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Begriff Definition
Anfälligkeit gegen Krankheiten
Darunter versteht man die Eigenschaft eines Lebewesens (Mensch Tier oder Pflanze) der Wirkung eines Erregers (Virus Bakterium Pilz) oder eines Schädlings (Insekten Milben Fadenwurm usw.) nicht oder nur unzureichend zu widerstehen; Gegenteil Resistenz. Siehe auch Pflanzenschutz.
Synonyme - Anfälligkeit gegen Krankheiten
Anrüsten
Vorbereitung der Kuh auf das Melken: Dazu wird das Euter mit beiden Händen massiert Dadurch steigt der Innendruck des Euters an. Wurde nicht ausreichend angerüstet kann es  nach kurzer Melkzeit  zu einem Nachlassen der Milchabgabe kommen. Anrüsten kann auch durch die Melkmaschine erfolgen.
Synonyme - Anrüsten
Antibiotika
Medikamente mit denen bakterielle Infektionen behandelt werden weil sie das Wachstum vieler Bakterien hemmen. Vor der Schlachtung von Tieren muss eine Wartefrist eingehalten werden wenn sie mit Antibiotika behandelt wurden. Antibiotika wirken nicht gegen Viren.
Synonyme - Antibiotika
Antikörper
Werden vom Organismus gebildet. Sie sind körpereigene Abwehrstoffe gegen körperfremde Stoffe z.B. bestimmte Infektionserreger. Der Körper erwirbt durch die Bildung von Antikörpern gegen spezielle Erreger eine erhöhte Widerstandskraft. Siehe auch Impfung.
Synonyme - Antikörper
Anwenderschutz
Personen die mit Pflanzenschutzmitteln umgehen müssen sich bei der Anwendung vor möglichen Gesundheitsgefahren schützen. Daher muss beim Umgang mit den unverdünnten Präparaten Schutzkleidung einschließlich Handschuhen getragen werden auch wenn die Mittel in keine Gefährdungsklasse eingestuft sind. Bei Pflanzenschutzmitteln die als Gift gesundheitsschädlich ätzend oder reizend gekennzeichnet sind müssen zusätzlich Schutzmaßnahmen beachtet werden die in der Gebrauchsanleitung vorgeschrieben sind.
Synonyme - Anwenderschutz
Applikation
Anderes Wort für die Verabreichung eines Arzneimittels oder die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels.
Synonyme - Applikation
Arbeitskräfte
In allen Industriestaaten hat sich die Produktivität in der Landwirtschaft gesteigert die Zahl der Beschäftigten verringert.
Die Zahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft nimmt in Deutschland kontinuierlich ab. In Westdeutschland beschleunigte sich dieser Prozess nach 1950. In Westdeutschland wurden im Wirtschaftsjahr 1950/51 insgesamt 6 78 Mio. Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt bis 2005 schrumpfte ihre Zahl auf 1 14 Mio. In Ostdeutschland ging die Zahl der Arbeitskräfte von 825.000 (1989) auf 148.000 (2010) rapide zurück.
Insgesamt arbeiteten 2010 1 099 Mio. Menschen in Deutschland in der Landwirtschaft. 568.000 sind Familienarbeitskräfte 195.600 sind Arbeitnehmer und 337000 Saisonarbeiter.  Etwa 40 % aller Arbeitskräfte sind Frauen.

Siehe auch Überblick.
Synonyme - Arbeitskräfte
Arbeitsteilung
Beschreibt die Spezialisierung in landwirtschaftlichen Betrieben und die Spezialisierung von Landwirten auf bestimmte Tätigkeiten.
Aus den früheren Gemischtbetrieben mit vielen Kulturpflanzen und Nutztierarten haben sich immer mehr Spezialbetriebe entwickelt z.B. Milchvieh- oder Schweinemastbetriebe die auch spezifische Arbeiten erfordern. Dennoch haben in den Familienbetrieben der/die Betriebsleiter(in) viele Funktionen wahrzunehmen: vom Gerätefahren bis zu Mechanikeraufgaben von kaufmännischen Tätigkeiten bis zur Tierpflege vom Biologen bis zum Meteorologen. PC-Kenntnisse sind heute unverzichtbar.
Die Arbeitsteilung hat zu einer deutlichen Steigerung der Arbeitsproduktivität auf den Höfen geführt dementsprechend sind auch alle Investitionen darauf ausgerichtet.

Siehe auch Überblick.
Synonyme - Arbeitsteilung
Art
Es gibt sehr verschiedene Definitionen z.B. als die Gesamtheit aller Organismen die untereinander Nachkommen zeugen können.
Synonyme - Art
Artenvielfalt
Der Begriff Artenvielfalt gilt vielfach als Indikator für die Stabilität oder den Wert eines Ökosystems oder auch einer größeren Fläche.
Öffentliche Diskussionen um die Artenvielfalt haben sich in den zurückliegenden Jahren verstärkt nachdem das Verschwinden/Aussterben bestimmter Tier- und Pflanzenarten auch „öffentlich“ geworden ist.
Größere Ökosysteme sind z.B. der tropische Regenwald und das Wattenmeer. Daneben gibt es Mikrosysteme wie z.B. einen Tümpel oder den Wurzelbereich einer Wiese. In jedem Ökosystem hängen viele Pflanzen und Tiere voneinander ab. Die Vernetzung ist so stark dass Veränderungen eines Gliedes viele andere beeinträchtigen oder auch fördern. Menschen greifen z.B. durch die Landbewirtschaftung in die Natur ein. So ist zunächst durch die Rodung der ursprünglichen Wälder in Mitteleuropa die Artenvielfalt stark angestiegen durch Besiedlung Industrialisierung Verkehr Umweltverschmutzung aber auch Landwirtschaft ist die Artenvielfalt gesunken. Ziel ist heute die Artenvielfalt zu erhalten

siehe auch:
Synonyme - Artenvielfalt
Artgerechte Haltung
Jede Tierart hat spezifische Ansprüche an ihre Umwelt z.B. an Nahrung Luft Wasser Temperatur Licht usw.  Artgerechte Haltung bedeutet nicht nur dass ein Tier mit allem versorgt wird was zur Befriedigung der lebenswichtigen Bedürfnisse notwendig ist. Es gibt  auch Ansprüche die zum Wohlbefinden notwendig sind  z.B. das Scharren der Hühner oder das Wühlen der Schweine. Bislang fehlen Möglichkeiten  alle  Ansprüche zu messen. Aber auch nicht alles was der Mensch  als notwendig betrachtet braucht ein Tier wirklich.
Innerhalb einer Art haben Tiere aber auch  individuelle Ansprüche wie beispielsweise Hochlandrinder im Vergleich zu Fleckvieh.
Die Haltung von Tieren in Deutschland zu verbessern ist das Ziel der Tierwohl-Initiative des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft die seit September 2014 läuft. Tierwohl ist eine Haltung - in den Ställen und in den Köpfen. Alle Beteiligten sind aufgerufen neue Wege zu beschreiten.
Tierwohl ist ein Zusammenschluss von Landwirtschaft Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel mit dem Ziel das Tierwohl zu fördern.
Mitarbeitende Landwirte  bekommen bei bestimmten Maßnahmen  ein Tierwohlentgelt. Das Geld wird beim Kauf von Produkten die den Regeln der Tierwohlvereinigung entsprechen von den Einzelhändlern erhoben. Pro kg werden 4  Cent in einen Fond gezahlt.
Die Maßnahmen die der Landwirt vornehmen muss um in den Genuss des Geldes zu kommen ist für Schweine und Geflügel  weitgehend definiert. So gibt es z.B. Vorschriften für die Beleuchtung und Futterspender in den Ställen.
12 Million Schweine und 255 Mio. Hähnchen und Puten in rund 2.900 Betrieben profitieren bereits an der Aktion Tierwohl (Oktober 2015).
Synonyme - Artgerechte Haltung
Assimilation
Stoffumwandlung bei Tier und Pflanze. Dabei werden zunächst körperfremde Stoffe – meist unter Energieeinsatz – in körpereigene Stoffe umgewandelt.
Synonyme - Assimilation
Auflaufen (Getreide)
Auflaufen nennt man bei Feldfrüchten das Durchstoßen des Keimlings durch die Bodenkrume.
Synonyme - Auflaufen (Getreide)
Aufzucht
Haltung und Fütterung von Jungtieren (z.B. Ferkel Küken oder Kälber). Diese Phase dauert bei Ferkeln von der Geburt bis zu einem Gewicht von ca. 25 kg etwa 6 Wochen bei Küken bis zur Legereife des Huhnes etwa 20 Wochen.
Synonyme - Aufzucht
Ausgestaltungselemente
Der Wohlbefinden von im Stall gehaltenen Tieren wird gesteigert wenn dort Einrichtungen oder Gegenstände wie z.B. Sandbademöglichkeiten und Stangen für Hühner Ketten zum Spielen für Schweine vorhanden sind die artgerechtes Verhalten ermöglichen.
Synonyme - Ausgestaltungselemente
Ausgleichszulage
Früher wurden  finanzielle Zahlungen an landwirtschaftliche Unternehmen in benachteiligten Gebieten zum Ausgleich für natürliche bzw. wirtschaftliche Nachteile oder als (Teil-)Ausgleich bei staatlich verordneten Preissenkungen für EU-Marktordnungsprodukte (Marktordnung) gezahlt.
Als Bewertungskriterien dienten Fläche Erträge und Produktionsumfang eines landwirtschaftlichen Betriebes.  Sie wurde durch die neue EU-Agrarpolitik abgeschafft. Siehe auch:
Synonyme - Ausgleichszulage
Aussaat
Das Ausbringen von Saatgut (z.B. Getreide Raps Mais) mithilfe spezieller Agrartechnik.
Man unterscheidet zwischen Winteraussaat im Herbst (z.B. Winterweizen oder -roggen) und Frühjahrsaussaat (z.B. Hafer oder Zuckerrüben).
Durchgesetzt hat sich in der praktischen Landwirtschaft die Saat-Kombination die mehrere Arbeitsgänge wie Eggen Saatablage Walzen gleichzeitig maschinell erledigt. Häufig wird das Saatgut einer speziellen Vorbehandlung (Beizen) unterzogen um z.B. Fäulnis oder Schädlingsfraß zu unterbinden.

Saatzeitpunkte:
  • Herbst: Im September-Oktober werden die Wintergetreidearten gesät; diese benötigen als kleine überwinternde Pflanzen die Frosteinwirkung auf dem Acker zwecks Vernalisation - die Voraussetzung des Schossens des Getreides im folgenden Frühjahr. Auch Raps wird heute im Herbst gesät.
  • Winter: Die Schneesaat ist ein altes Saatverfahren bei Birken. Das Saatgut wird hierbei im Winter auf dem Schnee ausgebracht. Eine Bodenbearbeitung ist hierbei nicht nötig.
  • Frühling: Der Monat März ist der Säzeitpunkt für die Sommergetreidearten im April folgen Rüben Kartoffeln Mais und die Freilandaussaat vieler Gemüsearten oder Kräuter wie Erbsen Rettich Radieschen Bohnen Salat Spinat Petersilie Dill und viele mehr. Da die Bodentemperatur im Freiland für die Keimung bestimmter Pflanzenarten nicht ausreicht werden diese nicht im Freiland ausgesät sondern im Gewächshaus (Tomaten Gurken Zucchini und Paprika) vorgezogen und dann in das Freiland ausgepflanzt.
Für Aussaat in Reihen wird heute meist die Drillmaschine verwendet. Saatkörner gelangen aus einem Saatkasten durch ein Rohr zu einer Säschare die die einzelnen Körner in gleichem Abstand und gleicher Tiefe in einer Rinne im Saatbett ablegt. Die Drillmaschine hat ihren Namen wegen der drehenden (Drill) Zuführung der Körner zur Säschare.
Bei der Mulchsaat soll durch Säen in Mulch Erosion durch vorherige Bodenbearbeitung wie Pflügen verhindert werden.
Mit Einzelkornsämaschinen werden vor allem Rüben gesät.
Synonyme - Aussaat
Aussiedlung
Verlegung eines landwirtschaftlichen Betriebes aus geschlossener - in der Regel beengter - Ortslage in die freie Feldmark.
Aussiedlungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland zur Verbesserung der Agrarstruktur staatlich gefördert. Seit 1973 ist wegen des hohen Kostenaufwands eine staatliche Förderung nur dann möglich wenn erhebliches öffentliches Interesse daran besteht. Aussiedlungen die häufig auch im Rahmen von Flurbereinigungen vorgenommen wurden verbessern die Bewirtschaftungsmöglichkeiten des ausgesiedelten Betriebes.
Synonyme - Aussiedlung
Auswaschung
Versickern oder Abfließen von in Wasser gelösten Pflanzennährstoffen oder Pflanzenschutzmitteln aus den Bodenschichten die von den Pflanzen durchwurzelt werden in untere Bodenschichten   das Grundwasser oder in offene Gewässer. Das schadet nicht nur den Landwirten weil ihre Pflanzen die benötigten Stoffe nicht aufnehmen sondern auch der Umwelt. Ziel ist die Auswaschungsgefahr in der landwirtschaftlichen Praxis auf ein Minimum zu reduziert (Wasserrahmenrichtlinie).
Synonyme - Auswaschung

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