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Begriff Definition
Biestmilch
auch Kolostralmilch genannt ist die erste Milch einer Kuh nach der Kalbung. Sie hat höhere Nährstoffgehalte und vor allem höhere Gehalte an Abwehrstoffen die für das Neugeborene sehr wichtig sind (z.B. Vitamine und Antikörper). Hat nichts mit Biestern zu tun!
Synonyme - Biestmilch
Bio-Siegel
Im Herbst 2001 führte die Bundesregierung das Bio-Siegel für Produkte ein die entsprechend den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft der EU erzeugt wurden.
Zur Zeit nutzen 4.389 Unternehmen das nationale staatliche Bio-Siegel auf 68.804 Produkten (Stand: 31. Juli 2014). Insgesamt wirtschafteten in Deutschland (2012) 23.032 Betriebe mit 1.034.355 ha das sind  6 2 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche und 8 % der Betriebe ökologisch. Beinahe 60 % davon sind einem der Öko-Anbauverbände (Bioland Demeter...) angeschlossen deren Richtlinien strenger sind als die der EU.
Ein einheitliches Pflichtlogo der EU wurde im Juli 2010  eingeführt. Die rechtlichen Grundlagen zur Nutzung des deutschen Bio-Siegels und des EU-Bio-Logos sind jedoch identisch.
Beide Logos beziehen sich auf die Einhaltung der Kriterien der EU Verordnung zum ökologischen Landbau. 2009 trat eine Neufassung der EG-Öko-Verordnung in Kraft. Die Verordnung EWG Nr. 2092/91 wird durch die Verordnung EG Nr. 834/2007 ersetzt.
Die Produktion ökologisch produzierter Lebensmittel wächst nur noch langsam deren Verbrauch in Deutschland ist jedoch stark steigend. Folge: Import von Öko-Lebensmitteln.

Mehr Informationen zum ökologischen Landbau unter: www.bio-siegel.de und www.oekolandbau.de
Synonyme - Bio-Siegel
Biodiversität
Unter den Begriff „Biodiversität“ (= Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten)  fallen nicht nur alle wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und die unterschiedlichen Nutztiere und Kulturpflanzen der Menschen. Dazu zählen auch die genetische Vielfalt der einzelnen Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Lebensräume (Wiesen Äcker Hecken Wälder Moore etc.). Dieses „Gesamtpaket“ unterliegt in einer Industrienation wie Deutschland naturgemäß einer Reihe von negativen Einflüssen. Dazu gehören etwa die Versiegelung von Flächen durch Industrie- Gewerbe- und Wohnbauten die Zerschneidung von Lebensräumen durch Eisenbahntrassen oder Straßen aber auch Unachtsamkeit oder Sorglosigkeit im Umgang mit der Natur.

Siehe auch Überblick.

Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten bedeutet auch einen großen Pool an genetischen Ressourcen. Die Erhaltung dieses Pools ist nicht nur um seiner selbst willen notwendig sondern auch Grundlage für die zukünftige Züchtung oder die Gewinnung von Natur- und Arzneistoffen. Ebenso schützenswert sind die Arten die in der heimischen Kulturlandschaft leben. Dies gilt z.B. nicht nur für die Bienen die für die Bestäubung vieler Pflanzen unverzichtbar sind. Neben dieser Funktion einer Art gibt es nämlich viele balancierende und stabilisierende Effekte von Arten und Artengemeinschaften ohne die unsere Ökosysteme und die Naturkreisläufe nicht funktionieren würden.
Über 83 % der Fläche in Deutschland werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten der Artengemeinschaften und Lebensräume ist erst durch die Landwirtschaft entstanden. Und doch steht die Landwirtschaft heute zum Teil in der Kritik: Monokulturen Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel so die häufigsten Argumente würden die Biodiversität gefährden und sogar zum Aussterben einzelner Arten führen. Und tatsächlich liegt das Maximum der Artenvielfalt in Deutschland schon mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Aber: Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Stichworte sind z.B. Aufgabe der Landnutzung Beseitigung von Sonderstandorten wie Mooren Auffüllung und Bebauung Entwässerung oder auch Flurbereinigung. Wenn kaum noch Kulturpflanzen wie z.B. Hafer oder Lein (Flachs) angebaut werden weil entsprechend der Nachfrage am Markt vorzugsweise Weizen Zuckerrüben Raps oder Mais zum Anbau kommen wird natürlich auch die Kulturartenvielfalt eingeengt. Damit schrumpft der Lebensraum der Tier- und Pflanzenarten die mit oder von diesen Kulturpflanzen leben. Blühflächen an den Äckern nicht geerntete Getreidestreifen (als Nahrung und Rückzugsgebiet für Feldhamster) Lerchenfenster (Freiflächen in den Äckern für Feldlerchen) sind Beispiele zur Förderung der Biodiversität.
Synonyme - Biodiversität
Bioethanol
Als Bioethanol (auch Agro-Ethanol) bezeichnet man Ethanol das ausschließlich aus Biomasse oder den biologisch abbaubaren Anteilen von Abfällen hergestellt wurde und für die Verwendung als Biokraftstoff bestimmt ist.[2]  Ethanol kann als Kraftstoffbeimischung in Mineralölderivaten für Ottomotoren (Ethanol-Kraftstoff) als reines Ethanol (E100) oder zusammen mit anderen Alkoholen (z. B. Methanol) als Biokraftstoff verwendet werden.
Nach dem Ölschock der 1970er Jahre waren Biokraftstoffe als Alternative zu fossilen Energieträgern wiederentdeckt worden. Die reinere Verbrennung und der nachwachsende Rohstoff machten Bioethanol vorerst zu einem umweltfreundlichen Produkt das nebenbei die Agrarüberschüsse aus EU und USA verwerten half. Seit erneuerbare Energieträger im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll als Mittel zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes politisch im großen Maßstab forciert wurden geriet Bioethanol zunehmend unter Kritik.
Synonyme - Bioethanol
Biogasanlagen
Landwirte betreiben seit Jahren in steigendem Maße Anlagen zur Erzeugung von Biogas.  In diesen wird aus Biomasse (Gülle Festmist und Energiepflanzen wie Mais Getreide aber auch Grassilage) durch Vergärung  Gas (Methan) gewonnen. Meist wird das Gas vor Ort in Blockheizkraftwerken  (Kraft- Wärmekopplung) zu Strom und Wärme verarbeitet. Der Strom wird in der Regel in die öffentlichen Netze eingespeist die Wärme als Prozesswärme oder zur Heizung verwendet. Die anfallenden Reste nach der Gärung sind als Dünger verwendbar.
Die Zahl der Biogasanlagen stieg von 2002 bis 2012 von 1.608 auf 7.521. Die Dimension stieg von 160 Megawatt auf 3.185 Megawatt.
Die Vorteile sind unter anderem:

  • Einsparung fossiler Energieträger durch Verwendung bisher ungenutzter örtlich verfügbaren Pflanzen oder Pflanzenteile
  • hohe Energieausbeute im Vergleich zu anderen Bioenergien (z:B: Biodiesel)
  • dezentrale Stromerzeugung verringert Transportstrecken und ist auch grundlastfähig
  • hohe Düngerqualität der Gärreste
  • Verminderung der Geruchsemissionen.
Nachteile sind unter anderem:

  • evtl. Entstehung von Monokulturen zur Beschickung der Anlagen
  • Konkurrenz zwischen Anbau von Nahrungs- und Futtermittelpflanzen einerseits und  Energiepflanzen andererseits
  • hohe Sicherheitsanforderungen.
Umstritten sind - je nach Berechnung -  die Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß.
Gesetzliche Regelungen zur erneuerbaren Energie können den Bau derartiger Anlagen - vor allem durch die Vergütung der Einspeisungen ins Stromnetz - fördern oder auch behindern. Die EU will die Beschickung der Anlagen mit Mais oder anderen Kulturpflanzen einschränken.

Siehe auch nachwachsende Rohstoffe Biokraftstoff.
Synonyme - Biogasanlagen
Biokraftstoff
Kraftstoff der nicht aus Erdöl oder Kohle gewonnen wird.
Biokraftstoffe sind u.a.:
  • Biogas
  • Biodiesel
  • Bioethanol aber auch
  • Pflanzenöl. 
  • Benzin mit Bioethanolbeimischung (E 10)
Erzeugt werden können Biokraftstoffe u.a. aus
  • Ölfrüchten
  • Getreide
  • Zuckerrüben Zuckerrohr
  • Wald- und Restholz
  • Holz aus schnell wachsenden Hölzern.(Schnellwuchsplantagen)
  • Speziellen Energiepflanzen
  • Tierfett
  • allen Pflanzenresten
  • Gülle
  • Mist.
Besondere Bedeutung hat das Bio-Ethanol das durch Gärung aus Biomasse gewonnen wird . In Deutschland werden etwa 50% davon für technische Zwecke insbes. als Kraftstoffzusatz verwendet. 
Bio-Ethanol (Alkohol) aus Obst Getreide  und Kartoffeln zur menschlichen Ernährung   wurde in Deutschland unter Aufsicht und mit Genehmigung und Subventionierung der Bundesmonopolverwaltung  in landwirtschaftlichen Brennereien erzeugt. Diese Regelungen endete 2013 für die etwa 670 Kartoffel- und Getreidebrennereien und endet 2017 für die  etwa 22.000 Klein- und Obstbrennereien. Der Bestand dieser landwirtschaftlichen Betriebszweige dürfte durch Erzeugergemeinschaften erhalten werden.
Ethanol für technische Zwecke und als Kraftstoffzusatz werden vergällt damit sie für Menschen ungenießbar werden.
In Deutschland wurde 2011 der neue Kraftstoff E10 eingeführt der einen Anteil von 10% Bioethanol im aus Erdöl gewonnenen Benzin enthält. Vorher waren nur 5% Ethanol im Auto-Benzin. Die Einführung erfolgte im Zusammenhang mit der EU-Biokraftstoffrichtlinie um den fossilen Rohstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Kraftstoff stößt auf Akzeptanzprobleme insbesondere weil Autofahrer um die Verträglichkeit für die Motoren fürchten.
In der EU wird einerseits eine vermehrte Verwendung von Bio-Kraftstoffen und eine Anhebung der Beimischung von Ethanol bei Benzin angestrebt. Andererseits gibt es - ebenso in der EU - Widerstand dagegen (September 2014). 
Umstritten ist die Verwendung von Getreide zur Bioethanolherstellung. Das Schlagwort lautet: 'Tank oder Teller'. Von der deutschen Getreideernte gingen 2011 unter 4 % rund 1 5 Mio t  in die Bioethanolherstellung. Bei dieser Herstellung fielen noch etwa 500.000 t Eiweißfuttermittel an. Außer Getreide werden auch Zuckerrüben in Deutschland zur Bioethanolherstellung verwendet.
Die Bioethanolproduktion hat sich in der Welt in den letzten 6 Jahren beinahe verdreifacht. 80 % davon werden in derWelt Kraftstoffen beigemischt.

Siehe auch nachwachsende Rohstoffe Biogasanlagen
Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP)
Synonyme - Biokraftstoff
Biologische Schädlingsbekämpfung
Bekämpfung von Schädlingen durch nicht-chemische Pflanzenschutzmittel sondern aufgrund der Erfahrung dass es natürliche Feinde von bestimmten Schadorganismen gibt.
Eine Methode ist der Einsatz von Nützlingen (z.B. Insekten die Schädlinge fressen). So vertilgen beispielsweise Marienkäfer oder Marienkäferlarven die schädlichen Blattläuse. Solche Nützlinge können in Pflanzenbeständen gefördert oder ausgesetzt werden.
Eine andere Methode ist der gezielte Einsatz von Bakterien die Schädlinge vernichten.
Es gibt auch biotechnische Verfahren z.B. das Ausbringen von weiblichen Lockstoffen in Fallen für männliche Schadinsekten (siehe auch Pheromone).
Synonyme - Biologische Schädlingsbekämpfung
Biotechnik
Technische Anwendung biologischer Vorgänge
Traditionell kommen biotechnische Methoden im engeren Sinne seit Jahrtausenden bei der Verarbeitung von Milch z.B. zu Käse   der Gewinnung von von Alkohol der Herstellung von Backwaren zum Einsatz. In jüngster Zeit wurden in der Biotechnologie eine große Anzahl neuer Methoden entwickelt. Neben der Verfeinerung der Biotechnik durch den Einsatz z.B. von Mikroorganismen gibt es die neuen Verfahren der Gentechnik.
Während die „rote Gentechnik“ im medizinischen Bereich in der Gesellschaft unumstritten ist stößt die „grüne Gentechnik“ der Land- und Ernährungswirtschaft in der Bevölkerung auf große Skepsis.
Synonyme - Biotechnik
Biotop
Lebensraum von bestimmten Tieren und Pflanzen aber auch von Menschen geschaffene  Strukturen die sich  in einem „Gleichgewicht“ befinden.
Wüsten und Wattlandschaften sind  natürlich entstande Biotope wie auch Wiesen und Bachläufe. Von Menschen mirtgestaltete Biotope sind z.B. Städte Parkanlagen oder auch aufgelassene Steinbrüche. Durch Eingriffe des Menschen nicht nur durch die landwirtschaftliche Nutzung sondern auch durch Flächenbeanspruchungen für Siedlung Verkehr und Energie ist die Zahl großer geschlossener Biotope zurückgegangen
Die in einem Biotop lebende Lebensgemeinschaft nennt man Biozönose. Dort sind im Regelfalle ähnliche Umweltansprüche und gegenseitige Abhängigkeiten wie Räuber und Beute Pflanzen und Pflanzenfresser Blütenpflanzen und bestäubende Insekten zu finden (Artenvielfalt Biodiversität Nahrungskette).
Synonyme - Biotop
Biozönose
Die Biozönose umfasst die Gesamtheit der Lebewesen - Pflanzen Tiere - und auch der umgebenden natürlichen und auch von Menschen geschaffenen  Struktur die in vielfältigen Wechselbeziehungen untereinander in einem einheitlichen Lebensraum (Biotop) zu finden sind. Die Entstehung kann in einem längeren Prozeß erfolgt sein oder durch Einwirkung von Menschen.
Abhängigkeiten  etwa Räuber und Beute Pflanzenfresser und ihre Nahrungspflanzen Blütenpflanzen und ihre Bestäuber sind dabei vorzufinden (Biodiversität).
Synonyme - Biozönose
Blair-House-Abkommen
Im Zusammenhang mit dem GATT-Abkommen 1993 geschlossene Vereinbarung über den Ölsaaten-Anbau in der Europäischen Union (EU).
Seit 1994/95 gab es in der EU eine Ölsaaten-Garantiefläche die in nationale Garantieflächen aufgeteilt war. Etwa 17 % davon standen Deutschland zu. Diese Fläche musste jährlich um etwa 10 % vermindert werden. Das Abkommen das bis zur Ernte 2001 galt sollte verhindern dass Anbau von Ölsaaten in Europa die Einfuhr von Soja aus den USA verringert.
Synonyme - Blair-House-Abkommen
Blattdüngung
Eine Sonderform der Düngung: Pflanzen können Nährstoffe nicht nur über die Wurzeln sondern auch durch die Blätter aufnehmen. Die Aufnahme über die Blätter geschieht sogar rascher als über die Wurzeln; allerdings müssen die Nährstoffe in Wasser gelöst und die Nährstofflösungen dürfen nicht zu konzentriert sein um Verätzungsschäden zu vermeiden. Die Blattdüngung ist besonders gut geeignet um Mangelerscheinungen (z.B. an Spurenelementen wie Mangan Bor oder Eisen) zu beheben.
Synonyme - Blattdüngung
Blättermagen
oder auch Psalter genannt. Einer der 4 Mägen bei Wiederkäuern. Zwischen den Falten seiner Schleimhaut wird der Nahrungsbrei gepresst bevor er im Labmagen mit Hilfe von Enzymen verdaut wird.
Synonyme - Psalter
Blattfrüchte
Als Blattfrüchte werden Nutzpflanzen mit einem hohen Blatt-Anteil bezeichnet. Dazu zählen z.B. Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben Hülsenfrüchte wie Erbsen und Ackerbohnen und kleeartige Futterpflanzen (siehe auch Leguminosen). Die Getreidearten werden demgegenüber als Halmfrüchte bezeichnet. Aufgrund der bodenverbessernden Wirkung gelten Blattfrüchte als gute Vorfrüchte in der Fruchtfolge.
Synonyme - Blattfrüchte
Blattläuse
Blattläuse sind Insekten die Pflanzen anbohren und deren zuckerreichen Saft saugen. Wenn sie in großen Mengen auftreten (Blattläuse können sich sehr rasch vermehren) behindern sie das Pflanzenwachstum. Vor allem können sie aber bei dem Anbohren der Pflanzen Viruskrankheiten übertragen. Blattläuse gehören daher zu den wirtschaftlich bedeutenden Schädlingen gegen die der Landwirt mit Pflanzenschutzmitteln und/oder mit 'Nützlingen' vorgehen muss (siehe Biologische Schädlingsbekämpfung Läuse).
Synonyme - Blattläuse
BLL
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e .V. (BLL)
ist ein Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft. Zahlreiche Wirtschaftsbereiche. die sich mit Lebensmitteln beschäftigen  haben über Verbände oder direkt eine Mitgliedschaft  z.B. Landwirtschaft Verarbeitung und Handel mit Lebensmitteln Angehörige beratender Berufe.
Synonyme - Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde
Blühstreifen
Blühstreifen sind angelegte Flächen auf Ackerfläche oder meist an deren Rändern. Durch die Aussaat von geeigneten Pflanzenmischungen bilden sich Habitate, in denen Insekten und andere Tiere einen Lebensraum finden und somit die lokale Biodiversität fördern.
Synonyme - Blühflächen
Blutflecken im Ei
Bluteinschlüsse im Eiklar bzw. direkt am Dotter die durch Verletzungen des Eileiters oder bei verstärkter Durchblutung des Eileiters durch Stress auftreten z.B. Schreck. Sie mindern die Eiqualität. Erkannt werden sie am unbeschädigten Ei beim Durchleuchten. Diese Eier werden aussortiert.
Synonyme - Blutflecken im Ei
Boden
Oberste Schicht der Erdkruste die als Standort und Nahrungsquelle für Pflanzen dient und die Voraussetzung für alles höhere Leben auf der Erde ist.
Entstehung
Boden entsteht durch Verwitterung und die Arbeit von Lebewesen. Am Anfang der Bodenentstehung (Pedogenese) steht die Verwitterung des Ausgangsgesteins oder die Anlagerung von Sedimenten durch Wasser oder Wind. In der Folge wird ein solcher Rohboden über die Bedingungen des Standort vor allem Klima und Wasser sowie über die Aktivitäten des Bodenlebens bzw. auch der Landwirte weiter entwickelt. Es bilden sich unterschiedliche Bodenarten und Bodentypen aus und schließen damit Mineralstoffe für Pflanzen auf. Stoffe die von Tieren und Kleinlebewesen gefressen und zum Teil wieder ausgeschieden werden tragen in Verbindung mit Luft und Wasser zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Der Boden ist nicht nur Halt für die Wurzeln der Pflanzen sondern verbunden mit Wasser das Reservoir für Nährstoffe.

Bodenleben
Im Boden gibt es Milliarden von kleineren oder größeren Lebewesen wie Bakterien Würmern Pilzen Hefen Algen. Sie zersetzen oder fressen Blätter Pflanzenreste Exkremente und tote Tiere. So werden die organischen Stoffe wieder in Wasser und viele Arten von Stoffen zurückverwandelt. Es entstehen auf diese Weise immer wieder die Nährstoffe die zum Pflanzenwachstum notwendig sind.
Die Nahrungsketten greifen bei einem gesunden Boden reibungslos ineinander. Regenwürmer Tausendfüßler Insektenlarven fressen z.B. Pflanzenreste zerkleinern sie und bieten weiteren Tieren oder Pilzen Möglichkeiten zu überleben. Bestimmte Lebewesen haben sich auf den nährstoffreichen Kot anderer Lebewesen spezialisiert und bauen ihn weiter ab. Besonders wichtig sind Bakterien die wiederum die Nahrung von Einzellern darstellen die wieder Opfer von größeren Räubern wie z.B. Spinnen werden. Diese Aktivitäten sind nur durch die Sonnenenergie möglich.
Außerdem ist der Boden sowohl Lebensraum als auch Versteck und Nahrung von Ameisen Wühlmäusen Insektenlarven Käfern. Besonders wichtig sind die Regenwürmer weil sie den Boden auflockern und damit durchlüften. Ohne Belüftung würde die Biomasse im Boden verfaulen.

Bodenarten
Man unterscheidet mehrere Arten von Böden nach dem Mischungsverhältnis aus verschiedenen mineralischen Bestandteilen unterschiedlicher Größe
  • Sandböden die nur bei intensiver Pflege und nach Düngung landwirtschaftlich genutzt werden können z.B. zum Anbau von Roggen Kartoffeln oder Spargel.
  • Tonböden die gut Wasser und Nährstoffe speichern jedoch bei hoher Feuchtigkeit schlecht zu bearbeiten sind; bevorzugter Standort für Weizen Hafer und Raps.
  • Lehmböden die sowohl Sand und Ton enthalten und praktisch für alle Kulturpflanzen geeignet sind.
  • Humusböden die einen sehr hohen Humusanteil (Humus) haben.
  • Lössböden aus feinen nährstoffreichen Ablagerungen die besonders fruchtbar und beispielsweise für Zuckerrübenanbau geeignet sind.
  • Kalkböden die sehr fruchtbar sind aber nur schlecht Wasser speichern können.
Die Bodeneigenschaften  sind entscheidend dafür für welche Pflanzen ein Boden als  Standort geeignet ist. Sie umfassen beispielsweise die Korngrößenverteilung (Sand- Schluff- und Tonanteile) Luft- und Wasserleitfähigkeit den Säuregrad (pH-Wert) Nährstoffgehalte und -speichervermögen Lagerungsdichte Humus usw.
Pflanzen wachsen besonders gut wenn die Erde
  • locker-krümelig
  • humus- wie säurehaltig
  • feucht
  • nährstoffreich und
  • ausreichend durchlüftet ist.
Bodengare ist der Idealzustand des Bodens wenn er  krümelig gut durchlüftet aber auch ausreichend feucht nährstoffreich leicht durchwurzelbar ist und den jeweils für die Pflanze optimalen pH-Wert besitzt.

Bodenfruchtbarkeit
Die natürliche Bodenfruchtbarkeit ist durch Pflanzennährstoffe im Boden gegeben. Sie reicht für einen natürlichen Bewuchs aus weil die absterbenden Pflanzenteile dem Boden die Nährstoffe aus denen sie entstanden sind   wieder zurückgeben. Wird Boden landwirtschaftlich genutzt müssen die mit der Ernte entzogenen Nährstoffe durch Düngung zurückgegeben werden.

Bodenbearbeitung sind alle Maßnahmen des Landwirts die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu erhöhen. Bei der Bodenbearbeitung werden die Bodenschichten gewendet gelockert und zerkrümelt. Eine gezielte Gründüngung sorgt für eine zusätzliche Durchlüftung des Bodens.
Bei Bodenuntersuchungen z.B. durch die Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) ausgewertet wird ermittelt welchen pflanzenverwertbaren Nährstoffgehalt ein Boden hat.
Bodenuntersuchungen sind heute ein unverzichtbares Mittel für eine umweltverträgliche nachhaltige Pflanzenproduktion.
Untersucht werden u.a. der Gehalt
Nach den Bodenuntersuchungen kann dann in Verbindung mit dem Anbauplan ein Konzept für eine wirtschaftliche und umweltschonende Düngung erstellt werden.

Bodenschutz
Bodenschutz hat das Ziel   den Boden als natürliche Lebens- und Produktionsgrundlage mit allen seinen Funktionen dauerhaft zu erhalten. Dieses Ziel verfolgt u.a. auch das 1998 verabschiedete Bodenschutzgesetz (BBodSchG).
Probleme entstehen durch Bodenerosion (Abtragung durch Wind oder Wasser) Ausdehnung von wüstenähnlichen Regionen und durch eine zu starke Bodennutzung. Die heimische Landwirtschaft treibt aktiven Bodenschutz u.a. durch eine dauerhafte Bepflanzung bzw. Gründüngung Parallel-Pflügen zu den Hängen und Pflege von Hecken (Feldgehölze).
Bei der modernen Bodenbearbeitung die auch Kleinlebewesen im Boden fördert werden Maschinen wie Pflug Egge und Walze eingesetzt häufig auch in Kombination mit Sämaschinen. Eine fehlerhafte Bodenbearbeitung kann zur Bodenverdichtung und damit zu dauernden Ertragseinbußen führen.
Als Bodenverdichtung wird die Verringerung des Bodenvolumens bezeichnet   vor allem durch Verringerung der Wasser- und Luftmenge. Bodenverdichtungen entstehen  u.a. durch Bearbeitungsfehler vor allem aber den Bodendruck von  Maschinen und Nässe. Die Durchlässingkeit für Wasser und Wurzeln wird geringer   das Bodenleben  beeinträchtigt.

Bodenpreise
Neben Arbeit Kapital und Betriebskosten ist der Boden ein wesentlicher Kostenfaktor der Landwirtschaft. Sein Preis ist stark steigend.  Bei Eigentum muss die Bodenrente berücksichtigt werden. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind stark steigend. Sie lagen  2013 im Schnitt bei 16.381 € je ha bei großen regionalen Unterschieden - im Westen über 25.000 € im Osten  etwas über  1.000 €.
Etwas unter 60 % der Flächen sind gepachtet - in Ostdeutschland etwas mehr. Die Pachtpreise für Ackerland sind dabei etwas höher als für Grünland. Sie liegen im Durchschnitt bei 255 € pro ha im Jahr.

Siehe auch Überblick.
Synonyme - Boden
Bodenerosion
Darunter versteht man den Abtrag bzw. die Verlagerung von Boden durch Wasser oder Wind.
Wassererosion entsteht bevorzugt auf unbewachsenen hängigen Ackerböden beispielsweise im Frühjahr kurz nach der Saat. Reihenkulturen wie Zuckerrüben oder Mais sind besonders anfällig. Eine schützende Vegetationsdecke Bodenbearbeitung Saat quer zum Hang und Mulchsaat oder Direktsaat sind Mittel gegen Erosion.
Winderosion tritt ebenfalls auf unbewachsenen Böden auf wenn diese z.B. nach der Bodenbearbeitung abgetrocknet sind und starke Winde auftreten.
Synonyme - Bodenerosion

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