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Pressemitteilung

Ohne Landwirtschaft kein Erntedankfest

24.09.17

Die Erntekrone - Symbol des Erntedankfestes (Foto: Hegewald-pixelio.de)

Zum 1. Oktober 2017: Was ein christlicher Brauch mit den Bauern zu tun hat

 

Am Sonntag in einer Woche, dem 1. Oktober 2017, feiern wir wieder das Erntedankfest. Man muss nicht christlich geprägt sein, um die Bedeutung dieses Festes zu würdigen. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir ausreichend zu essen haben. Weltweit hungern etwa 800 Millionen Menschen. Dass es uns hierzulande besser geht, ist ein Verdienst der Bauern in Deutschland. Mögen die Christen, denen sich auch viele Landwirte zugehörig fühlen, ihren Dank an höhere Mächte richten - es sind die Bauern und Bäuerinnen, die uns satt machen.

Vor mehr als hundert Jahren ernährte ein Bauer vier Menschen. Heute erzeugt ein Landwirt Nahrungsmittel für 155 Menschen. Waren einst sechzig Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, sind es heute nur noch 1,5 Prozent. Heute kann ein Landwirt in einer Stunde so viel Getreide mähen, dreschen und abfahren wie früher 150 Knechte und Mägde zusammen. Fand Tierhaltung einst in dunklen Ställen statt, in denen Kühe angebunden waren, so können sie sich heute in großen, modernen, hellen und klimatisierten Laufställen bewegen und selbst entscheiden, wann sie sich in intelligenten Melkständen automatisch melken lassen.

Moderne Technik erleichtert heute Ackerbau und Tierhaltung. Und wir können uns darauf verlassen, dass die Landwirte Nahrungsmittel von hoher Qualität produzieren, die Bevölkerung mit regionalen Produkten versorgen sowie diese Versorgung auch in Krisenzeiten sicherstellen - und damit die Erwartungen von 98 Prozent der Bundesbürger erfüllen, wie diese in einer repräsentativen Emnid-Studie des Vereins i.m.a - information.medien.agrar angegeben haben.

Doch ein Aspekt wird dabei oft vergessen: Das wirtschaftliche Risiko tragen die Landwirte seit eh und je selbst. Denn es ist immer auch das Wetter, das die Ernte beeinflusst. Regen, Hagel und Hitze können Getreide und Tierfutter vernichten und damit die Existenz der Bauern und Bäuerinnen bedrohen. Ein anderer Aspekt ist der Wunsch nach preiswerten Lebensmitteln, wie 62 Prozent der Bundesbürger in der i.m.a-Umfrage angegeben haben. Haben sich die Getreidepreise seit 1950 nicht wesentlich verändert, sind doch unsere Löhne um das Zwanzigfache und die Brotpreise um das Zehnfache gestiegen, sind Futter- und Betriebsmittel ebenfalls teurer geworden. Ernteausfälle oder Preiseinbrüche wie jüngst bei der Milch können dann schnell zur Existenzkrise auf Bauernhöfen führen. Fast 46.000 Betriebe haben in den vergangenen zehn Jahren aufgegeben.

Gelingt es den Landwirten dennoch- trotz unvorhersehbarer Witterungen und unkalkulierbaren wirtschaftlichen Einflüssen - die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen und vielleicht sogar darüber hinaus auch noch so viel zu produzieren, damit Menschen in anderen Ländern nicht hungern müssen, dann gibt es allen Grund "Danke" zu sagen. "Danke", wie es Christen tun, "Danke" aber auch allen Menschen, die achtsam mit Lebensmitteln umgehen und die der Arbeit der Landwirte Wertschätzung entgegenbringen. Das Erntedankfest ist dafür eine ideale Gelegenheit.

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