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Pressemitteilung

Der Lernort Bauernhof: Mehr als Ackerbau und Viehzucht

14.11.17

Internationale Experten-Tagung zur "gesellschaftlichen Transformation"

 

Landwirtschaftliche Verbraucherkommunikation entwickelt sich zu einem globalen Thema. Der Eindruck täuscht, dass vor allem die Menschen in Deutschland einen steigenden Wissensbedarf über die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Arbeit der Bauern und Bäuerinnen haben. Allein ein Blick zu unseren Nachbarn in Österreich, Italien, der Schweiz oder Skandinavien reicht aus, um zu erkennen, dass Aufklärung über die Landwirtschaft eine Herausforderung über Ländergrenzen hinweg ist. Dem widmet sich jetzt eine Tagung mit internationalen Experten in Hessen, an dem sich auch der i.m.a e.V. inhaltlich beteiligt.

"Neue Impulse für Forschung und Praxis für den Lernort Bauernhof" sollen an drei Tagen auf Schloss Rauischholzhausen unweit der Universitätsstädte Gießen und Marburg vermittelt werden. Dazu diskutieren vierzig Teilnehmer aus vier Ländern darüber, wie z.B. Bauernhöfe als außerschulische Lernorte zur "Transformation von Menschlichkeit" genutzt werden können oder wie in der Lehrerbildung eine landwirtschaftliche Weiterbildung zur "Werteorientierung und zum kulturellen Bewusstsein" beitragen kann, um so eine "Stärkung der gesellschaftlichen Transformation" zu erreichen.

Mögen diese Themenstellungen auf den ersten Blick eine große Distanz zur praktischen Arbeit der Landwirte auf dem Feld und im Stall vermuten lassen, sieht die Praxis anders aus: Denn wenn heute Schulklassen auf einem Bauernhof erfahren wollen, wie Ackerbau und Tierhaltung funktionieren, spielen immer auch kulturelle Herkunft der Kinder und deren Lebenserfahrungen eine Rolle. Darauf wollen und müssen sich Lehrkräfte und auch Landwirte einstellen. "Inklusion in der außerschulischen Bildungsarbeit" ist daher auch ein Tagungsthema.

Voraussetzung für eine funktionierende Kommunikation ist auch der Abbau von Vorurteilen. Etwa dem, dass Jugendliche kein Interesse an der Beschäftigung mit und in der Natur haben. Die jüngst vom i.m.a e.V. und seinen Partnern, dem Deutschen Jagdverband e.V. und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., vorgelegte Studie "Fokus Naturbildung" ist dafür ein gutes Beispiel. Sie belegt, dass junge Menschen sehr wohl die Natur schätzen, sich gerne in ihr aufhalten, um sie zu entdecken und sich von Experten wie z.B. den Landwirten zeigen und erklären lassen, wie Tierhaltung und Ackerbau funktionieren. Mehr noch: Die Jungen und Mädchen möchten sogar gerne mitarbeiten.

Dr. Stephanie Dorandt vom i.m.a e.V. wird den Teilnehmern der Tagung die Erkenntnisse der Studie vorstellen und damit die Erfahrungsberichte und empirischen Studien der anderen Experten aus Wissenschaft und Praxis mit grundlegenden Fakten bereichern. Ziel der Tagung ist es, den Teilnehmern neue Impulse zur Weiterentwicklung und Stärkung des "Lernortes Bauernhof" zu geben. Der Austausch auf Expertenebene ist dafür ein wichtiger und richtiger Ansatz.

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