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Newsletter September/Oktober 2015

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Newsletter September/Oktober 2015

i.m.a aktuell

  • Internationale Grüne Woche: Schülerpressekonferenz zum "Tag der Ausbildung"
  • Neues Kartenspiel: Die "Supermöhre" schlägt alles
  • Land & Genuss: Wissenshof im Zentrum des Interesses

Aktionen und Termine

  • Landwirtschaft (er)leben: Jetzt mitmachen und gewinnen!
  • Agritechnica: Großer Run auf letzte Plätze im i.m.a-Schülerprogramm
  • Ein Tag auf dem Bauernhof: Wettbewerb für hessische Grundschüler

Für Sie gelesen und getestet

  • Schulbuch: "Pusteblume. Das Sachbuch 2"
  • Kinderbuch: "Hörst du die Tiere vom Bauernhof?"

Exkursionen in die Landwirtschaft

  • Betriebe stellen sich vor: Der Eilershof

WissensWerte zur Landwirtschaft

  • Neue Serie: Die Landwirtschaft in ... Schleswig-Holstein

i.m.a aktuell

Internationale Grüne Woche: Schülerpressekonferenz zum "Tag der Ausbildung"

Landwirtschaft ist der wohl wichtigste und älteste Wirtschaftsbereich der Menschheit. Denn wie würden wir uns ohne sie ernähren? Dennoch ist die Arbeit in Berufen rund um die Landwirtschaft heute für viele junge Menschen kaum vorstellbar. Scheinbar stehen die Vorstellungen von solchen "Grünen Berufen" im Konflikt mit den Berufsbildern in unserer modernen Gesellschaft. Ist es so?

Dieser Frage geht der i.m.a e.V. auf der Internationalen Grünen Woche im Januar 2016 nach. Er lädt dazu Schulklassen ein, sich am "Tag der Ausbildung" an der i.m.a-Schülerpressekonferenz zu beteiligen. Junge Auszubildende werden sich den Fragen stellen, über ihre Berufswahl berichten und mit den Schülerinnen und Schülern diskutieren. Anschließend besteht Gelegenheit, viele der landwirtschaftsnahen Berufe kennenzulernen.

Der i.m.a e.V. organisiert den Besuch der Schulklassen am 20. Januar 2016 und stellt kostenlose Eintrittskarten zur Verfügung und sorgt für einen Imbiss während der Schülerpressekonferenz. Lehrkräfte, die den Besuch der Messe als außerschulischen Lernort in ihren Unterricht einplanen wollen, melden sich bitte direkt hier an.

Neues Kartenspiel: Die "Supermöhre" schlägt alles

Im i.m.a-webshop gibt es jetzt das Kartenspiel "Fette Ernte". Mit ihm lässt sich spielerisch Wissen über Gemüse vermitteln. Denn wer weiß schon auf Anhieb, wie viel Vitamin-C in Tomaten enthalten ist oder wie hoch der Pro-Kopf-Verbrauch von Zwiebeln ist. Ob Lagerdauer oder Erntemengen - mit der "Fetten Ernte" kann man viel gewinnen - an neuen Erkenntnissen und an Spielspaß. Zudem kann das Spiel auch als "Ackertett", "GemüsePärchen" und "MöhrenPeter" gespielt werden.

Die "Fette Ernte" wurde beim strategischen i.m.a-Kommunikationspartner, dem Ackerdemia e.V. entwickelt. Mit seiner "GemüseAckerdemie" unterstützt er Schulen beim Einrichten von Schulgärten. Dort wird den Schülern praktisch vermittelt, wie Gemüse angebaut und geerntet wird. Mehr zum Kartenspiel steht hier.

Land & Genuss: Wissenshof im Zentrum des Interesses

Hunderte Kinder, Schulklassen und viele Erwachsene waren täglich zu Gast auf dem i.m.a „Wissenshof“ bei der Verbrauchermesse "Land & Genuss" in Dortmund. Gemeinsam mit dem "ErlebnisBauernhof mobil" brachte man den Menschen im Rhein-Ruhr-Ballungsraum die Landwirtschaft näher. Kleine und große Besucher konnten bei spannenden Experimenten oder kleinen Wissensfragen nachvollziehen, wie Landwirtschaft heute funktioniert. Besonderen Zuspruch erfreuten sich alle i.m.a-Angebote, die zum Anfassen und mitmachen animierten.

Immer wieder beobachten die i.m.a Mitarbeiter, dass die Besucher auf derartigen Verbrauchermessen mit praktischen Erlebnissen am besten an landwirtschaftliche Themen herangeführt werden können. Daraus entwickeln sich dann oft Gespräche, in deren Verlauf weiterführendes Wissen vermittelt werden kann. So funktioniert auch sinnvolle Netzwerkarbeit, denn begeisterte und gut informierte Besucher sind ideale Multiplikatoren für die Vermittlung eines positiven Bildes der Landwirtschaft.

Aktionen und Termine

Landwirtschaft (er)leben: Jetzt mitmachen und gewinnen!

Ferien auf dem Bauernhof können Schülerinnen und Schüler der siebenten bis zehnten Klassen gewinnen, wenn sie sich bis zum 11. Dezember allein oder mit ihrer Klasse am i.m.a-Wettbewerb "Landwirtschaft ist wichtig! Aber auch für mich?" beteiligen. Passend zur Fragestellung werden Artikel Videos oder Foto-Storys gesucht, in denen über die Begegnung mit der Landwirtschaft im Alltag berichtet wird.

Das kann z.B. ein Beitrag darüber sein, wie die Nahrungsmittel vom Erzeuger auf dem Land in das Regal im Supermarkt gelangen. Oder es ist ein Interview mit einem Landwirt. Oder ein Beitrag über die Energie, die auf den Feldern wächst. Kurzum: Gefragt ist das Entdeckertalent der Wettbewerbsteilnehmer, die der Frage nachgehen, wo und wie uns die Landwirtschaft täglich begegnet.

Die Beiträge, Filme und Fotos sind bis zum 11. Dezember 2015 an den i.m.a e.V. einzusenden:

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presse@ima-agrar.de

Die besten Beiträge werden von einer Jury prämiert. Einzelteilnehmer können einen Ferienaufenthalt auf einem Bauernhof gewinnen, gestiftet vom Urlaubshofportal Landsichten.de. Für Klassen gibt es eine Einladung auf einen (Lehr)Bauernhof.

Die besten Arbeiten werden im Januar 2016 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorgestellt.

Weitere Details zum Wettbewerb stehen hier.

Agritechnica: Großer Run auf letzte Plätze im i.m.a-Schülerprogramm

Mehr als siebenhundert Schüler sind bereits angemeldet; doch es gibt noch einige wenige Plätze für Klassen, die am i.m.a-Schülerprogramm der Agritechnica teilnehmen möchten. Auf der weltgrößten Fachmesse für Landtechnik organisiert der i.m.a e.V. wieder gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen die beliebte Wissensrallye, bei der den Schülern an den Ständen der Aussteller auf dem Messegelände viel Wissen über die Landwirtschaft und die Landtechnik vermittelt wird.

Lehrer, die mit ihren Klassen ab dem siebenten Schuljahr daran teilnehmen wollen, können sich noch bis Ende Oktober beim i.m.a e.V. anmelden. Freie Termine gibt es noch am Mittwoch, 11.11.2015, und am Freitag, 13.11.2015.

Kontakt: Jasmin.Eiting@ima-agar.de, Tel. (030) 8105602-0.

Ein Tag auf dem Bauernhof: Wettbewerb für hessische Grundschüler

Die Initiative "Bauernhof als Klassenzimmer" und das hessische Umweltministerium haben für Schüler aller dritten Klassen des Bundeslandes einen Wettbewerb ausgeschrieben. Die Kinder sollen zum Thema "Ein Tag auf dem Bauernhof - woher kommt mein Essen?" Bilder malen, Filme aufnehmen, Theaterstücke inszenieren oder andere Aufgaben bewältigen.

Zu gewinnen gibt es jeweils für die ganze Klasse einen von drei Preisen: Ein Frühstück auf einem Bauernhof mit Hoferkundung, einen eintägigen Bauernhof-Aufenthalt und eine Woche Ferienaufenthalt auf einem Schulbauernhof in Hessen. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2016.

Anlass für den Wettbewerb ist das 15jährige Bestehen der Initiative, die sich für die Etablierung von Bauernhöfen als außerschulische Lernorte einsetzt, um Schulkindern dort im praktischen Kontakt mit der Landwirtschaft Wissen über die Herkunft unserer Nahrungsmittel zu vermitteln. Details zum Wettbewerb gibt es hier.

Für Sie gelesen und getestet

Schulbuch: "Pusteblume. Das Sachbuch 2"

Das Schulbuch ist für den Einsatz in der 2. Jahrgangsstufe konzipiert. Im Kapitel "Begegnungen mit Pflanzen und Tieren" wird das Thema Landwirtschaft adressiert.

Im Rahmen der ersten Doppelseite "Das Schwein" sind die Schüler gefordert, die Unterschiede zwischen Eber, Sau und Ferkel zu bestimmen sowie zu erklären, wie das Schwein vom Menschen genutzt wird. Die Erzeugnisse der Schweinehaltung werden hier in Form einer ansprechenden und großformatigen Grafik dargestellt. Aber auch über die Fütterung und Haltung von Tieren wird in Form von Bildern informiert. Insbesondere die Bildauswahl ist für Schüler dieser Jahrgangsstufe angemessen, da die Abbildungen einen hohen Informationsgehalt besitzen und die Schüler auch in emotionaler Hinsicht ansprechen.

Auf der nächsten Doppelseite zum Thema "Rind" werden die Schüler wieder angehalten, die Nutzung des Tieres durch den Menschen zu beschreiben. Die Textanteile sind deutlich höher, um die Nahrungsaufnahme und das Wiederkauen der Rinder zu erklären. Die Texte sind altersangemessen einfach strukturiert und fokussieren die wesentlichen Aspekte. Zusätzlich werden die Schüler dazu motiviert, selbst Kühe auf der Weide zu beobachten und ihr Verhalten zu beschreiben.

Auf der Doppelseite "Das Huhn" überwiegen die grafischen Anteile, die Texte informieren kurz und knapp über die Haltung und Hühner allgemein. Neben der Nutzung von Hühnern durch den Menschen sollen die Schüler auch die Haltung der Tiere im Stall beschreiben. Hierzu stehen Bilder und Grafiken zur Verfügung. Gezielt wird somit den angestrebten Kompetenzen der Schüler Rechnung getragen und die Heranführung an eine sachliche Betrachtung ermöglicht.

Die Seite "Teste dein Wissen" als Abschluss des Kapitels dient zur selbstständigen Übung und Vertiefung der Inhalte des Kapitels. Obwohl durch die Aufgaben eine indirekte Aufforderung entsteht, den Klassenraum zu verlassen und Tiere zu beobachten, wäre es wünschenswert, den regionalen Aspekt des Themas "Landwirtschaft" aufzugreifen, indem konkrete Anregungen und Tipps zum außerschulischen Lernen gegeben werden. Die Darstellung der Haltung und Nutzung der Tiere wird überwiegend durch Bilder und Grafiken sichergestellt, welches eine altersgemäße Lösung darstellt. Insbesondere die Aktualität und Qualität der Bilder sind lobenswert.

Insgesamt enthalten die Lernmaterialien sehr viele Abbildungen, welches zu einer medialen Überfrachtung führen kann. Die zahlreichen Sonderseiten und die übersichtliche und einheitliche Gestaltung der Seiten, tragen jedoch dazu bei, die Schüler beim Lernprozess zu unterstützen.

"Pusteblume. Das Sachbuch 2". Schroedel Verlag. 124 Seiten, ann. DIN-A-4-Format; Preis: 18,50 Euro. ISBN: 978-3-507-46051-5.

Die ungekürzte Rezension des Lehrbuches finden Sie hier als PDF-Datei.

Kinderbuch: "Hörst du die Tiere vom Bauernhof?"

Für die Jüngsten unter uns ist dieses Buch gedacht, mit dem ihnen die Tiere nahe gebracht werden sollen, die auf einem Bauernhof leben. Dabei ist die Unterstützung der Großen erforderlich, denn es muss anhand farbiger Zeichnungen erklärt werden, was an einem Huhn oder Schwein, an einer Kuh oder Ente, einem Schaf oder Pferd charakteristisch ist. Die Illustrationen sind nicht alle gelungen, doch man kann sie in ihrer Schlichtheit als kindgerecht bezeichnen.

Der Mehrwert des Buches besteht in seiner akustischen Ausstattung. Denn zu jedem Tier gibt es das authentische Geräusch. Es ertönt, sobald auf die jeweilige Tierzeichnung gedrückt wird. So kann auch Stadtkindern akustisch vermittelt werden, wie sich die Tiere auf dem Land anhören.

Damit das "Kickeriki", das "Muhen", "Quaken", "Grunzen" oder "Wiehern" bei der Beschäftigung mit den extra dicken, abwischbaren Seiten nicht nervt, gibt es einen Ausschaltknopf.

Marion Billet: "Hörst du die Tiere vom Bauernhof?". Verlag Sauerländer, 14 Seiten; 10,99 Euro. ISBN 978-3-7373-5240-6.

Exkursionen in die Landwirtschaft

Betriebe stellen sich vor: Der Bassenhof

"Familie Eilers aus Schönemoor hat eine enge Bindung zu ihren Tieren", wirbt der Kreislandvolkverband Oldenburg für den Hof von Hans-Gerd, Heike und Jana Eilers. Wie eng diese Bindung ist, können die Besucher im Betrieb live erleben.

Von ihren mehr als achtzig Hektar Land nutzen die Eilers knapp dreißig für den Ackerbau; vornehmlich Silomais. Ihre Rinder, überwiegend Schwarzbunte, stehen von März bis Oktober auf dem Grünland. Frei bewegen können sich die 65 Kühe und 48 Bullen auch in den Boxenlaufställen mit Fress- und Liegebereichen. Futter- und zwei Melkroboter sorgen dafür, dass die Kühe selbständig entscheiden können, wann sie fressen oder gemolken werden. Moderne Technik macht die Familie nicht nur unabhängiger von Arbeitszeiten, sie ermöglicht ihr auch ein Wachstum des Betriebes, der seit 1914 in Familienbesitz ist. Mit 120 Kühen will man künftig alle zwei Tage 7.000 Liter Milch an die örtliche Molkerei verkaufen.

Die Eilers freuen sich über Hofbesucher. Denn der Wunsch nach Transparenz war mit ein Grund dafür, dass sich die Tierhalter am "EinSichten"-Projekt des i.m.a e.V. beteiligt haben. Auf selbst gestalteten Schautafeln informieren sie über ihre Tiere und die Arbeit im Stall. Auffällige Hinweisschilder mit dem Slogan "Schau auch Du, so lebt unsere Kuh" machen deutlich: Wir haben nichts zu verbergen, und bei uns fühlen sich Tiere und Menschen wohl.

WissensWerte zur deutschen Landwirtschaft

Neue Serie: Die Landwirtschaft in...

Schleswig-Holstein

Was ist typisch für die Landwirtschaft in einem Bundesland, was prägt sie besonders? In unserer Serie ergründen wir Klischees und listen Fakten auf.
So entsteht ein Bild von unserer Landwirtschaft, wie es Statistiken allein
nicht bieten können.

Der Norddeutsche neigt nicht zur Hektik. Und je weiter man in den Norden kommt, umso deutlicher wird das. Hier hat man scheinbar etwas mehr Zeit. Besonders in Schleswig-Holstein, wo zwei Drittel des Landes landwirtschaftlich genutzt werden. Auf dem platten Land kann der Bauer auf dem Feld bereits am Mittwoch sehen, wer am Sonntag zu Besuch kommt. Mit Weitsicht hat das jedoch nichts zu tun. Hier lebt man eher zurückhaltend. Mit einem "Moin" ist alles gesagt. "Tatort"-Kommissare, die "Moinsen" sagen, gelten manchen Einheimischen bereits als Brabbeltaschen. Soweit die Vorurteile.

Tatsächlich ist (fast) alles ganz anders. "Moinsen" ist die höfliche Begrüßung im korrekten Plural und Zeit relativiert sich beim Warten auf ein frisch gezapftes norddeutsches Pils, dessen Wasser seit mehr als hundert Jahren aus der Geest kommt. Bei genauem Hinsehen wird deutlich: Das Land zwischen Nord- und Ostsee ist vielfältiger als einfältige Vorurteile. Es hat sanfte Hügellandschaften, auf denen im Mai 91.000 Hektar Raps goldgelb in der Sonne leuchten, es hat weite Ebenen, die den Verdacht nähren, die Erde könnte tatsächlich eine Scheibe sein, es hat mit Kiel und Lübeck zwei, na ja, Städte – aber es hat viele noch kleinere Gemeinden und Dörfer, in denen Menschen leben, die so verschiedenartig sind wie das Land.

So verbindet die gegensätzlichen Charaktere der Bauern, Jäger und Fischer des Landes vermeintlich nur die Sorge um die Ernährung der Menschen. Tatsächlich aber stehen sie mit ihrer "Hörnumer Erklärung" eng zusammen im Engagement für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und den Schutz der Kulturlandschaften von Schleswig-Holstein.

Freiheitsdrang und Arbeitsstolz sind noch heute Merkmale des Selbstbewusstseins der Menschen. Das gilt insbesondere für die Landwirte. Lange galten die Dithmarscher Bauern als die wohlhabendsten in Norddeutschland, mit großen Höfen und noch größeren Tierbeständen auf dem flachen Land. Die Landwirte in der Geest waren ärmer, ihre Sandböden weniger ertragreich. Während die Bauern im Osten von Gutsherren abhängig waren, galt im Westen: "Lewwer duad üs Slaav" (lieber tot als Sklave). Dieser Drang nach Unabhängigkeit hat sich bis in das Erbrecht durchgesetzt. Wo andernorts im Erbfall Höfe und Land geteilt werden, gilt in Schleswig-Holstein das landwirtschaftliche Sondererbrecht. Es verbietet die Aufteilung.

Gleichwohl ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein rückläufig. 16.000 waren es 2003, bei der letzten Erhebung nur noch 13.300 Betriebe. Bauernhöfe mit weniger als hundert Hektar haben in vier Jahren um elf Prozent abgenommen. Der Trend zur Konzentration ist unverkennbar: Fast zwanzig Prozent der Betriebe bewirtschaften zwischen hundert und zweihundert Hektar, zur Hälfte auf Pachtland. Anders im Öko-Bereich. Pachtland leisten sich nur wenige Landwirte. Insgesamt bewirtschaften die aktuell 503 Öko-Unternehmen gerade mal 37.000 Hektar bzw. vier Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche - drei Prozent weniger als im bundesdeutschen Durchschnitt.

Die familienbetriebene Landwirtschaft hat mit einem Anteil von mehr als neunzig Prozent einen hohen Stellenwert in Schleswig-Holstein. Und sie ist jung. Während der deutsche Landwirt durchschnittlich 53 Jahre alt ist, bildet die Gruppe der 35- bis 44jährigen Landwirte und Familienarbeitskräfte in Schleswig-Holstein die größte Gruppe. Aber: Fast jeder Dritte der 16.600 Betriebsinhaber übt zusätzlich auch eine andere Tätigkeit aus.

Fast 1,5 Millionen Schweine stehen bei den rund tausend Tierhaltern in den Ställen – fast doppelt so viele wie bei den Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern, aber sechs Mal weniger als in Niedersachsen. Gleichwohl erwirtschafteten die Schweinehalter in Schleswig-Holstein 350 Millionen Euro; ein Anteil von 17 Prozent an den gesamten Verkaufserlösen in der Landwirtschaft. Dennoch ist die Schweinehaltung rückläufig. Während der Tierbestand gehalten wurde, gab es noch vor drei Jahren 200 Tierhalter mehr.

Bedeutender als die Schweinehaltung sei für den wirtschaftlichen Erfolg der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein die Rinderzucht, betont die Landwirtschaftskammer. Fast 45 Prozent der Erlöse in der Landwirtschaft werden durch die Milcherzeugung sowie den Verkauf von Rindfleisch und Rindern erzielt. Von den 1,14 Millionen Tieren sind knapp 400.000 Milchkühe, von denen das schwarzweiße (fachlich korrekt: schwarzbunte) Holstein-Rind die weltweit bedeutendste Milchviehrasse ist. Doch es ist ein Irrtum zu glauben, das Tier sei eine Züchtung des Landes. Es waren deutsche Aussiedler, die im 17. Jahrhundert in den USA das "Holstein-Friesian" züchteten und es 1876 nach Deutschland exportierten.

Wo viele Rinder auf den Weiden stehen, können böse Buben auf dumme Gedanken kommen. So geht die Sage, junge Burschen würden nach Partys, die hier "Danz op de Deel" genannt werden, "Kühe schubsen" - zum Leidwesen der Bauern, die viel Mühe hätten, die umgefallenen Tiere wieder aufzurichten. Doch Kühe lassen sich nicht einfach umwerfen, betonen Experten. Manch einer hat eben einen "lütten Spleen".

Wahr hingegen ist, dass Schleswig-Holstein zu den nördlichsten Weinbauregionen Deutschlands gehört. So hat nicht nur ein Landwirt in Ostholstein neben der Tierhaltung und dem Anbau von Erd- und Himbeeren auch in die Kultivierung von trockenen Weiß- und Rotweinen diversifiziert. Sogar auf Deutschlands Luxus-Insel Sylt werden Rebsorten wie Rivaner und Solaris angebaut. Der lehmige Sand mit seinem hohen Humusgehalt sowie die "gute Durchlüftung" sorgen offenbar für einen trinkbaren Landwein.

Neben Sylt gehört zu Schleswig-Holstein auch Deutschlands größte Insel, die auf vielen bundesdeutschen Wetterkarten vergessen wird: Helgoland. Rinder und Heidschnucken betreiben dort "Grünlandwirtschaft" in Eigenregie. Als lebende Rasenmäher halten sie auf den 1,7 Quadratkilometern der Insel das Gras kurz - und treten zugleich den Boden fest zum Schutz vor Erosion durch Wind und Wellen.

Grünland hat in Schleswig-Holstein einen Anteil von 32 Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche und damit ebenso viel wie in Rheinland-Pfalz und gerade mal zwei Prozent weniger als in Bayern. Ansonsten dominiert der Weizen. Das Land verfügt über eine Million Hektar Anbaufläche. 660.000 Hektar davon sind Ackerfläche, von der auf fast einem Drittel Winterweizen angebaut wird. Obwohl das Land damit flächenmäßig hinter Thüringen und Baden-Württemberg rangiert, liegt es beim Ertrag vor diesen Bundesländern. Boden, Klima und Witterung machen das Land zu einem landwirtschaftlichen Gunststandort. Hier gedeiht auch Silomais, der auf 167.000 Hektar angebaut wird. Allein schon wegen des hohen Tierbestands hat er große Bedeutung als Futtermittel. Zudem wird er als Energiequelle genutzt.

Andere Landwirte verdienen mit Wind ihr Geld. Etwa 2.400 Windkraftanlagen gibt es inzwischen im Land. Die Ausgleichsflächen, die für diese Anlagen geschaffen werden müssen, alarmieren den Bauernverband. Generalsekretär Stephan Gersteuer warnt, dass bereits der Bedarf von 5000 Hektar Ausgleichsfläche der Landwirtschaft als produktive Fläche für die Milchviehhaltung fehlen werde.

Dass es nicht auf die Größe ankommt, um Bedeutung zu erlangen, machen die Kohlbauern deutlich. Auf gerade mal 3.000 Hektar bauen sie in Dithmarschen alle erdenklichen Kohlsorten an - und stehen damit europaweit an der Spitze der Kohlerzeugung! Das feiern sie jedes Jahr zum Kohlanschnitt im September sechs Tage lang - mit Landwirtschaftsminister, Kohlregentinnen und tausenden Besuchern. Auch dieses Fest ist wie viele andere im Land ein Beleg dafür, das mit einem simplen "Moin" längst nicht alles über Schleswig-Holstein gesagt ist. Oder anders formuliert: Für manche ist der Norden kühl. Für andere ist er Kohl, Kuh und cool.

Hinweise

Redaktion: Bernd Schwintowski

Bildnachweise: Agritechica, bak Hessen, GemüseAckerdemie, Messe Berlin, Jan von Bröckel-/Anne Bermüller-/Erwin Lorenzen-/Lichtkunst-/Sabine Nüsch-/Iris Clasen-/Gabriele Planthaber/pixelio.de, i.m.a, Kreislandvolkverband Oldenburg, MedienDienst Schwintowski, Sauerländer Verlag, Schrödel Verlag, privat.

Für einen besseren Lesefluss verwenden wir in unseren Beiträgen die gebräuchliche geschlechtliche Bezeichnung, in die jedoch immer auch alle anderen Geschlechter einbezogen sind.

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