira", "Grombira", "Härdöpfel" und "Jardeapfel" – zu Deutsch: die Kartoffel. Ihre Namensvielfalt macht deutlich, dass es im "Musterländle" doch ein Defizit gibt: Die Menschen können vieles, nur eben kein Hochdeutsch "schwätze".

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise: BGWV, BLL, BMEL, Cornelsen Schulbuchverlage, GemüseAckerdemie, Mawi Media, Messe Berlin, Albrecht E. Arnold-, Rudolpho Duba-, Ralf Groß-, Hermann-, Erich Keppler-, Christian Steiner-, Rainer Sturm-, H.D.Volz/pixelio.de, i.m.a, MedienDienst Schwintowski, privat, Stmelf, Tierhaltung-modern und transparent e.V., Tillmann Zeller/Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim.

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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