EinSichten in die Tierhaltung

EinSichten in die Tierhaltung

Keppler Hof - Landwirtschaft zum Anfassen

Landwirtschaft zum Anfassen

Bei Familie Keppler packen alle mit an – auch die beiden Söhne helfen gern, wenn sie aus der Schule kommen.

Fotograf: Timo Jaworr

« Man muss zu den Tieren eine Beziehung aufbauen, genau wie zu den Menschen »

Claudia Keppler, Bauernhofpädagogin

Der Keppler Hof liegt am Rande des nördlichen Schwarzwaldes auf einer Höhe von 610 m ü. NN am Ortsrand von Unteriflingen. Familie Keppler betreibt den Hof seit drei Generationen. Ihre 80 Milchkühe leben in einem Boxenlaufstall direkt neben dem Wohnhaus der Familie.

Daniel Keppler, gelernter Landwirt-schaftsmeister und Maurer, über-nahm den Hof von seinem Vater im Jahr 2002. Wo früher 25 Milchkühe in Anbindehaltung standen, leben heute 80 Fleckvieh-Kühe in einem Boxenlaufstall mit Außenbereich. Die Nachzucht zieht Familie Keppler selbst groß, dafür bauten sie die alte Maschinenhalle zu einem Abkalbe- und Kälberstall um. Die trockenstehenden Kühe dürfen auf die umliegenden Weiden zum Grasen. Zweimal täglich melkt Daniel die Kühe in einem Fischgrätenmelkstand mit zwölf Plätzen. Er kennt seine Tiere gut, jede Kuh hat einen Namen. Mithilfe seines Azubis, mehreren Familienmitgliedern und vier weiteren Teilzeitkräften bewirtschaftet er insgesamt 90 ha Land. 95 Prozent des benötigten Futters produziert der Hof selbst. Unterstützung erhält Daniel außerdem von Ehefrau Claudia, die sich u. a. um die Buchhaltung und die anfallenden Arbeiten im Büro kümmert, und den zwei Söhnen Joel und Micha. Auf den familiären Zusammenhalt sind sie sehr stolz. 

Fakten zum Betrieb

  • 72296 Unteriflingen Baden-Württemberg
    Größe: 90 ha
  • 80 Milchkühe, 2 Esel
  • Familienbetrieb
  • Ausbildungsbetrieb, Zusammenarbeit mit ausländischen Studierenden
  • Heuherberge für Schulklassen, Bauernhofpädagogik
  • 30 kW Biosgasanlage und Photovoltaikanlage

 www.keppler-hof.de

« Ich habe ein Gespür für meine Tiere. Ohne eine Beziehung zu den Tieren funktioniert das nicht. Meine  Tiere haben alle  einen Namen. »

Daniel Keppler, gelernter Landwirtschaftsmeister und Maurer

Den Kepplers ist es besonders wichtig, dass Verbraucher*innen wissen, woher Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden. Claudia absolvierte 2016 die Ausbildung zur Bauernhofpädagogin. Zusammen erarbeiteten Daniel und Claudia ein ausgefeiltes und umfangreiches Bildungs- und Erlebnisprogramm. Dabei folgen sie dem Prinzip „Vom Urprodukt zum Endprodukt“. Landwirtschaftliche Prozesse werden hier für die Schüler*innen wieder erlebbar. Die Kinder melken die Milch selber, verarbeiten sie und verzehren die Lebensmittel anschließend. Die Kepplers starteten die Bauernhofpädagogik mit einer Bauernhof-AG. Einmal wöchentlich kam eine Schülergruppe einer Sprachheilschule aus dem Nachbarort auf den Hof und erlebte das Leben auf dem Bauernhof im Jahresverlauf. 2018 baute Familie Keppler ihre Scheune zu einer Heuherberge um, in der Schulklassen, Vereine und andere Gruppen im Heu übernachten können. Zahlreiche Kindergartengruppen und Schulklassen nutzen tageweise das vielfältige Pädagogik-Programm und haben die Möglichkeit, in jedem Bereich auf dem Hof mitzuhelfen. Die Kepplers genießen den Austausch mit den Gästen, der immer wieder zu einer Erweiterung des eigenen Horizonts führt, sehr. Viele Gäste kommen wieder und sind über die Jahre zu Freund*innen geworden. Die Kepplers wünschen sich durch ihre Öffentlichkeitsarbeit nicht nur eine höhere Wertschätzung der Produkte, sondern vor allem auch für die Landwirt*innen und deren Arbeit. Dabei präsentieren sie ein reales Bild der Landwirtschaft, klären und diskutieren gerne auch kritische Fragen mit den Gästen. Auch ihre Söhne packen kräftig mit an und unterstützen die Eltern bei der Arbeit auf dem Hof und mit den Besuchskindern. Für ihre Familie wünschen sie sich, mehr Zeit außerhalb des Betriebes verbringen zu können. Auf ihre Mitarbeitendenden und die Familie können sie sich verlassen, daher ist auch mal ein entspannter Urlaub möglich.


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