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Deutschland kann sich weitgehend selbst versorgen

Kartoffeln, Fleisch, Milch und Zucker werden in Deutschland in derart großen Mengen produziert, dass die Bevölkerung damit auch in Krisenzeiten gut versorgt sein dürfte. Anders verhält es sich bei Obst, Gemüse und Eiern. Hier deckt die Produktion den Bedarf schon heute nicht.

Das sind die aktuellen Ergebnisse einer regelmäßig erhobenen Analyse zum sogenannten "Selbstversorgungsgrad" mit Nahrungsmitteln in Deutschland. So hat z.B. 2020 die Produktionsmenge beim Getreide gerade mal mit hundert Prozent den potenziellen Bedarf gedeckt. Das Ergebnis könnte hier schon anders ausfallen, wenn etwa schlechte Wetterverhältnisse zu Ernteeinbußen führen.

Insgesamt lag der sogenannte Selbstversorgungsgrad für Nahrungsmittel 2019/2020 in Deutschland bei rund 88 Prozent. D.h., dass zwölf Prozent an Nahrungsmitteln importiert werden müssen, um den bundesweiten Bedarf zu decken.

In den Bereichen, in denen eine Überproduktion besteht - etwa bei Fleisch, Milch, Kartoffeln und Zucker, werden diese Nahrungsmittel exportiert. So wurden z.B. 2020 allein nach China mehr als 300.000 Tonnen Schweinefleisch ausgeführt.

Hingegen ist Deutschland bei Obst und Gemüse von Importen abhängig. Mit einem Selbstversorgungsgrad von gerade mal zwanzig Prozent bei Obst bzw. 36 Prozent bei Gemüse sowie 72 Prozent bei Eiern herrscht hierzulande auch außerhalb von Krisenzeiten eine deutliche Unterversorgung.

Darum wurden 2020 knapp 15,4 Millionen Tonnen Obst und Gemüse importiert. Allein bei Tomaten, wo der Selbstversorgungsgrad nur zehn Prozent beträgt, wurden mehr als 700.000 Tonnen aus Belgien, den Niederlanden und Spanien importiert. Bei Eiern waren es fast 280.000 Tonnen, etwa sechs Milliarden Eier, die 2020 eingeführt wurden - hauptsächtlich aus den Niederlanden, Polen und Belgien.

Der Selbstversorgungsgrad hat jedoch nicht allein eine Bedeutung für die Bevölkerung in Deutschland. Denn die Erhebungen werden in nahezu allen Ländern durchgeführt. In der Europäischen Union dienen sie als ein Analyse- und Steuerungsmodul, um durch eine gemeinsame Agrarpolitik eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.

 

 

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