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Durchwachsene Silphie

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Begriff Definition
Durchwachsene Silphie

Die Durchwachsene Silphie ist ein mehrjähriger Korbblütler (Astera-ceae), der im ersten Anpflanzjahr nur eine bodenständige Rosette bildet. Im zweiten Anbaujahr wachsen hieraus 5-10 vierkantige Stängel, die eine Höhe von 2-3 Metern erreichen.

3mi durchwachsenesilphieMerkmale

Sie sind besetzt mit ungeteilten lanzettähnlichen an der Basis verwachsenen Blättern, die eine Art Becher bilden, weshalb sie auch als „Becherpflanze“ bezeichnet wird. In diesen „Bechern“ sammelt sich Tau- und Regenwasser, was die Pflanze aufnehmen und sich dadurch gut an Trockenstandorte anpassen kann. Auch die bis zu zwei Meter tief reichende Pfahlwurzel macht die Silphie unempfindlich gegenüber Trockenheit und Kälte. Damit schon im ersten Anbaujahr etwas geerntet werden kann, erfolgt der Anbau häu-fig in Verbindung mit Mais als „Deck-frucht“. So wird im ersten Jahr der Mais geerntet und ab dem zweiten die Silphie.In der Blütezeit, d.h. von Juli bis September bilden sich am Ende der Stängel leuchtend gelbe, rund 6-8 cm breite Blütenköpfe. Die duftenden, nektar- und pollenreichen Blüten sind Anziehungspunkt zahlreicher Insekten wie Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlinge. Die Samen reifen im Laufe des Septembers heran.

Herkunft

Die Silphie stammt aus den gemäßigten Breiten Nordamerikas und gedeiht deshalb unter hiesigen Bedingungen gut. Sie gelangte über Russland als Futterpflanze in die ehemalige DDR.

Anbau und Rohstoffgewinnung 

Der Anbau erfordert insbesondere im ersten Jahr einen hohen Aufwand, der sich im Laufe der Etablierung der Dauerkultur zunehmend verringert. Zur Aussaat ist ein feinkrümeliger, humoser, gut wasserführender Boden geeignet. Die Fläche sollte weitestgehend frei von Unkräutern und Ungräsern sein, da die Bekämpfung in der bestehenden Kultur nur eingeschränkt möglich ist. Aufkommende Unkräuter im Schulgarten bekämpft man am besten mit der Hacke. Die Silphie kann als Dauerkultur 10 Jahre und länger genutzt werden. Weitere Bodenbearbeitungsmaßnahmen sind nicht erforderlich. Die Anpflanzung erfolgt mit einem Abstand von 50 cm x 50 cm. In der Landwirtschaft erfolgt der Anbau meist nicht über das Ausbringen von Saatgut, sondern über das Setzen vorgezogener, etwa 10 Wochen alter Jungpflanzen. Man rechnet mit einem Zielbestand von 4 Pflanzen pro Qua-dratmeter. Da die Silphie hierzulande noch nicht lange und noch nicht im großen Maßstab angebaut wird, herrscht hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, möglicher Schädlinge, Krankheiten und damit verbundener Pflanzenschutzmaßnahmen noch Forschungsbedarf.

Nutzung als Rohstoff

Die Silphie dient als Energiepflanze zur Herstellung von Biogas. Die Ernte der vollständigen Pflanze erfolgt mit einem selbstfahrenden Feldhäcksler im Laufe des Septem-bers, wobei die Silphie einen Trockensubstanzgehalt von 25-30 % erreicht. Nach der Ernte wird das Häckselgut in Siloanlagen einge-bracht, verdichtet und luftdicht abgedeckt. So entsteht durch Milchsäuregärung ein lagerfähiges Substrat für die ganzjährige Versor-gung der Biogasanlage. Nach der Ernte treibt sie aus dem Wurzelstock neu aus. Dieser Wiederaustrieb bildet einen zunächst lebenden und nach dem ersten Frost einen verrot-tenden, zugleich schützenden Mulch auf der Bodenoberfläche.

Informationsmaterial: 3-Minuten-Info Durchwachsene Silphie

 

Synonyme: Silphie

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